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Schüler erforschen Schicksal jüdischer Jugendlicher

Lübeck: Archiv - 14.03.2022, 17.56 Uhr: Rosi Daicz, Josef und Berthold Katz, Peter Mansbacher, Hanna und Hermann Mecklenburg – wer kennt noch diese Namen und ihre Geschichten? Den Namen der Geschwister Prenski hört man als Lübecker:in immer wieder mal im Zusammenhang mit der gleichnamigen Schule. Aber wer weiß genauer, welche Schicksale sich hinter diesen Namen verbergen?

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Günter Knebel, pensionierter Ratekauer Geschichtslehrer: „Die jüdischen Kinder und Jugendlichen, die einstmals in Lübeck wohnten, hier aufgewachsen und zur Schule gegangen sind, sind weitgehend vergessen. Was ist mit ihnen und ihren Familien passiert? Wie haben sie vor der Machtübertragung an die Nationalsozialisten gelebt? Wie hat sich ihre Welt nach 1933 verändert? Wie haben sie die Zeit der Diskriminierung, der Verfolgung und des Terrors erlebt? Wer von ihnen wurde Opfer des Holocaust, wem ist es gelungen zu überleben?“

In einer umfangreichen Materialiensammlung mit dem Titel „Vergessene jüdische Kinder und Jugendliche aus Lübeck“ können Schüler ab dem 9. Jahrgang Antworten auf viele dieser Fragen selbst „erforschen“. Im handlungsorientierten vierteiligen Konzept schlüpfen Schüler in die Rolle von Historikern, sie recherchieren die Geschichte der jüdischen Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien mit Hilfe des Materials, ordnen es zeitlich ein und gestalten in Gruppen zu jeder der fünf Familien kleine Ausstellungen, die der Klasse am Ende präsentiert werden.

Senatorin Monika Frank: „Da es kaum noch Zeitzeugen des Holocaust gibt, ist es wichtig, authentisches Material 'sprechen' zu lassen, das heutigen Jugendlichen ein Verständnis für die Ereignisse dieser Zeit vermittelt. Angesichts von zunehmendem Antisemitismus und Rechtsradikalismus erscheint es dringend geboten, über das, was vor über 80 Jahren geschehen ist, aufzuklären und für aktuelle Gefahren zu sensibilisieren.“

Susanne Werger-von Bergen, Lübecker Schulrätin: „Der Holocaust und der Nationalsozialismus sind fester Bestandteil der Curricula in allen Bundesländern. Mit dieser Materialsammlung steht den Jugendlichen neben Schulbüchern, die die Thematik auch ausführlich behandeln, ein Material zur Verfügung, dass durch seinen Bezug zu Lübeck besonders bedeutsam wirken kann.“

Das Unterrichtsprojekt wurde konzipiert vom ehemaligen Geschichtslehrer Günter Knebel, es verfolgt einen regionalen und altersgemäßen Ansatz für die Vermittlung des Holocaust im 21. Jahrhundert. Unterstützt wurde die Entwicklung durch die Recherchearbeit von Heidemarie Kugler-Weiemann von der Initiative „Stolpersteine für Lübeck“ sowie durch ein pädagogisches Konzept aus einer Veröffentlichung der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Die Unterrichtsmaterialien können dank der Unterstützung der Possehl-Stiftung, der Friedrich Bluhme und Elke Jebsen-Stiftung und Heinr. Hünicke GmbH & Co. KG allen Lübecker allgemein- und berufsbildenden Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für Geschichtslehrkräfte und weitere Interessierte gibt der pensionierte Ratekauer Geschichtslehrer, Günter Knebel, eine Einführung in die umfangreichen Materialien. Hierzu gehören ein Lehrer- und Glossarheft, fünf Geschichtsalben mit Fotos und Objektkarten und weitere zeitgeschichtliche Dokumente aus der Zeit vor 1933 bis in die Gegenwart.

Die Einführung mit Übergabe der Materialien kann wahlweise am 15. März von 13 bis 16 Uhr oder am 23. März von 13 bis 16 Uhr im Verwaltungszentrum Mühlentor im großen Sitzungssaal besucht werden. Anmeldungen werden erbeten an Nicole Maas, Abteilungsleitung Bildungsmanagement, Bereich Schule und Sport per E-Mail an nicole.maas@luebeck.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0451/122-4071.

Günter Knebel stellte die Materialien am Montag in der Synagoge vor. Fotos: Hansestadt Lübeck

Günter Knebel stellte die Materialien am Montag in der Synagoge vor. Fotos: Hansestadt Lübeck


Text-Nummer: 150518   Autor: Presseamt Lübeck/red.   vom 14.03.2022 um 17.56 Uhr

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