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Kirchenkreis setzt auf CO2-sparende Reerdigung

Lübeck: Archiv - 24.02.2022, 14.56 Uhr: Das Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns im Leben auf die Umwelt wächst bei vielen Menschen. Auch das Ende des Lebens zahlt auf den ökologischen Fußabdruck jedes Menschen mit ein. "Reerdigung" heißt eine neue Form der Erdbestattung. Sie ermöglicht einen nachhaltigeren Umgang mit dem Tod. Die positive CO2 Bilanz beträgt bis zu einer Tonne pro Bestattung.

In Mölln ist es seit Februar 2022 möglich, Verstorbene zu reerdigen. Der Körper wird in diesem optimierten Prozess innerhalb von 40 Tagen vollständig in fruchtbare Erde transformiert. Diese wird im Anschluss in einem Grab beigesetzt.

„Die Reerdigung ist eine natürliche ökologische Transformation des Körpers. Sie knüpft an unsere Bestattungsformel 'Erde zu Erde' an. Wir sind die Experten für gute Rituale und begleiten deshalb dieses Pilotprojekt mit Blick auf die Vielfalt von Bestattungsformen auf unseren Friedhöfen. Reerdigung entspricht vollständig dem christlichen Verständnis des ewigen Lebens, das von einer Auferstehung nach dem Tod ausgeht. 40 Tage sind im biblisch-theologischen Kontext eine wichtige Zahl. Sie steht für Veränderung, Befreiung, Klärung“, sagt Pröpstin Frauke Eiben.

Seit es Bestattungsrituale gibt, verändern sich diese mit den Menschen, die eine Gesellschaft prägen, weiß Bernd K. Jacob, Friedhofsbeauftragter des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. Neue Denkweisen, veränderte Wahrnehmung, wissenschaftliche Erkenntnisse und Verantwortung für Umwelt und Natur sind Beweggründe, neue Wege auszuprobieren. Die Reerdigung ist eine neue Bestattungsvariante, die derzeit in Mölln als Pilotprojekt erprobt wird.

„Als Kirchengemeinde wollen wir gerade in schwierigen Zeiten nah bei den Menschen sein und suchen immer nach neuen Möglichkeiten, ihnen in ihrer individuellen Trauer entgegenzukommen“, sagt Hilke Lage, Pastorin in der Kirchengemeinde Mölln. „Die Idee der Reerdigung hat uns sofort eingeleuchtet. Sie ist eine gute Alternative für alle, bei denen eine Bestattung im Sarg oder eine Feuerbestattung Unbehagen auslösen. Außerdem nimmt die Reerdigung mit der Nachhaltigkeitsidee den christlichen Gedanken der Bewahrung der Schöpfung auf.“

Egal, für welche Art der Bestattung sich Menschen entscheiden: Die seelsorgerliche Begleitung ist seit jeher Kernaufgabe der Kirche, so der Kirchenkreis. „Eine christliche Trauerfeier nimmt zunächst die Gefühle der Angehörigen ernst. Es tut weh, einen nahen Menschen zu verlieren“, sagt Hilke Lage. „Als Pastorin sehe ich meine Aufgabe darin, die Angehörigen in ihrem Schmerz zu begleiten. Zugleich möchte ich Raum für Hoffnung schaffen: Hoffnung, dass der / die Verstorbene bei Gott geborgen ist, und dass Gott auch für die Angehörigen Wege zurück ins Leben eröffnen wird.“

Die Transformation des Leichnams dauere bei einer Reerdigung 40 Tage. „Wenn die Angehörigen es wünschen, begleiten wir sie gern in diesem Zeitraum: durch Zusammensein am Kokon, vielleicht mit Erzählen über den Verstorbenen, mit Andacht oder Musik. Die Form der Begleitung richtet sich individuell nach den Wünschen und Bedürfnissen der Angehörigen“, so Pastorin Lage.

Alle Informationen zum Thema Reerdigung gibt es online auf www.kirche-ll.de

Der Friedhofsbeauftragte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg Bernd K. Jacob stellt Pröpstin Frauke Eiben Substrat aus getrockneter Blumenwiese, Klee, Heu und Stroh vor, das bei einer Reerdigung verwendet werden kann. Foto: KKLL-bm

Der Friedhofsbeauftragte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg Bernd K. Jacob stellt Pröpstin Frauke Eiben Substrat aus getrockneter Blumenwiese, Klee, Heu und Stroh vor, das bei einer Reerdigung verwendet werden kann. Foto: KKLL-bm


Text-Nummer: 150157   Autor: Nordkirche   vom 24.02.2022 um 14.56 Uhr

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