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Fraktion21: Quo vadis, Pflege in Lübeck?

Lübeck: Archiv - 12.05.2022, 10.13 Uhr: Der 12. Mai als internationaler Tag der Pflegenden steht in diesem Jahr unter dem Motto "In die Pflege investieren – Rechte respektieren für globale Gesundheit". Dieses Motto nimmt die Fraktion21 zum Anlass, den Bedarf für die "Pflegestadt" Lübeck aufzuzeigen. Es müssten tragfähige Konzepte entwickelt werden, um die Hansestadt Lübeck perspektivisch als hochwertigen Pflege-Standort zu sichern.

Hierzu erklärt der gesundheits- und pflegepolitische Sprecher der Fraktion21, Marco Sander, der selbst langjährig als Altenpfleger und nunmehr als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln tätig ist:

(")Bereits 2020 wurde laut der Pflegebedarfsplanung 2017 – 2030 der Hansestadt Lübeck ein Anstieg vom Menschen mit Pflegebedarf prognostiziert. Diese Tendenz gilt auch für ambulant versorgte Menschen. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines bereits seit Jahren bestehenden Pflegepersonalmangel, der durch die aktuelle einrichtungsbezogene Impfpflicht im Gesundheitswesen zusätzlich verschärft wurde. Derzeit arbeiten bundesweit rund 600.000 Beschäftigte und davon mehrheitlich Frauen, unmittelbar in der Heimpflege, davon ist fast die Hälfte 50 Jahre und älter. In Prognosen wird von einer Personallücke von mindestens 307.000 Pflegenden bis zum Jahr 2035 ausgegangen.

Die damit verbundenen Herausforderungen gelten auch für Lübeck. Deswegen ist zeitnahes und umsichtiges Handeln geboten. Denn Pflege betrifft uns Alle und geht uns Alle an - nicht nur am Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai. Es wird Zeit, die Thematik Pflege auch in der Hansestadt Lübeck mit Priorität zu behandeln. Ein Beispiel hierfür könnte die Schaffung einer Stelle der/des Pflegebeauftragten der Hansestadt Lübeck sein, um bereits bestehende Synergien zu bündeln und die pflegerische Versorgung in und um Lübeck zu sichern.

Hierzu sind in einer gemeinsamen Anstrengung von Politik, Verwaltung, Interessenverbänden und Gewerkschaften wirksame Konzepte zu entwickeln und zu implementieren. Als Grundlage für die Erarbeitung solcher Konzepte hat die Fraktion21 einen umfangreichen Fragenkatalog zu unterschiedlichen Themenkomplexen erarbeitet.

Neben der Frage nach dem Umgang mit der sogenannten "einrichtungsbezogenen Impfpflicht" für Einrichtungen des Gesundheitswesens bei einem möglicherweise drohenden Personalengpass stehen auch Fragen hinsichtlich der digitalen Teilhabe und des flächendeckenden Internetzugangs der SeniorInneneinrichtungen der Hansestadt Lübeck sowie die Schaffung verkehrsberuhigter Zonen für städtische und weitere Pflegeeinrichtungen im Fokus des Fragenkatalogs der Fraktion 21. Ebenso beinhaltet der Fragenkatalog Anregungen zur Verbesserung der Attraktivität der Hansestadt Lübeck als Arbeitgeber und Pflegeanbietern. Weitere Fragen zielen darauf ab, zu klären, mit welchen Pflege-Service-Angeboten der Pflegstandort Hansestadt die Hansestadt Lübeck aufgewertet werden kann(").

Die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion21, Anka Grädner, ergänzt:

(")Seit Jahren wird in Lübeck über die jährlichen Defizite der städtischen Pflegeeinrichtungen diskutiert. Unter dem Titel "Vision 2030" wurde in 2019 das Vorhaben der Verwaltung angekündigt, die sieben städtischen Seniorenheime fit für die Zukunft zu machen - vom Umsetzungsstand war allerdings bisher wenig zu hören. Das Thema Pflege in Lübeck gehört - insbesondere wegen der Zuspitzung durch die Pandemie - dringend auf den Tisch. Der Bevölkerungsanteil im Alter über 65 beträgt in Lübeck bereits fast 25 Prozent.

Eine ausreichende Pflegeinfrastruktur mit hoher Qualität - und zwar in kommunaler Regie - darf nicht durch Verschleppen verspielt werden. Wir dürfen diesen wichtigen Teil der kommunalen Daseinsvorsorge nicht dem privaten Markt überlassen, der mit Gewinnerzielungsabsichten und ohne Tariflöhne die Problematik dramatisch verschärfen wird.(")

Marco Sander und Anka Grädner warnen davor, dass sich die Problematik weiter verschärfen werde. Foto: Fraktion21

Marco Sander und Anka Grädner warnen davor, dass sich die Problematik weiter verschärfen werde. Foto: Fraktion21


Text-Nummer: 151614   Autor: Fraktion21/Red.   vom 12.05.2022 um 10.13 Uhr

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