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Uni sucht Probanden: Wie süchtig macht Social Media?

Lübeck: Archiv - 18.04.2022, 18.40 Uhr: Facebook, Instagram, TikTok und Co. erfreuen sich einer wachsenden Zahl von Nutzern und sind aus unserem alltäglichen Leben kaum noch wegzudenken. Doch das hat auch Schattenseiten. Manche Menschen können süchtig nach der Nutzung sozialer Medien werden. Eine neue Studie an der Universität Lübeck untersucht, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und welche Menschen besonders anfällig sind.

Durch soziale Netzwerke können wir so einfach wie noch nie Inhalte mit der Welt teilen, uns besser vernetzen und miteinander interagieren, doch bei manchen Menschen kann sich auch ein suchtartiges Verhalten entwickeln. Eine aktuelle Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) belegt, dass rund 4,6 Prozent aller 10- bis 17-Jährigen in Deutschland eine suchtartige Nutzung von Social Media zeigen. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Corona-Pandemie sich noch einmal verstärkend auf diese Zahlen ausgewirkt hat“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jürgen Rumpf, Leiter der Suchtforschungsgruppe am Universitätsklinikum Lübeck. Auch wenn Erwachsene deutlich seltener betroffen seien als Jugendliche und junge Erwachsene, so dürften doch etwa ein bis zwei Prozent der Gesamtbevölkerung von einer Social Media Sucht betroffen sein.

Im Rahmen einer Teilstudie einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschergruppe wollen sich Rumpf und seine Kollegen genauer damit befassen, wie es zu einer suchtartigen Nutzung von Instagram und Co. kommen kann. „Wir wollen wissen, welche psychologischen Faktoren und Prozesse dazu führen, dass manche Personen ein suchtartiges Verhalten entwickeln und wie sich betroffene und nicht betroffene Personen hinsichtlich dieser Faktoren voneinander unterscheiden“, erklärt Rumpf. „Außerdem fragen wir uns, ob bei einer übermäßigen Nutzung von sozialen Netzwerken ähnliche Verhaltensmuster auftreten wie es bei substanzbezogenen Süchten, wie etwa dem Rauchen, der Fall ist“. Ziel der Studie, die zusammen mit den Universitäten Duisberg/Essen und Ulm durchgeführt wird, ist es, betroffene Personen besser zu verstehen und so mittelfristig in einer Veränderung ihres Verhaltens unterstützen zu können.

Dafür werden aktuell Männer und Frauen im Alter von 16 bis 65 Jahren gesucht, die bereit sind, an einem Tag für 4 bis 5 Stunden am Campus Lübeck und optional zuhause weitere Studienaufgaben zu erfüllen. Die Teilnehmenden sollten viel im Internet unterwegs sein und soziale Netzwerke intensiv nutzen. Alternativ werden Teilnehmende gesucht, die regelmäßig Zigaretten konsumieren. Die Studie sucht gleichzeitig auch Kontrollpersonen, die eine unauffällige Nutzung sozialer Netzwerke aufweisen und/oder Nichtraucher sind. Zur Untersuchung zählt unter anderem die Bearbeitung bestimmter Aufgaben, bei denen beispielsweise Bilder aus sozialen Netzwerken betrachtet und bewertet werden sollen, sowie die Beantwortung von Fragebögen. Bei den Teilnehmern wird in den darauffolgenden zwei Wochen die Social Media Nutzung oder des Rauchverhaltens mittels Smartphone-Apps untersucht.

Das gesamte Experiment wird insgesamt mit bis zu 120 Euro vergütet. Interessierte können auf der Website ist-social-media-das-neue-rauchen.de an einen kurzen Fragebogen ausfüllen und so die eigenen Voraussetzungen für eine Teilnahme prüfen. Bei Eignung besteht die Möglichkeit sich verbindlich zur Studie anzumelden und von der Studienleitung kontaktiert zu werden.

Ist die dauerhafte Handynutzung das neue Rauchen? Symbolbild: JW

Ist die dauerhafte Handynutzung das neue Rauchen? Symbolbild: JW


Text-Nummer: 151137   Autor: Uni   vom 18.04.2022 um 18.40 Uhr

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