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Gedanken zum Wochenende: Kehrt um!

Lübeck: Pastorin i.R. Ellen Naß stellt die biblische Erzählungen um den Propheten Elia in den Mittelpunkt ihrer Gedanken zum Wochenende. Ihr Fazit: Damals wie heute kommen die Menschen nicht zur Einsicht, das notwendige zu tun.

Einige meiner Lieblingsgeschichten im Kindergottesdienst waren die Erzählungen um den Propheten Elia. Er lebte vor vielen Jahrhunderten in Israel, seine Gegenspieler waren der König Ahab mit seiner Frau Isebel.

Im Moment muss ich viel an ihn denken, denn Elia drohte dem Land eine große Dürre an, keinen Regen über mehrere Jahre und eine große Hitze, so, wie wir sie in der letzten Woche erlebt haben. Und wie wir auch, haben die Menschen damals überlegt, warum sie so Schreckliches erleben mussten, warum es Hunger und Durst gab und keinen Regen.

In den Anfangszeiten des Staates Israel waren sich die Israeliten nicht sicher, ob ihr Gott wirklich zuständig und kompetent war für Landwirtschaft und Ackerbau. In der Wüste, während der Nomadenzeit war er gut gewesen – aber als Sesshafte waren sie ich nicht mehr sicher, ob er da auch stark war. Die Menschen, die dort schon länger lebten, hatten andere Götter und Göttinnen, die viel besser zu sein schienen und sich überdies mit dem Land und Landwirtschaft auskannten.

Deshalb kam es immer wieder vor, dass diese einheimischen Götter und Göttinnen angebetet wurden. Isebel war eine einheimische Prinzessin, und deshalb hat Ahab besonders eifrig diesen Göttern gedient, hat ihnen Altäre errichtet, sie angebetet.

So wie wir heute nach Gründen für diese trockenen und heißen Zeiten suchen, so suchten auch die Menschen damals danach. Wir haben ja gerne eine Erklärung für alles. Damals wussten sie nichts von Erderwärmung, von Klimawandel, von CO2 in der Luft – sie glaubten, so eine lange regenlose Zeit wäre eine Strafe Gottes. Und wie bei uns auch, haben bestimmt nicht der König und seine Königin und die Reichen gehungert und gedürstet, sondern eher die Armen. Das fand ich schon als Kind besonders unfair, denn was die dachten, sagten und taten war eher unwichtig.

Elia wird bewahrt – erst versorgt Gott ihn an einem Bach durch Raben, dann trifft er auf eine Witwe, die ihre letzten Lebensmittel aufbrauchen will, bevor sie und ihr Sohn verhungern, Gott bewahrt sie alle drei. Aber vielen anderen ging es nicht so gut.

Trotzdem kommen die Menschen und die Mächtigen nicht zur Einsicht. Auch da hat sich wenig geändert. Wenn ich zum Beispiel die Energiespartipps höre – die höre und beherzige ich seit fast 40 Jahren. Anscheinend hat sich wenig geändert. Wir wissen, was Flächenversiegelung, Klimaanlagen, mehr Verkehr, Plastik und und und unserer Erde antun – und trotzdem machen wir weiter, wird es sogar mehr. Manchmal bleibt einem auch gar nichts anderes übrig, aber vieles könnte man ändern. Ich denke da als Möglichkeit an die Steingärten, die man bepflanzen könnte, sparsamere Autos, langsameres Fahren, weniger Plastiktüten.

Aber selbst als Elia dem König und den Menschen eindeutig beweist, dass Gott verantwortlich ist für Dürre und Regen – die Trockenheit endet auf sein Gebet hin mit einem riesigen Gewitter und Platzregen, wie auch heute noch oft – kehrt niemand um. Es wird weitergelebt wie bisher, Elia wird sogar verfolgt und bedroht. Anscheinend ist Umkehr, Neuorientierung, für uns Menschen wirklich schwierig. Trotzdem hält Gott nicht nur zu Elia, sondern auch zu Seinen Menschen.

Deshalb können wir – trotz Hitze, trotz Klimawandel – getrost in die Zukunft blicken und gehen. Allerdings sollten wir auf Gott hören – und alles tun, damit die Zeiten besser werden, verzichten, arbeiten, uns kümmern, überlegen und umsetzen, wie man das Klima verbessern kann, Seinen Ruf zur Umkehr hören und befolgen.

Die Erzählungen stehen in der Bibel, 1. Könige 17 und 18, falls jemand nachlesen möchte.

Pastorin i.R. Ellen Naß stellt die mangelnde Einsichtsfähigkeit in den Mittelpunkt ihrer Gedanken zum Wochenende.

Pastorin i.R. Ellen Naß stellt die mangelnde Einsichtsfähigkeit in den Mittelpunkt ihrer Gedanken zum Wochenende.


Text-Nummer: 152965   Autor: red.   vom 23.07.2022 um 08.56 Uhr

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