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Linden am Lindenplatz bekommen Druckluft

Lübeck - St. Lorenz Süd: Die Bäume in der ganzen Stadt leiden unter der Trockenheit. Besonders betroffen sind auch die Bäume an der Lindenallee zwischen Lindenplatz und Bahnhof. Hier führt die Stadt jetzt eine "Revitalisierung" durch.

Die Linden haben ein Alter von rund 28 Jahren und haben zunehmend größere Probleme mit den schlechten Standortbedingungen an dieser Verkehrsfläche. Das zeigt sich durch ihr sehr schwaches Wuchsverhalten, denn die Bäume sind für ihr Alter deutlich zu klein. Die Baumkrone ist sehr kurztriebig aufgebaut und die Blätter sind ebenfalls sehr klein und zeigen deutliche Anzeichen einer Mangelversorgung.

Durch die in diesem Jahr wieder langanhaltende Trockenheit sind die Bäume im gesamten Stadtgebiet zusätzlich geschwächt. Bäume an natürlichen Standorten oder Grünanlagen haben bessere Möglichkeiten sich Wasser, wenn auch in geringerem Maße, zu erschließen. Bäume in stark versiegelten Bereichen können dies nur in sehr geringem Umfang. Grundlage für die Versorgung der Bäume sind dabei immer die Bedingungen am Standort.

In einer verdichteten Verkehrsfläche mit geringem Grünanteil ist die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens ebenso wie die Nährstoffversorgung für Großbäume nicht mehr ausreichend.

Als eine der von der Bürgerschaft beschlossenen Klimaanpassungsmaßnahmen hat sich die Hansestadt Lübeck zum Ziel gesetzt, alte und mittelalte Alleebäume zu erhalten und zu schützen. Um insbesondere Optimierungen und Lösungen für Problemstandorte zu erarbeiten, führt der Bereich Stadtgrün und Verkehr jetzt die Revitalisierungsversuche an den 20 Linden durch.

Die Revitalisierung wird im Injektionsverfahren mit einer Druckluftlanze ausgeführt. Die Bodenlockerung ist dabei stets die zentrale und als erstes erforderliche Maßnahme und fördert die Versorgung mit Sauerstoff. Erst nach einer Bodenlockerung wird ein verdichteter Boden wieder wasseraufnahmefähig und kann Nährstoffe transportieren. Druckluft ist eine gute und schonende Methode im Bereich von Bestandsbäumen. Die Lockerung erfolgt mit einer Metalllanze, die in den Boden eingeführt wird. Die Luft wird dabei durch die Lanze geschossen und verursacht eine Sprengwirkung im Boden. Der Boden setzt sich zwar wieder, die Struktur ist aber deutlich lockerer.

Um eine möglichst gute Langzeitwirkung zu erhalten und die Wasserspeicherkapazität zu erhöhen werden natürliche Bodenhilfsstoffe in den Boden eingeblasen. Diese setzen sich in die durch die Druckluft entstandenen Freiräume im Boden und fördern so die Versorgung und Speicherung von Wasser und Nährstoffen im Boden.

Auf eine Sperrung von Geh- und Radwegen kann wegen der sehr breit angelegten Verkehrsfläche verzichtet werden. Eine Rücksichtnahme der Fußgänger und Fahrradfahrer wird jedoch erwartet.

Mit Druckluft bekommen die Bäume jetzt Sauerstoff und Nährstoffe. Foto: JW/Archiv

Mit Druckluft bekommen die Bäume jetzt Sauerstoff und Nährstoffe. Foto: JW/Archiv


Text-Nummer: 153751   Autor: Presseamt Lübeck/red.   vom 07.09.2022 um 17.10 Uhr

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