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Thomas Mann nimmt Gestalt an

Lübeck - Innenstadt: Bertrand Freiesleben muss sich sputen. Sein Pop-Up Atelier hat sich binnen kurzer Zeit zum Besuchermagnet entwickelt. Wenn man sich von der Beckergrube aus gegenüber dem Theater auf das Parkhaus zubewegt, sieht man ihn schon vor seiner Arbeitsstätte sitzen.

Bild ergänzt Text

Viele Passanten sprechen ihn an, wenn er dort sitzt und den Kopf von Thomas Mann nach Vorlagen modelliert, die er sich in seinem Laptop immer wieder in Form von Originalvorlagen hereinholt. Dabei bereitet ihm der Schädel im Moment noch Kopfzerbrechen. "Die Geometrie muss stimmen", erläutert er dazu. "Ich beschäftige mich in letzter Zeit vorrangig mit Geometrie und habe diesbezüglich viele Dinge herausgefunden. Letzten Endes arbeite ich noch an der Wirkung, die ich erzielen möchte."

Ein paar Tage hat er noch Zeit, Thomas Mann in seinem Sinne zu verändern, danach muss er sich gleich Willy Brandt widmen. Vorher, am Donnerstag, kommt noch Kunstlehrer Ingo Bruweleit mit seiner Klasse von der Thomas-Mann-Schule vorbei. Der Künstler freut sich bereits darauf, mit den Schülern über das Thema Orientierung im Leben und Vorbilder zu sprechen, und ist gespannt auf die Wahrnehmungen der Jugendlichen von seiner Thomas Mann Interpretation.

Die drei Lübecker Nobelpreisträger waren solche Vorbilder für ihn und er hatte schon lange die Idee, diesen optischen Dreiklang zu verwirklichen. Willy Brandt war für ihn in seiner Jugend richtungsweisend, Thomas Mann hat ihn mit Dr. Faustus beeindruckt und Günter Grass hätte er gern noch während seiner Lebenszeit modelliert, was er leider nicht realisieren konnte.

Ein Auftraggeber ermöglichte jetzt die Verwirklichung des ambitionierten Projektes und die Lübecker Öffentlichkeit wird die Ergebnisse des Schaffensprozesses auch bestaunen können. Am Ende des Projektes gibt es eine Ausstellung mit Resumé und für die Lübecker Nacht der Museen ist auch bereits eine Präsentation in der Planung.

Bis dahin können ihn aber die interessierten Lübecker jederzeit weiterhin bei seiner Arbeit besuchen. Es ist die Wechselwirkung, die ihn besonders an diesem Projekt reizt. "Auf der einen Seite entstehen durch Gespräche immer wieder Pausen", berichtet er. "Auf der anderen Seite erhalte ich von den Lübeckern auch wertvolle Anregungen, die sich auf den Schaffensprozess auswirken."

Dabei spürt man seine Begeisterung. Das Pop-Up Atelier im Parkhaus ist für ihn bereits jetzt ein absolut gelungenes Experiment.

Im Original-Ton hören Sie ein Interview von Harald Denckmann mit Bertrand Freiesleben.

Bertrand Freiesleben arbeitet aktuell an Thomas Mann. Fotos, O-Ton: Harald Denckmann

Bertrand Freiesleben arbeitet aktuell an Thomas Mann. Fotos, O-Ton: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 151477   Autor: Harald Denckmann   vom 04.05.2022 um 16.20 Uhr

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