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Vor 50 Jahren: Travemünder Wahrzeichen stellt Betrieb ein

Lübeck - Travemünde: Archiv - 07.04.2022, 09.49 Uhr: Am 7. April 1972 um 20.22 Uhr, also genau heute vor 50 Jahren, stellte ein Seezeichen, welches viele hunderte von Jahren Schiffen den Weg zum Lübecker Hafen wies, seinen Betrieb ein: Das Feuer im Leuchtturm Travemünde ist für immer erloschen. Es wurde abgeschaltet, weil der neu errichtete Hotelneubau des Maritim seinen Lichtschein in die Lübecker Bucht verdeckte.

Bis zur Inbetriebnahme eines neuen Leuchtfeuers auf dem Maritim wurde ein Behelfsfeuer auf der Lotsenstation in Betrieb genommen. Die Geschichte des heutigen Denkmals und ältesten Leuchtturms Deutschlands geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Die erste urkundliche Erwähnung, wie in der Chronik von Thorsten Albrecht über Travemünde nachzulesen ist, war die eines Hafenzeichens im Jahre 1226. Es stand vermutlich an der Stelle, wo später der Leuchtturm gebaut wurde.

1316, so die Chronik weiter, fand sich im Archiv der Stadt die Erwähnung eines "custos lucerne", also eines Leuchtturmwärters. Mithin muss es damals neben dem Hafenzeichen, vermutlich ein Holzpfahl oder ein Holzkreuz, ein höher gelegenes Feuer für die Navigation in der Nacht gegeben haben. Auf einer Tafel am Alten Leuchtturm sind die weiteren Abschnitte seiner Geschichte vermerkt. So 1330 die erste urkundliche Erwähnung als Leuchtturm. Er wurde 1534 durch dänische Truppen zerstört. Sein Wiederaufbau im Jahre 1539 sah ein höheres Bauwerk vor. Der Entwicklung der Technik folgend, wurde ein vermutlich bestehendes Holzfeuer durch Hanföl-Lampen vor vergoldeten Hohlspiegeln ersetzt.

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1827 ist die Holzkuppel des Leuchtturms durch Blitzeinschlag im oberen Teil abgebrannt. Er wurde unter Verwendung gelber Klinker wieder instand gesetzt. Der Lotse erhielt einen zusätzlichen Ausguck. 1903 wurden inzwischen eingesetzte Petroleumlampen durch elektrische Bogenlampen und ab 1937 durch Glühlampen (24V, 1000 Watt) ersetzt. Sie gaben dem Leuchtfeuer eine Nenntragweite von 16 Seemeilen (etwa 30 Kilometer) aus 31 Metern Höhe. Zwei Otterblenden, die jalousienartig wie senkrechte Lamellen im Takt der Kennung geöffnet und geschlossen werden konnten, takteten das Licht auf der linken und auf der rechten Seite mit unterschiedlichen Kennungen. Zwei Jahre nach seiner endgültigen Abschaltung wurde ein automatisch betriebenes elektrisches Feuer auf dem Maritim-Hochhaus in 114,7 Metern Höhe gezündet. Seine Reichweite beträgt etwa 50 Kilometer und ist bis zum übernächsten Leuchtturm Dahmeshöved in der Lübecker Bucht zu sehen.

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Das maritime Museum "Alter Leuchtturm" zeigt Laternen historischer Seezeichen, alte Leuchttechnik von anderen Leuchttürmen, Schiffsmodelle und natürlich vieles mehr. Im obersten Stockwerk befindet sich die Lichtanlage des Leuchtturms und der Zugang zur Aussichtsplattform mit einem wunderbaren Rundblick auf das Land und die Lübecker Bucht.

Näheres zu den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen für das maritime Museum Alter Leuchtturm findet sich unter www.leuchtturm-travemuende.de.

Vor genau 50 Jahren stellt der alte Leuchtturm in Travemünde seinen Dienst ein. Fotos: Karl Erhard Vögele

Vor genau 50 Jahren stellt der alte Leuchtturm in Travemünde seinen Dienst ein. Fotos: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 150986   Autor: KEV/red.   vom 07.04.2022 um 09.49 Uhr

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