Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

AWO Aktionstag gegen Kinderarmut in Kücknitz

Lübeck - Kücknitz: Archiv - 20.04.2022, 15.35 Uhr: Auf dem Kirchplatz in Lübeck-Kücknitz flattern am Mittwoch insgesamt 3000 kleine Fahnen im Wind. Neben den 2250 weißen Fahnen, finden sich dazwischen 750 rote Fahnen. Jede rote Fahne steht symbolisch für ein von Armut betroffenes Kind im Stadtteil.

Bild ergänzt Text

Die AWO Schleswig-Holstein möchte gemeinsam mit dem AWO Kreisverband mit dieser öffentlichen Aktion, im Rahmen des Sozialen Bündnisses gegen Armut, in Zusammenarbeit mit dem DGB Nord und dem SoVD, auf das Problem der Kinderarmut öffentlich aufmerksam machen. „Beim Thema Kinderarmut brauchen wir dringend ein Umdenken. Die Zahlen sind dramatisch in Schleswig-Holstein und auch hier in Lübeck. Das wollen wir mit dieser Aktion verdeutlichen. Wir fordern schon lange die Einführung einer Kindergrundsicherung, die Verankerung von Kinderschutz im Grundgesetz und den Ausbau von Betreuungs- und Bildungsangeboten. Soziale Teilhabe und Bildung sind der Schlüssel, um Kinder und Jugendliche langfristig vor Armut zu schützen“, sagt der Vorsitzende des Präsidiums der AWO Schleswig-Holstein Wolfgang Baasch.

Beim Aufstellen der Fahnen haben die Kinder der AWO Kitas Redderkoppel und Schatzinsel tatkräftig mitgeholfen. Allein in Lübeck lebt fast jedes vierte Kind unter 18 Jahren in einer Familie, die auf Sozialhilfe angewiesen ist. Laut dem aktuellen Sozialbericht der Landesregierung leben 21,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Schleswig-Holstein in Armut. Der Anteil ist seit dem Jahr 2011 erneut um 3,4 Prozent gestiegen. Der Stadtteil Kücknitz gilt als klassischer Arbeiterbezirk und ist ein Stadtteil mit vergleichsweise vielen einkommensschwachen Familien. Dabei ist es nicht immer nur das Essen, was den betroffenen Kindern und Jugendlichen fehlt. „Es geht um soziale Teilhabe. Sie müssen die gleichen Möglichkeiten wie andere Gleichaltrige haben. Dazu zählt insbesondere die Chance, gleichwertige Erfahrungen zu machen. Kinder und Jugendliche brauchen eine helfende Hand und starke Eltern, um einen Weg aus der Armut herausfinden“, betont Baasch. Das Motto müsse lauten, jedes Kind habe die gleichen Rechte, dazu zähle auch ein Recht auf Sport und Bewegung, auf vernünftige Mahlzeiten, sowie das Recht auf Kultur und Ferienerlebnisse.

Die AWO ist im Stadtteil Kücknitz mit mehreren Einrichtungen für Kinder und Jugendliche vertreten. Um die Forderungen des Sozialen Bündnisses zu unterstreichen und die Problematik der Kinderarmut zu veranschaulichen, wurden die Auswirkungen auf den Stadtteil heruntergebrochen und so greifbar gemacht. Die Dringlichkeit zu Handeln wird deutlich sichtbar: „Wir können jetzt nicht länger nur zuschauen und abwarten, dass sich diese Herausforderungen von selber lösen. Jetzt muss endlich gehandelt werden“, fordert Baasch abschließend. Ein erster wichtiger Schritt sei die Einführung der Kindergrundsicherung, die jetzt nicht den Haushaltsplänen der aktuellen Bundesregierung zum Opfer fallen dürfe.

Das Soziale Bündnis gegen Armut in Schleswig-Holstein plant künftig weitere Aktionen, um auf die Probleme der in Armut lebenden Menschen im Land aufmerksam zu machen.

Marco Kiepke (DGB Nord), Wolfgang Baasch (AWO Schleswig-Holstein) und Rüdiger Carstens (SoVD Lübeck-Kücknitz) eröffneten den Aktionstag. Fotos: AWO SH

Marco Kiepke (DGB Nord), Wolfgang Baasch (AWO Schleswig-Holstein) und Rüdiger Carstens (SoVD Lübeck-Kücknitz) eröffneten den Aktionstag. Fotos: AWO SH


Text-Nummer: 151177   Autor: AWO   vom 20.04.2022 um 15.35 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.