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MIT: Bundesregierung muss sofort bei Atomstrom handeln

Lübeck: Archiv - 24.07.2022, 08.50 Uhr: Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Lübeck fordert angesichts der unsicheren Gasversorgungslage eine sofortige Entscheidung der Bundesregierung für eine Laufzeitverlängerung der Kernkraft. Sven Johannßen, Chef der MIT Lübeck, sieht die Versorgungssicherheit gefährdet.

Wir veröffentlichen die Mitteilung von Sven Johannßen im Wortlaut:

(")Selbst wenn aktuell wieder etwas Gas aus Russland fließt: Es hängt ein Damoklesschwert über „Nordstream 1“. Denn der Hahn der Gaspipeline kann jederzeit zugedreht werden – was noch im April diesen Jahres ja auch der dringenden Wunsch unserer aktuellen Bundesregierung war. Die heutige, fast dramatische Unsicherheit zeigt, wie abhängig wir alle von der russischen Gasversorgung sind. Deshalb muss die Bundesregierung jetzt auch konsequent die Laufzeitverlängerung der verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland vorbereiten - umgehend.

Die jüngsten Forderungen, zur baldigen Schaffung von Wärmestuben und Wärmehallen ist an möglicher Aussichtlosigkeit nichts mehr hinzuzufügen – die jetzt mögliche Realität schürt erneut erhebliche Ängste in der Bevölkerung.

Derzeit noch wird ein Drittel des russischen Erdgases verstromt. Kernkraftwerke können einen Teil dieser Gasverstromung ersetzen. Atomstrom ist die bedeutendste Sofortmaßnahme zur Reduzierung russischer Gasimporte. Zudem ist sie quasi klimafreundlich und wurde unter konkret diesem Gesichtspunkt seinerzeit in Deutschland installiert. Ein Verzicht auf dieses Potenzial wäre schlichtweg verantwortungslos.

Die MIT Lübeck fordert Bundesenergieminister Robert Habeck (Grüne) angesichts der Energiekrise auf, grüne Tabus und Ideologien zu überwinden. Die Verlängerung der deutschen Kernkraftwerke ist zwar nicht ganz einfach, jedoch noch technisch und personell möglich. Jetzt muss endlich auch die gesetzliche Weichenstellung erfolgen.

Die sechs noch funktionsfähigen Kernkraftwerke, die noch eine Betriebsgenehmigung haben und von denen drei noch am Netz sind, könnten zusammen 66 Terawattstunden CO2-freien Strom produzieren. Damit könnten sie gleich mehrere Gas- und Kohlekraftwerke ersetzen. Die sechs Kernkraftwerke haben 2021 genauso viel Strom produziert wie alle Photovoltaikanlagen zusammen. Jede Entlastung in der Stromerzeugung hilft. Es zählt jetzt jede Kilowattstunde.

Die Versorgungssicherheit ist hochgradig gefährdet. Es ist schwer auszumalen, was uns in den kommenden Wintermonaten droht. Die Ampel-Regierung muss jetzt handeln!(")

Sven Johannßen ist Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion in Lübeck.

Sven Johannßen ist Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion in Lübeck.


Text-Nummer: 152977   Autor: MIT/red.   vom 24.07.2022 um 08.50 Uhr

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