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Wetter: Ungemütlicher Mai-Beginn

Lübeck: Der Mai steht vor der Tür. Im Gepäck hat er ein großes Tiefdruckgebiet und kühle Temperaturen, sagt unser Wettermann Harald Denckmann nach Auswertung der Datenlage. Dazu gibt es auch noch Schauerwetter.

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Es ist schon lustig. Nun hatten wir über Ostern herrliches Wetter, und das hält immer noch an und schon schwenkt die gesammelte Moderatoren-Riege um und fleht darum, dass endlich mal ein paar Regentropfen fallen. Ein kurzer Blick auf die bisherige Niederschlagsentwicklung im laufenden Jahr verrät nun aber, dass überbordende Panik nicht angebracht ist. Der Januar war durchschnittlich, der Februar deutlich zu nass, der März deutlich zu trocken und der April am unteren Rande von durchschnittlich. Wenn wir die bisherige Jahresmenge einmal schlicht mit drei multiplizieren, ergibt sich ein Wert von etwa 650 mm, das wäre für uns immer noch ein guter Durchschnittswert.

Das ist natürlich nur eine grobe Orientierung, aber wenn wir monatlich etwa 50 mm Niederschlag einfangen, müsste das ständige Gerede von der Trockenheit eigentlich etwas bescheidener ausfallen. Der April-Wert von etwa 40 mm wird aller Voraussicht nach aber Bestand haben. Drei Tage hat der Monat noch, von Mittwoch aus gerechnet und in denen ist so gut wie kein Niederschlag zu erwarten.

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Das derzeit vorherrschende Hochdruckgebiet ist immer noch recht stabil und so werden wir bis zum Ende des Monats trockene Verhältnisse bei moderaten Temperaturen zu erwarten haben. Nur wenn die Sonne klar durchkommen sollte, wird es etwas frühlingshafter werden. Bis zum 15. Mai sind kalte Nächte mit leichtem Bodenfrost bei klarem Himmel natürlich auch immer noch einmal drin.

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Wenn wir jetzt einmal auf die Karte schauen, erkennen wir die Verhältnisse, die sich in der ersten Maiwoche einstellen werden. Von Island aus macht sich einmal wieder ein Tiefdruckgebiet in Richtung Südskandinavien auf den Weg. Zusammen mit einem Hochdruckgebiet über den Azoren ergibt sich eine Drucklage, die uns mit frischer Luft aus den Polarregionen versorgen wird.

Nun sind wir bereits fortgeschritten im Jahr und daher bedeutet eine solche Lage nicht mehr Schneefall, aber auf Schauerwetter mit ungemütlichen kühlen Winden sollten wir uns einstellen. Diese Lage wird auch Fronten mit sich führen, die lange herbeigerufene Niederschläge mit sich bringen werden. Spätestens nach einer Woche derartiger Wetterverhältnisse werden dann die Rufe "Wann wird es endlich einmal Sommer?" ertönen, und keiner wird sich mehr darüber freuen, dass sich die Niederschlagsbilanz schließlich verbessert. Dabei kennen wir doch noch die Bauernregel: "Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Fass." Und das wäre schließlich in diesem Jahr besonders wichtig, denn die derzeitigen politischen Verhältnisse lassen schließlich eine Ernährungskrise für die ärmeren Länder dieses Planeten befürchten. Eine gute Ernte bei uns, würde natürlich helfen, die internationale Ernährungslage zu entspannen.

Kühle Luft und Nässe haben wir daher in der ersten Hälfte des Mai zu erwarten. Wie es danach weitergeht ist jetzt noch nicht abzusehen. Wäre ja schön, wenn die zweite Monatshälfte wieder etwas wärmere Winde zu uns bringen könnte. Im traditionellen Kirchenlied heißt es schließlich: "Wie lieblich ist Maien…." Wir müssen eben einfach daran glauben, immerhin gibt es eine gute Chance, dass wir dann auch erhört werden.

Der Mai kommt. Die Sonne geht. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafiken: Harald Denckmann

Der Mai kommt. Die Sonne geht. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafiken: Harald Denckmann


Text-Nummer: 151324   Autor: Harald Denckmann   vom 27.04.2022 um 18.14 Uhr

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