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Geflügelpest: Ministerium ruft zur Vorsicht auf

Schleswig-Holstein: Archiv - 16.07.2022, 09.03 Uhr: Im Kreis Schleswig-Flensburg ist die Geflügelpest in einer Geflügelhaltung mit rund 12.500 Gänsen und Masthähnchen festgestellt worden. Nachdem das Landeslabor Schleswig-Holstein am Freitag bei entnommenen Proben das aviäre Influenzavirus des Subtyps H5 nachgewiesen hatte, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bereits am Freitagabend eine Infektion mit dem Geflügelpestvirus des Subtyps H5N1 bestätigt.

Die rechtlich vorgeschriebene tierschutzgerechte Tötung des Bestandes und die fachgerechte Entsorgung der Tiere erfolgen. Hiervon ist auch ein weiterer Betrieb mit rund 5.600 Gänsen betroffen.

Anlässlich des aktuellen Falles ruft das Ministerium für Landwirtschaft, Ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) zur Einhaltung der landesweit geltenden Biosicherheitsmaßnahmen auf. Der Appell gilt allen Geflügelhalterinnen und Geflügelhaltern, wachsam zu bleiben und zum Schutz der eigenen Tiere alle betrieblichen Biosicherheitsmaßnahmen kritisch zu prüfen - wo nötig zu optimieren und konsequent umzusetzen. Es gelte den direkten und indirekten Kontakt von Hausgeflügel und Wildvögeln zu vermeiden und die in der Geflügelpest-Verordnung für alle Geflügelhalterinnen und –halter vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen umzusetzen.

Hierzu gehört unter anderem, dass Tiere nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden dürfen. Zudem darf kein Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere genutzt werden, zu dem auch Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen das Geflügel in Berührung kommen kann, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Bei erhöhten Tierverlusten im Bestand oder klinischen Anzeichen, die auf Geflügelpest schließen lassen, ist zudem eine veterinärmedizinische Untersuchung vorgeschrieben. Nur so kann ein unklares Krankheitsgeschehen im Bestand abgeklärt und das Vorliegen einer Infektion mit Geflügelpestviren ausgeschlossen werden.

Zusätzlich hat das Landwirtschaftsministerium bereits am 23. November 2021 eine für alle privaten und gewerblichen Halterinnen und Halter landesweit verbindliche Allgemeinverfügung über Biosicherheitsmaßnahmen erlassen. Dort wird unter anderem vorgegeben, dass in den Haltungen gesonderte Schutzkleidung inklusive getrenntem Schuhwerk getragen werden muss. Alle Geflügelhaltungen müssen zudem vor den Eingängen zu den Stallungen Desinfektionsmatten oder -wannen zur Schuhdesinfektion einrichten. Personen müssen unmittelbar vor Betreten der Haltung ihre Hände waschen und desinfizieren. Transportmittel wie Fahrzeuge und Behältnisse sind nach jeder Verwendung unmittelbar zu reinigen und zu desinfizieren. Auch ist die Aufnahme von Geflügel über Märkte, Börsen oder den mobilen Handel verboten.

Um den Ausbruchsbetrieb wird zudem eine Sperrzone eingerichtet, die aus einer Schutzzone von mindestens drei und einer Überwachungszone von insgesamt mindestens zehn Kilometern um den Betrieb besteht. In diesen Zonen gelten bestimmte rechtliche Vorgaben für Geflügelhaltungen. Diese umfassen unter anderem ein Verbringungsverbot für lebendes Geflügel.

Landwirtschaftsministerium ruft in Schleswig-Holstein zur Einhaltung der Biosicherheit auf.

Landwirtschaftsministerium ruft in Schleswig-Holstein zur Einhaltung der Biosicherheit auf.


Text-Nummer: 152845   Autor: MLLEV   vom 16.07.2022 um 09.03 Uhr

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