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Das Obst in Lübeck bekommt Sonnenbrand

Lübeck: Alarmierende Sonnenbrand-Schäden an Obst registriert aktuell der Lübecker Hanse-Obst e.V.: Äpfel und Stachelbeeren sind besonders betroffen. Der Verein rät zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen. "Noch nie haben wir in Lübeck so viel Sonnenbrand an Pflanzen beobachtet", sagt Landwirt und Obstkenner Heinz Egleder. Die hohe UV-Strahlung sei auch eine Gefahr für die Menschen.

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Junge Obstbäume sind besonders betroffen, ihr reichlicher Fruchtansatz wird teilweise komplett vernichtet. Seit Anfang Juli laufen beim Hanse-Obst-Verein und beim „Netzwerk-Streuobstwiesen“ in Schleswig-Holstein einzelne Hinweise ein, viel früher im Jahr und auch das Ausmaß der Verbrennungen ist größer. Von Heiligenhafen bis Lübeck wird über Pflanzen-Sonnenbrand geklagt. Möglicherweise ist die Ostsee-Küste besonders betroffen.

Egleder geht von einem lokalen Ozonloch aus und rät: "Wer jetzt dort ein Sonnenbad nimmt, sollte an eine Kopfbedeckung und Sonnencreme, je nach Hauttyp, mit entsprechendem Sonnenschutzfaktor denken. Noch besser: im Schatten bleiben!"

Es zeigt sich, dass die Sorten- und die Standortwahl für Obst in Zeiten des Klimawandels noch wichtiger werden, so der Experte. "Die Apfelsorte Gravensteiner beispielsweise benötigt generell einen Pflanzort mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit. Ist das gegeben, kommen die Bäume offenbar mit dem Ozonloch besser zurecht: kaum Sonnenbrand an Blättern und Früchten. Obstbäume können durch gutes Wässern mit Sonnenbrand besser zurechtkommen, auch ein Schattensegel oder ähnliches kann helfen. Vergessen wir nicht: Ursprünglich war der Standort vieler unserer Obstgehölze der Wald oder Waldrand. Hellfrüchtige Apfelsorten sind vom Sonnenbrand besonders betroffen, dazu gehört die Liebhabersorte „Gartenmeister Simon“, aber auch der „Finkenwerder Herbstprinz“, der „Holsteiner Cox“ und sogar der „Purpurroter Cousinot“ werden verbrannt. Letzterer, weil er bei der Strahlenschädigung noch grün war. Bei der zu Ende gehenden Stachelbeer-Ernte waren grüne und gelbe Sorten ebenfalls besonders geschädigt. Auch hier eine menschliche Parallele: Hautfarbe und -typ spielen bei der Gefährdung eine Rolle."

Der Tipp für Gartenbesitzer: "Im Schatten eines Apfelbaums selbst gepressten Apfelsaft genießen", rät Obstexperte Egleder, "denn Hautkrebs ist die eigentliche Gefahr." Bei Obstbäumen, die tatsächlich absterben sollten, seien Fehler bei der Sorten- und Standortwahl sichtbar. Regionale Obstsorten kommen mit dem Klimawandel eigentlich besser zurecht als die meisten der Garten- und Waldgehölze. "Wenn an der sonnenexponierten Seite Früchte abgängig sind, bleiben in diesem guten Obstjahr noch genügend andere zur Ernte."

Beim Verein Hanse-Obst gehen vermehrt Meldungen zu einer starken UV-Schädigung ein, wie bei diesem Finkenwerder Herbstprinz mit Sonnenbrand. Fotos: Hanse-Obst

Beim Verein Hanse-Obst gehen vermehrt Meldungen zu einer starken UV-Schädigung ein, wie bei diesem Finkenwerder Herbstprinz mit Sonnenbrand. Fotos: Hanse-Obst


Text-Nummer: 153085   Autor: Hanse-Obst/red.   vom 30.07.2022 um 12.08 Uhr

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