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Die Aussichten: Mit reichlich Wind in den März hinein

Lübeck: Archiv - 13.02.2022, 17.13 Uhr: Wir haben es in den längerfristigen Vorhersagen ja bereits mehrfach angedeutet, von diesem Winter ist nicht mehr viel zu erwarten. Mit sehr viel Wind geht es dem Frühjahr entgegen, und der Wind kommt nahezu konstant aus dem Westen. Harald Denckmann gibt einen stürmischen Ausblick und zieht eine Bilanz des Winters.

Frühlingshaft warm kann man das noch nicht nennen, was da kommt, denn auch im Westwind gibt es immer einmal wieder kalte Beimischungen aus den Polarregionen. Dann haben wir aber auch zwischendurch Strömungen aus Südwest, und die sind in den kommenden Tagen sogar zweistellig zu erwarten. Bis +13°C soll es hochgehen, dann aber schnell wieder abkühlen. Die richtig kalte Luft aus Sibirien halten diese konstanten Winde aber fern.

Alles was recht ist, Winter kann man so etwas aus diesen Gründen wahrlich nicht mehr nennen. Angesichts der Energiekrise, die wir aufgrund politischer und pandemiebedingter Faktoren derzeit haben, kann man darüber natürlich nur froh sein. Bei diesen Temperaturen muss deutlich weniger geheizt werden, als normalerweise um diese Zeit.

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Da wir die Dinge längerfristig betrachten, weiten wir einmal ein wenig den Blick, um zu verstehen, was atmosphärisch gerade im Gange ist. Die Karte zeigt einen sehr bestimmenden Faktor unseres Wettergeschehens, den sogenannten Jet-Stream, der in unserer Region auch Polarjet genannt wird. Der verläuft beispielsweise am kommenden Donnerstag, wenn bei uns schwerer Sturm zu erwarten ist, in etwa zwischen London und Madrid mit Geschwindigkeiten bis zu 450 km/h in etwa 10 km Höhe. Dieses Düsenband steuert im Wesentlichen die Kette von Tiefdruckgebieten, die sich nördlich dieses Strahlstroms am Boden ausbilden, aber eben durch den Einfluss der Höhenströmung von West nach Ost transportiert werden. In Südeuropa dagegen dominieren Hochdruckgebiete.

Glücklicherweise verharrt die Spitze dieser Stürme aber immer nur wenige Stunden in unserer Region, da sie durch die Höhenströmung schnell nach Osten weiterbefördert werden. In den kommenden Tagen, könnte es die Westküste Schleswig-Holsteins allerdings gleich zwei Mal ganz arg treffen. Ein Sturm-Gipfel ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zu erwarten, dann flacht das Geschehen ein wenig ab und der nächste Sturm schlägt dann in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder heftig zu. Aus heutiger Sicht wird vor allem Jütland schwer betroffen sein. Wir in Lübeck haben wieder einmal vergleichsweise Glück. Der erste Sturm am Donnerstag sollte uns Spitzenwerte etwa bis 9 Bft bescheren. Der zweite Sturm am Samstag zieht aus heutiger Sicht mit seinem Zentrum weiter nördlich an uns vorbei. Was herabfallende Äste und Dachziegel betrifft, ist aber trotzdem allerhöchste Vorsicht angeraten. Wir können hier nur die grobe Tendenz angeben, auf den Millimeter genau kann niemand den endgültigen Sturmverlauf vorhersagen. Aus den Vorhersagekarten wird nur überdeutlich. Gefahr am Wochenende besteht.

Am 26. Februar scheint nochmal ein Sturmgebiet zu kommen, das sieht aus heutiger Sicht allerdings bisher noch nicht ganz so gefährlich aus. Von daher geht es mit viel Wind langsam in den März hinein.

Man kann also jetzt bereits ein Fazit ziehen und sagen, der Winter 20/21 war recht mild. Wir hatten nur eine Frostspitze mit etwa -14°C am zweiten Weihnachtstag. Dann zwei weitere kalte Nächte im Januar, aber nur bis etwa -3°C und eine kalte Nacht am 12. Februar mit -5,4°C. Das war's mit den Tiefsttemperaturen, alles andere war über Null, meist so im einstelligen mittleren Bereich. Die Tageshöchsttemperaturen bewegten sich im Bereich von +5°C bis +7°C. Insgesamt also alles andere als ein strenger Winter.

Bis Anfang März bleibt das so, dann gewinnt die Sonne deutlich an Kraft. Wenn wir dann immer noch eine dominierende Westwindlage haben sollten, ist der Frühling nicht mehr aufzuhalten. Vielleicht verschiebt sich der Polarjet ja auch ein wenig weiter nach Norden. Dann könnten wir im März bereits von den südeuropäischen Hochdruckgebieten profitieren. Wie die Chancen darauf stehen, erörtern wir in unserer nächsten Mittelfristprognose.

Der kälteste Tag des Winters war mit minus 14 Grad der zweite Weihnachtsfeiertag. Foto: JW, Grafik: Harald Denckmann

Der kälteste Tag des Winters war mit minus 14 Grad der zweite Weihnachtsfeiertag. Foto: JW, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 149954   Autor: Harald Denckmann   vom 13.02.2022 um 17.13 Uhr

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