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Kammermusik erklingt im Hoghehus

Lübeck: Archiv - 27.02.2022, 12.00 Uhr: Im 6. Kammerkonzert spielen die Musiker des Philarmonischen Orchesters am Dienstag, 1. März, ab 19.30 Uhr, Werke von Jacqueline Fontyn, Felix Mendelssohn Bartholdy, Erwin Schulhoff und Mieczysław Weinberg.

Mit dem Stück »Layon« wird eine Uraufführung der Belgierin Baronin Jacqueline Fontyn zu hören sein. Mit diesem Konzert gastieren die Musiker des Orchesters der Hansestadt Lübeck im Rahmen der Kammerkonzertreihe im Hoghehus am Koberg 2.

Nach dem großen Erfolg der Aufführung des 5. Streichquartetts von Mieczysław Weinberg in der vergangenen Saison widmen sich die Musiker in diesem Konzert erneut einem Werk des lange vernachlässigten polnisch-russischen Komponisten mit jüdischen Wurzeln. Nachdem seine Familie von den Nazis ermordet worden war, fand Weinberg auch im russischen Exil keinen Frieden. Während der stalinistischen »Säuberungen« war er einige Zeit in einem KGB-Gefängnis interniert. Erst nach Stalins Tod 1953 wurde Weinberg zu einer wichtigen Figur des Musiklebens in Moskau. Gegen Ende seines Lebens war der Komponist hingegen fast vergessen und wird erst seit einigen Jahren nachhaltig wiederentdeckt. Erfahrungen von Verlust, Wut und Angst sind auch im 8. Quartett aus dem Jahr 1959 zu spüren. Der Mittelteil erinnert an verzweifelte Versuche aus einem Beklemmungszustand zu entkommen.

Erwin Schulhoff war einer der bekanntesten Komponisten seiner Generation. Schulhoff wurde von den Nazis als Kommunist, Jude und als »entarteter« Komponist verfolgt. Er starb 1942 im bayerischen KZ Wülzburg an Tuberkulose. 1924 gelang ihm mit den »Fünf Stücken« der Durchbruch auf dem Neue-Musik-Festival in Salzburg. Es ist Musik am Puls der Zeit: kurz, frech, suitenartig, aphoristisch.

Der jüdisch-stämmige Felix Mendelssohn Bartholdy war neben Wolfgang Amadeus Mozart das wohl beeindruckendste Wunderkind der Musikgeschichte. Schon mit 12 Jahren legte er seine ersten voll ausgereiften Werke vor. Seine ersten gedruckten Streichquartette gehören zu den besten Streichquartetten der Romantik überhaupt, obgleich sie Werke eines Teenagers sind. In Opus 12 nimmt Mendelssohn Bezug auf Beethovens späte Quartette op. 127 und op. 130. Den zweiten Satz »Canzonetta« kann man als eine Art »Lied ohne Worte« beschreiben. Er gehört zu den zauberhaftesten Kammermusiksätzen des Komponisten und genoss bereits zu Mendelssohns Zeit solche Popularität, dass er in zahlreichen Bearbeitungen verbreitet wurde. Jacqueline Fontyn (*1930) »Layon« für Streichquartett (2019),

Uraufführung Felix Mendelssohn Bartholdy (1809‑1847) Streichquartett Nr. 1 Es-Dur op. 12 (1829)

Erwin Schulhoff (1894‑1942) »Fünf Stücke« für Streichquartett (1923)

Mieczysław Weinberg (1919‑1996) Streichquartett Nr. 8 op. 66 (1959)

Violine E. Saad, L. Finckh Viola C. Jonkisch Violoncello S. Strehl

Karten gibt es an der Theaterkasse, Telefon 0451/399600 oder online unter theaterluebeck.de

Das 6. Kammerkonzert mit dem Philarmonischen Orchester findet im Hoghehus statt. Foto: Oliver Malzahn

Das 6. Kammerkonzert mit dem Philarmonischen Orchester findet im Hoghehus statt. Foto: Oliver Malzahn


Text-Nummer: 150076   Autor: Thesater Lübeck/SU   vom 27.02.2022 um 12.00 Uhr

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