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Schleswig-Holstein will ukrainische Lehrkräfte einstellen

Schleswig-Holstein: Archiv - 24.03.2022, 10.10 Uhr: Bildungsministerin Karin Prien hat am Mittwoch, dem 23. März, im Landtag über die aktuellen Maßnahmen für ukrainische Schüler informiert. Kontakt zu Mitschülern ermögliche ein bisschen Normalität in den Wirren von Flucht und Krieg. Man wolle die Situation "unbürokratisch und mit hoher Flexibilität handeln", erklärte Prien, die einen zusätzlichen Bedarf an Lehrkräften und Räumlichkeiten sieht. Zukünftig sollen auch ukrainische Lehrkräfte eingestellt werden können.

Schüler, die in Schleswig-Holstein ankommen, werden an den Schulen zunächst in den Regelklassen integriert. Dies ermögliche ein schnelles und unbürokratisches Ankommen. In einem nächsten Schritt würden dann die Sprachkenntnisse ermittelt und Schülerinnen und Schüler einer DaZ-Klasse in der Basis- oder Aufbaustufe zugeordnet. Für Schülerinnen und Schüler, die normalerweise in diesem Jahr in der Ukraine ihren Abschluss machen würden, prüfe man derzeit die zusätzliche Möglichkeit, sich bei einer Online-Schule weiter auf den Schulabschluss vorzubereiten und ihn abzulegen. "Wir werden alles tun, um die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, damit sie ihre Bildungsbiografien fortsetzen können", so Prien. Dabei schaue man auch auf die psychosoziale Betreuung der geflüchteten Kinder und Jugendlichen. "Und auch auf die Auswirkungen, die der Krieg auf die hier bereits lebenden Kinder und Jugendlichen hat, achten wir natürlich", so Prien. Dazu sei im Bildungsministerium eine gesonderte Taskforce eingerichtet worden, die sich um die vielfältigen Aufgaben kümmere und im ständigen Austausch auch mit der Taskforce der KMK stehe, die die Bemühungen auf Bundesebene koordiniert.

Aktuell sind 1.012 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine in Schleswig-Holstein an Schulen angekommen. Das sind 741 SuS in einzelnen Schulen verteilt im ganzen Land, sowie 271 SuS in den Landesunterkünften. Über die Schulen wird regelmäßig der aktuelle Stand abgefragt.

"Wir werden diese Situation meistern, weil wir unbürokratisch und mit hoher Flexibilität handeln", so die Bildungsministerin weiter. Wesentliche Schaltstellen in dieser Lage seien die Schulämter und die Kreisfachberater DaZ. Sie koordinieren und steuern die Aktivitäten für die Schulen aller Schularten in ihren jeweiligen Kreisen. Klar sei aber auch, dass zusätzliche Bedarfe an Lehrkräften und Räumlichkeiten bestehen – vor allem an den DaZ-Zentren, aber auch im Regelunterricht mit DaZ-Aufbaustufe. Auch um das benötigte Personal werde sich schon intensiv bemüht. "Kurzfristig nutzen wir für die Einstellung zusätzlicher Lehr- und Unterstützungskräfte vor allem den Vertretungsfonds. Selbstverständlich haben wir vor Ort bereits zusätzliches Personal eingestellt", so Prien. Man müsse aber davon ausgehen, dass im Haushalt zusätzliche und kurzfristige Lehrerstellenbedarfe abgebildet werden müssen. Als Beispiel nannte die Ministerin, dass für 1.000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler in der Basisstufe 60 zusätzlichen Lehrkräfte benötigt werden.

"Als Land ermöglichen wir die Einstellung ukrainischer Lehrkräfte. Der Hauptpersonalrat der Lehrkräfte hat zugestimmt, dass wir Stellen als Unterstützungskräfte für ukrainische Lehrkräfte ausschreiben können", erläuterte Prien und richtete einen großen Dank an den Hauptpersonalrat der Lehrkräfte für die schnelle und zielorientierte Zusammenarbeit.

Ausschreibung und Bewerbungsbogen seien bereits auf der Homepage des Ministeriums veröffentlicht, es gebe eine Hotline-Nummer und eine gesonderte E-Mail-Adresse für Unterstützungskräfte. "Helfen Sie uns dabei, die wichtigen Informationen zu den Geflüchteten zu bringen oder Menschen anzusprechen, die schon in Schleswig-Holstein leben und Deutsch und Ukrainisch sprechen", bat Prien. Sämtliche erforderlichen Texte und Unterlagen lasse das Ministerium derzeit ins Ukrainische übersetzen.

Mehr Informationen:

Schule:
www.schleswig-holstein.de/ukraine-lehrkraft
www.schleswig-holstein.de/ukraine-schule

bzw. Hochschule:
daad.de

In Lübeck wurden bisher rund 1100 Flüchtlinge aus der Ukraine registriert. Foto: JW.

In Lübeck wurden bisher rund 1100 Flüchtlinge aus der Ukraine registriert. Foto: JW.


Text-Nummer: 150727   Autor: Bimi SH/Red.   vom 24.03.2022 um 10.10 Uhr

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