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Völkerkunde zeigt heilige Zeichen und brisante Objekte

Lübeck - Innenstadt: Heilige Zeichen – Brisante Objekte“ heißt die zweite der drei Ausstellungen der Lübecker Völkerkundesammlung im Jahr 2022, die sich auf der Grundlage der rund 3.500 Kunstwerke aus dem Nachlass des 2020 verstorbenen Kieler Afrika-Sammlers Bernd Muhlack dem Thema Afrika widmet. In der Ausstellung in den Räumen des St. Annen-Museums soll es vom 23. April bis zum 17. Juli um die Vielfalt religiöser Praktiken auf dem afrikanischen Kontinent gehen.

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Zu sehen sind 120 Masken, Skulpturen, Amulette und Ikonen, die einen Eindruck der zahlreichen Traditionen von Maskentänzen, Reliquienkulten, Geisterglauben und Ahnenverehrung vermitteln. Auch Einblicke in die weit zurückreichenden christlichen, islamischen und jüdischen Traditionen werden gegeben. Den Auftakt des „Afrika-Jahres“ machte im Januar die Sonderausstellung „Macht und Magie – Tiere in den afrikanischen Kulturen“ der Völkerkundesammlung in Kooperation mit dem Museum für Natur und Umwelt, die aufgrund des großen Interesses der Besucher nun bis 24. Juli verlängert wurde. Ab dem 2. September schließlich wird im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk unter dem Titel „Afrika in Lübeck – eine Spurensuche“ das Thema des Kolonialismus aufgegriffen und hinterfragt, welche Rolle Lübeck dabei spielte.

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Die Sonderausstellung „Heilige Zeichen – Brisante Objekte“ zeigt Skulpturen von Gottheiten (darunter auch starke, weibliche Göttinnen), Fetische, einen Altar zur spirituellen Energiegewinnung aus der Natur, ein vom Meisterschnitzer Areogun von Osi-Ilorin der westafrikanischen Yoruba gefertigtes Gefäß zum Aufbewahren von Utensilien eines Wahrsagers und Masken, darunter das wertvollste Stück aus dem Nachlass, die Maske eines Insektengottes der Batcham in Kamerun.

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Dass Afrika auch von einer Fülle islamischer und jüdischer Traditionen geprägt ist und beide scheinbar unversöhnliche Glaubensrichtungen im afrikanischen Volksglauben oft verschmolzen sind, wird anhand der ausgestellten Objekte ebenfalls schnell deutlich: Tafeln der Hausa in Nigeria vereinen Grundlagen islamischer Lehre mit mystischen Symbolen der jüdischen Kabbala, Amulette aus nordafrikanischen, jüdischen Silberschmieden stellen islamische Schutzzeichen dar oder vermengen diese mit ursprünglich jüdischen Symbolen wie dem Davidsstern. Aber auch das Christentum wurde nicht erst durch den Kolonialismus nach Afrika gebracht, sondern blickt in Ägypten und Äthiopien auf eine rund zweitausendjährige eigenständige Entwicklung zurück. Gerade die äthiopische Kirchenkunst regt mit ihren gleichsam vertrauten und unbekannten Formen und Inhalten zu interkulturellen Vergleichen an und macht deutlich, dass das Christentum keine europäische „Erfindung“, sondern buchstäblich eine Weltreligion ist. Daher sind in der Ausstellung beispielsweise eine Reihe äthiopischer Heiligenbilder zu sehen, unter anderem aus der Sammlung des ersten deutschen Botschafters im Land.

Website „Afrika in Lübeck“

Zur Eröffnung der Ausstellung am 22. April geht die Website afrika-in-luebeck.de online. Auf dieser können Interessierte die multikulturelle Stadtgeschichte Lübecks sowie die historischen und heutigen Verbindungen zum afrikanischen Kontinent erforschen. Sie sind eingeladen, eigene Erlebnisse und Erfahrungen zu Lübeck und Afrika zu teilen und als Text, Bild, Videos oder Sounds auf einer Karte der Stadt zu verorten.

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Vernissage

Die Ausstellung „Heilige Zeichen – Brisante Objekte“ wird am Freitag, 22. April, um 18 Uhr im St. Annen-Museum eröffnet. Der Leitende Direktor der Lübecker Museen Prof. Dr. Hans Wißkirchen und die Leiterin des St. Annen-Museums Dr. Dagmar Täube sprechen Grußworte. Sabine Kößling, Stabsstelle Digitalisierung der Lübecker Museen, stellt das digitale Projekt „Afrika in Lübeck“ vor. Im Anschluss gibt der Leiter der Völkerkundesammlung Dr. Lars Frühsorge eine Einführung in die Ausstellung. Musikalisch untermalt wird der Abend von Mamoudou Diarra aus Burkina Faso und Kirstin Spieler. Die Teilnahme beträgt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, für Kinder 2,50 Euro.

Der Leiter der Völkerkundesammlung Dr. Lars Frühsorge zeigt religiöse Objekte aus Afrika. Fotos: JW

Der Leiter der Völkerkundesammlung Dr. Lars Frühsorge zeigt religiöse Objekte aus Afrika. Fotos: JW


Text-Nummer: 151204   Autor: Museen/red.   vom 21.04.2022 um 13.40 Uhr

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