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Sonniger Walderlebnistag für die Lübecker

Lübeck - St. Gertrud: Zahlreiche Lübecker, davon sehr viele auf dem Fahrrad und mit ihren Kindern, fanden am Sonntag wieder den Weg auf die Katharineumswiese im Lauerholz bei Israelsdorf. Nach coronabedingter Pause gab es endlich wieder den beliebten Walderlebnistag, der in diesem Jahr wie gewohnt vom Bereich Stadtwald Lübeck ausgerichtet werden konnte.

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Der Bereich Stadtwald tut das immer wieder gern, denn Bewusstsein für Wert und Bedeutung des Waldes muss wachsen, und damit kann man gar nicht früh genug anfangen. Für Kinder und Jugendliche wurde dann auch viel geboten. Stockbrot vor offenem Feuer rösten war da schon einmal eine sehr attraktive Sache für Jugendliche so etwa im Pfadfinderalter.

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Bürgerschaftsmitglied Antje Jansen war natürlich auch wieder am Start. Seit Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich bei dieser schönen Sache, von deren Wert sie restlos überzeugt ist. Man findet sie immer auf der großen Wiese am Kindertisch, an dem mit großer Begeisterung naturnahes Spielzeug gebastelt wird. Ab und zu geht man denn auch mal direkt nebenan in den Wald, um lose Stöcke, alle Sorten von Zapfen und Blättern, Halme und Eicheln nachzuholen, um daraus neue Objekte zu basteln.

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Ganze Familien stehen derweil lange an, um an einer Jakobsleiter bis ganz hoch in die Baumwipfel zu klettern. Fast außer Sichtweise hängt dort eine Glocke, mit der man den Erfolg seiner Besteigung dem ganzen Wald vermelden kann. Dann kann man sich fallen lassen, denn aus Zeitgründen wird man beim Abstieg abgeseilt. "Ganz schön hoch - hätte ich nicht gedacht", sagt fast jeder, der glücklich den Waldboden wieder erreicht hat.

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Arne Brahmstädt (links) und seine 'Kaltblut' Arbeitspferde waren für viele ein ganz besonderer Anziehungspunkt. Die Pferde mit ihren stämmigen Hufen strahlen eine unglaubliche Ruhe aus und man muss sie einfach mögen, wenn sie so gelassen in ihrem Arbeitsgeschirr dort stehen. Morgens gibt es einen Hustenbonbon und dann geht es in den Wald aus dem Baumstämme schonend herausgezogen werden. "Sie finden den Weg allein", erklärt Arne den Lübeckern und verletzen dabei weder den empfindlichen Waldboden noch andere Bäume und Sträucher.

Hier hören Sie ein Interview mit Arne Brahmstädt:

Bereichsleiter Knut Sturm durchstreift mit seinem Hund immer einmal wieder das gesamte Geschehen. Früh am Morgen zur Eröffnung war auch Senator Ludger Hinsen bereits dabei und hat sich in einem ausführlichen Rundgang einen Überblick verschafft. Durch die vielen Berichte und Dokumentationen über den kritischen Zustand der Wälder ist das Interesse am Wald spürbar gewachsen, bemerkt auch Knut Sturm. Nicht ohne Stolz kann er darauf verweisen, dass der Lübecker Stadtwald bereits seit Jahren in die richtige Richtung entwickelt wurde und weltweit als Beispiel für "best practice" in der naturnahen Waldwirtschaft gilt. Dürre und Brände stellen die Wälder derzeit auf eine hohe Balastungsprobe, aber der Lübecker Stadtwald ist diesbezüglich hervorragend aufgestellt. Knut Sturm und sein Vorgänger Lutz Fähser gelten in diesem Zusammenhang als international anerkannte Experten für naturnahe Waldbewirtschaftung.

Einen besonderen Dank hat Knut Sturm in diesem Jahr aber auch den Lübecker Waldbesuchern ausgesprochen. Seit dem Frühjahr wurden Teile des Waldes gesperrt, um dem sehr störungsempfindlichen Seeadler im Lauerholz die Brut zu ermöglichen. Die meisten Spaziergänger wussten, wo der Adler brütet, das hatte sich schnell herumgesprochen. Das führte aber nicht zu einem Adler-Tourismus, sondern das Gegenteil trat überraschenderweise ein. Man wies sich gegenseitig darauf hin, in der Nähe des Horstes Ruhe zu halten und gerade mit Hunden schnell Abstand zu nehmen. Der Erfolg stellte sich nach Monaten ein. An den Aussichtspunkten des Schellbruchs kann man jetzt mit Glück das Adlerpaar samt Nachwuchs beobachten. Nach etlichen Fehlschlägen der Vergangenheit ein schöner Erfolg, an dem die Lübecker Bevölkerung in hohem Maße beteiligt ist, freute sich Knut Sturm über dieses schöne Beispiel von Wertschätzung der Natur. Ein Interview mit Knut Sturm hören Sie unterhalb des Bildes.

Knut Sturm, Leiter des Lübecker Stadtwaldes, ist mit dem Fest und dem rücksichtsvollen Umgang der Lübecker mit der Natur sehr zufrieden. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann

Knut Sturm, Leiter des Lübecker Stadtwaldes, ist mit dem Fest und dem rücksichtsvollen Umgang der Lübecker mit der Natur sehr zufrieden. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 153693   Autor: Harald Denckmann   vom 04.09.2022 um 17.32 Uhr

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