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Neue Anlage: Solarstrom für 800 Haushalte

Lübeck - Travemünde: „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Wasserkraft, Sonnen- und Bioenergie versorgt werden kann“, heißt es auf der Internetseite der Genossenschaft „Bürgerenergie Lübeck“. Jetzt sieht es so aus, als würden die engagierten Ehrenamtler dabei einen großen Schritt vorankommen: Auf einem Feld in Ivendorf sollen Solarmodule erreichtet werden, die hunderte Haushalte mit Ökostrom versorgen könnten.

Die „BürgerEnergie Lübeck eG“ hat schon einige Projekte erfolgreich umgesetzt, etwa die Wasserkraftanlage Mühlendamm. Konkret in Planung ist derzeit auch eine Photovoltaikanlage auf einer Bootshalle des Seglervereins Trave.

Für ihre Freiflächenanlage brauchten die Initiatoren allerdings drei Anläufe: Auf dem Metallhüttengelände klappte es nicht, weil das als Ausgleichsfläche gesehen wird. Bei einem anderen Gelände wäre die Vertragslaufzeit zu kurz gewesen, da sie potenzielle Hafenerweiterungsfläche ist. Nun scheint es auf einem Maisfeld in Ivendorf zu funktionieren. Das 1,375 Hektar große Gelände liegt etwas versteckt zwischen Bahnschienen und Ivendorfer Landstraße.

Vom Land gab es bereits einen Förderbescheid in Höhe von 122.000 Euro für Gutachten und Planungen. Die schnell wachsende Genossenschaft mit ihren derzeit etwa 280 Mitgliedern muss 1,5 Millionen Euro stemmen. Etwa 20 bis 30 Prozent aus Eigenmitteln, der Rest wird über Banken finanziert. Dann könnte auf dem Ivendorfer Acker statt Mais bald Strom geerntet werden. Mit 1 bis 1,3 Megawatt ließen sich nach Auskunft der Genossenschaft etwa 700 bis 800 Haushalte versorgen. Für, nach derzeitigem Stand, etwa 20 Cent pro Kilowattstunde. Beziehen könnten ihn den Regelungen nach Lübecker Bürger, die im Umkreis von 52 Kilometern um die Anlage wohnen. Bis es so weit ist, würde es normalerweise Jahre dauern. Doch aufgrund des Beschleunigungsgesetztes im Zuge des Energie- und Klimanotstands hoffen die Initiatoren, dass der erste Strom bereits Ende nächsten Jahres fließt.

Das Projekt könnte für Travemünder Bürger übrigens noch einen leckeren Nebeneffekt haben: Der Landwirt habe Interesse, dass das umzäunte Gelände von Gänsen „bewacht“ wird, hieß es bei einer Vorstellung des Projektes am Mittwoch. Die lebhaften Tiere sollen mögliche Kupferdiebe abschrecken. Und für Gänsebraten wird offenbar ein größerer Bedarf im Seebad gesehen.

Stellten Mittwoch das neue Projekt vor: Peter Schüler (links) vom für das Projekt gegründeten Verein sowie Peter Parge und Ralf Giercke von der Genossenschaft Bürgerenergie Lübeck. Foto: Helge Normann

Stellten Mittwoch das neue Projekt vor: Peter Schüler (links) vom für das Projekt gegründeten Verein sowie Peter Parge und Ralf Giercke von der Genossenschaft Bürgerenergie Lübeck. Foto: Helge Normann


Text-Nummer: 153747   Autor: Helge Normann   vom 07.09.2022 um 14.31 Uhr

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