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ELISA-Studie: Gastronomie und Nahverkehr keine Pandemie-Treiber

Lübeck: Archiv - 20.04.2022, 16.32 Uhr: Am Mittwoch stellte die Uni Lübeck die Ergebnisse ihrer Corona-Studie "ELISA" vor. Das höchste Infektionsrisiko haben Pflegekräfte, Polizeibeamte und Feuerwehrleute. Der Tourismus, die Gastronomie, Schulen und der Öffentliche Personennahverkehr seien keine Pandemie-Treiber.

Um Datenlücken zu schließen und die wichtigsten Fragen zu beantworten, wurde vor zwei Jahren die größte norddeutsche Studie zur Verbreitung des SARS-CoV-2 in der Bevölkerung ins Leben gerufen. Dem öffentlichen Aufruf zur Teilnahme an der Studie folgten über 7000 Lübecker, die sich mittels App für die Studie registrierten. Rund 3000 Menschen, die rund ein Prozent der Bevölkerung im Einzugsgebiet repräsentieren, wurden in die Studie eingeschlossen. Über einen Zeitraum von einem Jahr, das zwei Lockdown-Phasen mit Unterbrechung durch Lockerungsmaßnahmen umfasste, wurden an sieben Untersuchungszeitpunkten rund 20.000 PCR- und Antikörpertests und mehr als 90.000 detaillierte App-basierte Datensätze zu Symptomen, Mobilität, pandemiebezogenem Verhalten und Lebensqualität erfasst.

Insgesamt 3,5 Prozent der Studienteilnehmer waren nach einem Jahr Antikörper positiv und/oder hatten ein positives PCR-Testergebnis - weit weg von einer Herdenimmunität. Das höchste Risiko einer SARS-CoV-2 Infektion war bei Personen des Gesundheitswesens zu beobachten, insbesondere bei Pflegepersonal, aber auch bei Polizei und Feuerwehr.

Erstaunliches ergab die Analyse der vermeintlichen Infektionstreiber: Im Rahmen der ELISA-Studie zählten weder der massive Touristenzustrom im Sommer noch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, Restaurantbesuche oder Schulen zu den Pandemietreibern im Norden. Der stärkste Risikofaktor war der Kontakt zu COVID-19-Infizierten.

Einen Zusammenhang konnte die Studie zwischen dem Rückgang der Nutzung von öffentlichen Erholungsgebieten nach dem Sommer und dem Anstieg der SARS-CoV-2-Infektionen aufdecken, vermutlich durch vermehrte Aktivitäten in Innenräumen.

Durch das einzigartige Studiendesign konnte der Forschungsverbund zeigen, dass intensive Testungen für das Einschätzen der tatsächlichen Infektionsrate notwendig sind und dass Lockerungen von Lockdown-Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen werden können.

Die Studie wird aktuell um einen weiteren Untersuchungszeitpunkt erweitert. Um ein mögliches Wiederaufflammen der Corona-Pandemie im Herbst untersuchen zu können, bemüht sich die Studiengruppe derzeit um eine weitere Verlängerung der ELISA-Studie. Die Studienteilnehmer sind erneut zur Unterstützung aufgerufen. Im Fokus liegt nun die Analyse der Antikörper und ihrer Stabilität, die nach Impfung und/oder Erkrankung gebildet werden. Die zukünftigen Ergebnisse sollen zusätzlich Aufschluss darüber geben, wie sich die Pandemie in Bezug auf Infektionszahlen und mögliche neue Virusvarianten im Spätsommer und Herbst weiterentwickelt.

Vor zwei Jahren wurde die Studie gestartet. Foto: VG/Archiv

Vor zwei Jahren wurde die Studie gestartet. Foto: VG/Archiv


Text-Nummer: 151180   Autor: Uni/red.   vom 20.04.2022 um 16.32 Uhr

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