Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Das Holstentor durch das Loch gesehen

Lübeck: Archiv - 19.05.2022, 14.38 Uhr: Seit zwei Wochen stehen zwei große Container vor dem Holstentor. Sie bilden eine "Camera obscura". Ab Samstag können Besucher erleben, wie die Lock-Kamera das Lübecker Wahrzeichen abbildet. Der Künstler Martin Streit hat aber auch weitere Bilder mit einer tragbaren Camera obscura gemacht, die in St. Annen ausgestellt sind.

Bild ergänzt Text

Bei der Camera obscura handelt es sich um die Vorläuferin aller Kameras, der ein optisches Prinzip zugrunde liegt, das seit der Antike bekannt ist. Sie wiederholt im Prinzip die Wahrnehmung des menschlichen Auges: Fällt durch eine Lochblende oder Linse Licht in einen ansonsten dunklen Raum, so erzeugt es auf dessen gegenüberliegender Fläche ein seitenverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Abbild. Das menschliche Gehirn stellt dabei allerdings im Gegensatz zur Camera obscura die spiegel- und seitenverkehrten Bilder wieder richtig.

Bild ergänzt Text

„Zudem habe ich in meiner Lichtkammer bewusst auf jegliche Form von Spiegeln oder Linsen verzichtet und lediglich in der Außenwand der Installation ein Loch von ein bis zwei Zentimetern Durchmesser gelassen, durch das das Tageslicht in den Innenraum dringt“, erklärt Martin Streit sein Objekt. „Das Holstentor wird dadurch in eine poetische Bildsprache transformiert und genau diese Verfremdung ist es, wodurch das weltbekannte Bauwerk neu gesehen werden kann.“

Bild ergänzt Text

Die Camera obscura hat eine Gesamtgröße von 13,60 Metern Länge, 2,40 Metern Breite und eine Höhe von 5,20 Metern und wiegt rund 13 Tonnen. Bei der Installation handelt es sich um einen kleinen begehbaren Raum, der im Inneren vollkommen dunkel ist. Die Augen brauchen deshalb einige Minuten, bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnt haben.

Bild ergänzt Text

Die Kamera war auch schon vor dem Kölner Dom aufgestellt. In Lübeck war Martin Streit mit einer kleineren Kamera unterwegs. Die Bilder sind im St. Annen Museum ausgestellt.

Die Eintrittskarten für die Camera obscura können für vier Euro pro Person im Museum Holstentor und im St. Annen-Museum erworben werden. Es dürfen sich maximal zehn Personen gleichzeitig in der Lichtkammer aufhalten. Das Kunstwerk und die Ausstellung bleiben bis zum 28. August in Lübeck.

Eröffnung

Die Ausstellung wird am Freitag, 20. Mai, eröffnet. Von 16 bis 17 Uhr kann die Camera obscura vor dem Holstentor mit musikalischer Einstimmung besucht werden, bis schließlich um 18 Uhr im St. Annen-Museum die feierliche Eröffnung stattfindet. Um Anmeldung für beide Stationen wird gebeten unter mq@luebeck.de oder telefonisch unter 0451/122-4134.

Im Original-Ton hören Sie Dr. Dagmar Täube, Leiterin der Kunsthalle St. Annen, zum Projekt.

Martin Streit möchte mit der Verfremdung eine neue Sichtweise auf das Holstentor ermöglichen. Fotos: JW

Martin Streit möchte mit der Verfremdung eine neue Sichtweise auf das Holstentor ermöglichen. Fotos: JW


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 151782   Autor: Museen/JW   vom 19.05.2022 um 14.38 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.