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Jeder Einzelne kann die Welt verändern

Lübeck: Archiv - 25.06.2022, 08.47 Uhr: Pastorin i.R. Ellen Naß widmet ihre Gedanken zum Wochenende dem Predigttext in den evangelischen Gottesdiensten am Sonntag. Dabei steht die Geschichte des Propheten Jona im Mittelpunkt, der von einem großen Fisch verschluckt wurde.

Die meisten Menschen kennen die Geschichte vom Propheten Jona, zumindestens in Teilen. Er wurde von einem großen Fisch verschlungen, war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches, dann ließ Gott ihn wieder ausspucken, an Land und in Sicherheit. Morgen ist ein Teil davon Text für die Predigt.

Natürlich gibt es keinen solchen Fisch. Niemand würde so lange im Magen eines Tieres überleben, allein schon wegen der Magensäure. Aber die Erzählung von Jona ist auch kein Tatsachenbericht, sondern eine Novelle, mit der eine Wahrheit, eine Tatsache verdeutlicht werden soll. Die Fragen, die diese Novelle aufwirft, haben auch noch heute für uns ihre Gültigkeit.

Jona war Israelit und gehörte damit zum Volk Gottes. Das war für ihn so selbstverständlich, wie es für uns selbstverständlich ist, dass wir einem christlichen Kulturkreis angehören. Das Auffallende ist, dass er trotzdem immer genau das Gegenteil von dem tut, was Gott von ihm will.

Er soll nach Ninive gehen und den Menschen dort sagen, dass ihre Stadt zerstört werden wird, wegen ihrer Bosheit. Ninive ist genauso übertrieben groß wie der Fisch – 3 Tagesreisen bis zur Stadtmitte, das wären dann mindestens 120 km Durchmesser, völlig unmöglich zu damaligen Zeiten. Er flieht vor dieser Aufgabe, wird dann aber doch von Gott dahin gebracht, sie zu erfüllen. Unterwegs erkennen noch ein paar Seeleute, dass Gott der mächtige Gott ist und nicht ihre Götter es sind.

In Ninive geschieht das schier Unglaubliche: Die Menschen dort nehmen die Warnung Jonas ernst. Sie fangen an, in Sack und Asche zu gehen und zu fasten, um das Unheil abzuwenden. Als der König davon hört, befiehlt er ein allgemeines Fasten, für alle Bewohner Ninives und alle Tiere. Wir erfahren nie, worin die Bosheit Ninives eigentlich bestand, wir erfahren nicht – außer Fasten und in Sack und Asche zu gehen – worin die Besserung bestand, aber es genügt Gott. Er überlegt es sich wieder anders.

Manchmal kommen wir uns klein und unbedeutend vor, denken, als Einzelne könnten wir nichts verändern. Dabei erleben wir gerade, wie sehr einzelne Menschen die Welt beeinflussen und verändern können – im Guten wie im Schlechten. Man kann mächtig werden und einen Krieg anfangen oder „nur“ die Freiheiten der Bewohner beschneiden - oder man kann sich zum Beispiel für das Klima einsetzen, eine weltweite Bewegung ins Leben rufen als kleine Schülerin eines kleinen Landes, kann für Freiheit kämpfen und für Minderheiten.

Ninive tut Buße. Auch als kleiner Teil einer großen Menge kann man etwas verändern. Weil die Bewohner Buße tun, wird der König aufmerksam, befiehlt er es für alle. Jona war erfolgreich, und doch ist er unzufrieden, weil er von vornherein wusste, dass Gottes sich anders überlegen würde. Gott gibt uns Chancen, immer und immer wieder. Er gibt Jona, der seine Zugehörigkeit zum Volk Gottes als selbstverständlich nahm und sich nicht weiter darum kümmerte, immer wieder neue Möglichkeiten, Ihm gehorsam zu sein, gibt den Seeleuten und den Menschen in Ninive die Chance, ein neues und besseres Leben anzufangen.

Wir müssen nur – anders als Jona - hören auf das, was Er zu uns sagt, und dann anfangen zu handeln. Auch wenn es keinen so großen Fisch gibt und keine so große Stadt gab, diese Wahrheit galt damals und gilt heute.

Pastorin i.R. Ellen Naß sieht in der biblischen Erzählung den Aufruf, dass jeder Mensch die Welt ein bisschen verändern kann.

Pastorin i.R. Ellen Naß sieht in der biblischen Erzählung den Aufruf, dass jeder Mensch die Welt ein bisschen verändern kann.


Text-Nummer: 152444   Autor: red.   vom 25.06.2022 um 08.47 Uhr

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