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Arbeitsagentur überreicht Zertifikat: Ausbildung lohnt sich

Lübeck: Archiv - 23.07.2022, 13.51 Uhr: "Ausbildung lohnt sich: für die Unternehmen, die damit ihre Fachkräfte finden. Und für die jungen Menschen, denen sich Perspektiven und Karrierewege eröffnen", so die Arbeitsagentur Lübeck. Seit 2007 verleiht die Agentur für Arbeit Lübeck Ausbildungszertifikate und würdigt Unternehmen, die sich in Lübeck und Ostholstein für die Fachkräftesicherung stark machen.

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Eines der Unternehmen, das mit dem Ausbildungszertifikat ausgezeichnet wird, ist der Friseur Josupeit aus Lübeck. Seit Eröffnung des Familienbetriebes 1967 wird hier ausgebildet. Diese Tradition führt Friseurmeisterin Sandra Josupeit, seit sie das Geschäft 2001 übernommen hat, weiter. Unter den elf Mitarbeitenden gibt es aktuell drei Nachwuchskräfte. Eine ehemalige Auszubildende feiert inzwischen ihr 40-jähriges Jubiläum im Betrieb. "Ausbildung ist und bleibt der Königsweg gegen den Fachkräftemangel. Und den haben wir inzwischen in vielen Branchen. Mein Dank richtet sich an alle, die engagiert und mit großer Qualität jungen Menschen berufliche Möglichkeiten bieten", erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.

„Ich höre oft von Kollegen, dass sie es stressig und zeitaufwendig finden auszubilden und die jungen Leute früher viel besser waren. Dabei ist jede Generation halt anders und auch die heutige hat Vorteile. Sie sind selbstbewusster, kennen sich gut mit Social Media aus und bringen neue Ideen ein. Ausbildung hält das Team jung. Der Mehraufwand hält sich auch in Grenzen, weil sich bei uns alle um die Azubis kümmern und ihr Wissen gerne weitergeben. Wer nicht ausbildet, verschenkt Potenziale“, findet Sandra Josupeit.

Das Friseurhandwerk liegt ihr sozusagen im Blut. Ihr Vater hat damals sogar vom Klempner zum Friseur umgeschult, um seine Frau im Geschäft zu unterstützen. In der Regel stellt Sandra Josupeit eine Nachwuchskraft jährlich ein und nutzt dabei die Vermittlung durch die Arbeitsagentur. Vereinzelt wird die Friseurmeisterin auch von der Berufsschule angesprochen und übernimmt junge Menschen, die Schwierigkeiten mit ihrem Ausbildungsbetrieb haben. Dann können es schon mal mehr als drei Auszubildende werden. Eine junge Mutter hat sie bereits in Teilzeit ausgebildet und auch Einstiegsqualifizierungen durchgeführt.

Über so ein Langzeitpraktika hat auch Sheraga Amiri den Einstieg in die Ausbildung gefunden. Der 29-Jährige ist 2013 aus Afghanistan geflüchtet und musste zunächst seine Deutschkenntnisse verbessern, um die Berufsschule zu schaffen. Seit einem Jahr ist er ausgelernter Stylist bei Josupeit und gibt an die neuen Nachwuchskräfte sein Wissen rund um Herrenhaarschnitte weiter.

"Er hat uns damals mit seiner offenen, freundlichen Art überzeugt. Wichtiger als gute Noten sind mir Schlüsselqualifikationen. Die jungen Menschen sollen extrovertiert sein und Spaß an der Arbeit mit Menschen haben, gerne handwerklich arbeiten wollen und teamfähig sein. Auch beim Alter gibt es bei mir keine Einschränkungen. Wir haben schon öfter junge Erwachsene ausgebildet, wie zum Beispiel auch gerade Mona Nabavi", berichtet die Saloninhaberin.

Die 36-Jährige ist seit fünf Jahren in Deutschland. Sie hatte schon sehr früh den Wunsch, als Friseurin zu arbeiten. Doch im Iran gab es diese Möglichkeit nicht. Nun hat sich ihr Traum erfüllt. Inzwischen ist sie im dritten Lehrjahr und ist stolz auf ihre guten Noten.

"Auch während der Corona-Lockdowns haben wir uns mit den Azubis getroffen und verschiedene Techniken an Übungsköpfen ausprobiert oder uns gegenseitig frisiert. Das war für sie eine gute Prüfungsvorbereitung. Regelmäßige Weiterbildungen durch Messebesuche, Seminare oder Salonschulungen sind bei uns Standard. Wir bieten flexible Arbeitszeiten und gute Übernahmechancen. Wer sich für diesen Beruf begeistert, kann sich auch kurzfristig noch bei uns bewerben", ergänzt Josupeit.

"Herzlichen Dank an den Friseursalon Josupeit für Ihr Engagement. Sie geben auch jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss, sogenannten Zukunftsstartern, eine Chance. Eine Ausbildungsquote von 27 Prozent belegt eindrucksvoll, wie wichtig Ihnen die Gewinnung eigener Fachkräfte ist. Diese Quote liegt weit über dem Durchschnitt aller Betriebe in der Hansestadt Lübeck (5,0 Prozent), im Land Schleswig-Holstein (5,3 Prozent) und im Bundesgebiet (4,7 Prozent)", so Markus Dusch bei der Zertifikatsübergabe.

"Ich möchte alle ausbildungsaktiven Unternehmen in Lübeck und Ostholstein bitten, in ihrer Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen. Lassen Sie keinen Ausbildungsplätze unbesetzt und geben Sie auch den auf den ersten Blick ‚schwächeren‘ Bewerbern eine Chance. Wir unterstützen Sie bei Bedarf mit Förderangeboten. Betriebe, die nicht ausbilden, möchte ich ermuntern, zum Ausbildungsbetrieb zu werden. Die demografische Entwicklung lässt sich nicht zurückdrehen. Jede Fachkraft, die jetzt nicht ausgebildet wird, fehlt in naher Zukunft am Arbeitsmarkt. Gerne unterstützen wir Sie bei der Suche nach Auszubildenden. Den Arbeitgeber-Service erreichen Sie unter der regionalen Telefonnummer 0451/588-756", bietet Dusch an.

Jugendlichen rät der Agenturchef: "Es ist noch nicht zu spät für den Start in diesem Jahr. Sie werden in vielen Branchen gebraucht und haben als ausgelernte Fachkraft die besten Aufstiegs- und Entwicklungsperspektiven. Nehmen Sie Ihre Zukunft jetzt in die Hand! Die Berufsberatung unterstützt Sie bei der Berufswahl."

In den Sommerferien können Jugendliche montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr ohne Termin die Berufsberatung in der Hans-Böckler-Straße 1, aufsuchen. Gespräche können auch unter der E‑Mail luebeck.berufsberatung@arbeitsagentur.de vereinbart werden.

Mona Nabavi kann jetzt ihren Traumberuf ausüben. Fotos: Agentur für Arbeit

Mona Nabavi kann jetzt ihren Traumberuf ausüben. Fotos: Agentur für Arbeit


Text-Nummer: 152968   Autor: Agentur für Arbeit   vom 23.07.2022 um 13.51 Uhr

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