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Willy-Brandt-Haus erinnert an gescheiterte Abwahl

Lübeck: Mit zwei Veranstaltungen und einem Video erinnert das Willy-Brandt-Haus Lübeck an das konstruktive Misstrauensvotum gegen Willy Brandt am 27. April 1972. Nach Übertritten mehrerer SPD- und FDP-Abgeordneter zur Opposition glaubte der CDU-Vorsitzende Rainer Barzel eine Mehrheit im Bundestag zu haben. Durch ein konstruktives Misstrauensvotum wollte er Bundeskanzler Willy Brandt stürzen.

„Gespannt verfolgten damals Millionen Deutsche die Debatte und die Abstimmung am Radio oder vor dem Fernseher“, erklärt Dr. Bettina Greiner, Leiterin des Willy-Brandt-Hauses. Völlig unerwartet scheiterte Barzel, dem zwei Stimmen fehlten. Gerüchte über Bestechung machten die Runde. Heute wissen wir, dass die DDR zwei Abgeordneten der CDU/CSU je 50.000 DM gezahlt hat, damit Brandt Kanzler bleibt.

Am 27. April 2022 um 18 Uhr beleuchtet der Dokumentarfilm „Die Geheimnisse des schönen Leo“ (D 2019) die Hintergründe der Abstimmung. Leo Wagner war Mitbegründer der CSU, Bundestags-Abgeordneter in Bonn und enger Vertrauter von Parteichef Franz-Josef Strauß. Was erst Jahre später bekannt wird: Wagner gehörte 1972 zu jenen Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion, die nicht für Rainer Barzel votierten und somit zum Scheitern des Misstrauensvotums gegen Willy Brandt beitrugen. Der Film wird im KoKi, Mengstraße 35, gezeigt. Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter 0451/122-4250.

Warum am 27. April 1972 Millionen Menschen Stunden am Radio und vor dem Fernsehen verbrachten, erklären Mirja von Borcke und Emma Schey vom Projekt „Schüler führen Schüler“ in dem Video „Game Changing: Bonn 1972“. Der Clip ist ab dem 27. April 2022 auf www.willy-brandt.de abrufbar.

Am 4. Mai 2022 um 19 Uhr stellt der Historiker Bernd Rother sein aktuelles Buch „,Willy Brandt muss Kanzler bleiben!‘ Die Massenproteste gegen das Misstrauensvotum 1972“ (Campus Verlag 2022) vor. Rother rekonstruiert erstmals die heute vergessenen Streiks und Demonstrationen, die eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Bundesrepublik darstellen. Im Anschluss spricht er mit dem Bundestagsabgeordneten Tim Klüssendorf (SPD) über parlamentarische Arbeit und Protest heute. Die Veranstaltung findet im Willy-Brandt-Haus, Königstraße 21, statt. Der Eintritt ist frei, Anmeldung unter 0451/122-4250.

Das Willy-Brandt-Haus erinnert an das konstruktive Misstrauensvotum vor 50 Jahren.

Das Willy-Brandt-Haus erinnert an das konstruktive Misstrauensvotum vor 50 Jahren.


Text-Nummer: 151240   Autor: WBH/red.   vom 24.04.2022 um 10.17 Uhr

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