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Wer bauen möchte, braucht in Lübeck ein Kind

Lübeck: Archiv - 30.03.2022, 20.20 Uhr: Wer in Lübeck bauen möchte, sollte ein Kind haben. In Zukunft gehen 60 Prozent der Grundstücke für Einzel-, Doppel-, Stadt- und Reihenhäuser an "Haushalte mit mindestens einem Kind". Eine Ausnahme gibt es für Travemünde. Dort soll nur eine Quote von 50 Prozent gelten.

Die Politik diskutiert schon lange, ob man die wenigen Baugrundstücke in Lübeck nicht nur an Lübecker vergeben könne. Das geht rechtlich nicht. Aber dafür hat die Bauverwaltung eine Lösung. Am Donnerstag wird die Bürgerschaft über die Regelung entscheiden: "Der Vorhabenträger wird mindestens 60 Prozent der (Grundstücke für) Einzel-, Doppel-, Stadt- und Reihenhäuser an Haushalte mit mindestens einem minderjährigen Kind verkaufen, sofern nicht im Einzelfall zwingende Gründe entgegenstehen." Für Travemünde soll eine Quote von 50 Prozent gelten.

"Bei der Ansiedlung von Familien ist überwiegend von einem bestehenden Lübeck-Bezug auszugehen, da die Wohnortsuche einer Familie in der Regel in der Nähe des Arbeitsplatzes erfolgt", so die Begründung der Bauverwaltung. "Die Kinder werden im Regelfall Kitas und Schulen vor Ort besuchen. Dieser Personenkreis sorgt für eine Verjüngung der Bevölkerungsstruktur und für Nachwuchs bei den Vereinen, religiösen Gemeinschaften, Ehrenamtstätigkeiten und ähnliches – unabhängig von dem vorherigen Wohnsitz."

Offiziell wird in der Regelung nicht von "Familien" gesprochen, sondern von "Haushalten mit mindestens einem minderjährigen Kind". Das umfasst alle Lebensmodelle.

Dem Wunsch der Politik, auch Auszubildende, Studenten, Senioren und Behinderte bei der Grundstücksvergabe zu bevorzugen, lehnt die Bauverwaltung ab. Auszubildende und Studenten seien bei Einfamilien- und Reihenhäusern nicht die Zielgruppe. Senioren hätten die Möglichkeit, sich auf die übrigen frei zu vergebenden Wohnungen zu bewerben. Eine barrierefreie Wohnmöglichkeit für Behinderte sei im Geschosswohnungsbau leichter zu realisieren.

Die endgültige Entscheidung der Bürgerschaft steht noch nicht fest. Die Grünen beantragen, die Kinder-Quote in ganz Lübeck auf 80 Prozent festzulegen.

Der Investor für die Neue Teutendorfer Siedlung soll 50 Prozent der Einfamilien- und Reihenhäuser nur an Haushalte mit Kindern vergeben. Foto: Karl Erhard Vögele/Archiv

Der Investor für die Neue Teutendorfer Siedlung soll 50 Prozent der Einfamilien- und Reihenhäuser nur an Haushalte mit Kindern vergeben. Foto: Karl Erhard Vögele/Archiv


Text-Nummer: 150856   Autor: VG   vom 30.03.2022 um 20.20 Uhr

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