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100 Bäume für die Beckergrube

Lübeck: Am Freitagnachmittag wurde die Entscheidung im Wettbewerb zur Neugestaltung der Beckergrube bekannt gegeben. Den ersten Preis gewann das dänische Landschaftsarchitekturbüro 1:1 Landskab für den Entwurf einer „poetisch-pragmatischen“ Straßengestaltung.

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Die Gestaltung der Beckergrube ist unter anderem wegen des Verkehrsversuchs seit vielen Jahren Thema in Lübeck. In den vergangenen Monaten lief nun ein Wettbewerb zur Umgestaltung, bei dem insgesamt zwölf Vorschläge von unterschiedlichen Landschaftsarchitekturbüros eingereicht wurden. Bausenatorin Joanna Hagen freut sich über die rege Beteiligung und nannte die Jury-Entscheidung „einen weiteren Meilenstein in diesem nun schon lange laufenden Projekt“. Erstmals konnten an einer nicht-öffentlichen Sitzung auch Bürger des neu gegründeten Beirats Beckergrube in beratender Funktion teilnehmen.

Nach intensiver Vorprüfung durch die Fachstellen der Hansestadt und mit Unterstützung von Landschaftsarchitekturexperten wurden die unterschiedlichen Wettbewerbsbeiträge von einer Jury bewertet. Besonders überzeugt hat der Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros 1:1 Landskab ApS, Valby aus Dänemark.

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Landschaftsarchitekt und Preisträger Simon Enemærke präsentierte den Sieger-Entwurf am Freitagnachmittag vor den öffentlich ausgestellten Plänen im Schaufenster des Possehl-Gebäudes. „Meine Kollegen und ich fühlen uns sehr geehrt, dass wir eine Straße gestalten dürfen, die Teil des Kulturerbes ist. Unser Ziel ist es, klassische Stadträume mit einem modernen Stadtleben zu kombinieren.“ Um dieses Vorhaben umzusetzen, brauche es vor allem mehr Grün: „Es ist im Grunde schon alles da – die Beckergrube lebt und es gilt, die bisherige Funktionsweise nicht zu ignorieren, sondern mit ihr zu arbeiten.“ Enemærke betonte, dass die Straße, vor allem der Busverkehr, ein wichtiger Teil der Beckergrube sei, den man in den Plänen auch weiterhin berücksichtigt habe.

Konkret beinhaltet der dänische Entwurf über 100 Bäume, die vor allem zur Klimaregulierung, aber auch als optisches Element zur Steigerung der Lebensqualität beitragen sollen. „Bäume haben viele positive Eigenschaften. Sie können nicht nur Schatten spenden, sondern auch ganz pragmatisch eingesetzt werden“, sagte Enemærke. So könne man Bäume beispielsweise einsetzen, um weniger schöne Fassaden strategisch zu kaschieren. Mit dieser Maßnahme sollten die denkmalgeschützten, prächtigeren Gebäude in den Mittelpunkt gestellt werden.

Weiterhin träumt das dänische Architektenbüro von einer poetischen Note, die die Beckergrube zu einem Ort machen soll, an dem man sich gerne aufhält. Geplant ist ein prominenterer Theaterplatz, der nach den Aufführungen zu einem Austausch einlädt. Den vorgeschlagenen großen Kronleuchter, der diesen Platz in dem Entwurf schmücken soll, sieht Senatorin Joanna Hagen allerdings erst einmal vorsichtig kritisch: „Jetzt geht die Arbeit im Grunde erst richtig los und wir müssen schauen, was nach deutschem Straßenrecht von den Plänen tatsächlich möglich ist. Trotzdem haben uns die Ideen des dänischen Landschaftsarchitekturbüros überzeugt und alle Beteiligten freuen sich auf den konstruktiven Dialog.“

In einem Verhandlungsverfahren werden die drei Preisträger nun aufgefordert, die Überarbeitungsempfehlungen des Preisgerichts einzuarbeiten, bevor eine endgültige Entscheidung für die Umgestaltung der Beckergrube getroffen wird. Die prämierten Wettbewerbsbeiträge sowie der erste Preis sind noch bis zum 28. September in der Beckergrube 38-52 im Fenster des Possehl-Gebäudes öffentlich ausgestellt.

Im Original-Ton reflektiert Bausenatorin Joanna Hagen im Interview mit Lisa Gerlach über die neue Gestaltung der Beckergrube.

Bausenatorin Joanna Hagen präsentierte am Freitagnachmittag die Ideen für die Beckergrube. Fotos, O-Ton: Lisa Gerlach

Bausenatorin Joanna Hagen präsentierte am Freitagnachmittag die Ideen für die Beckergrube. Fotos, O-Ton: Lisa Gerlach


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 153787   Autor: Lisa Gerlach   vom 09.09.2022 um 20.58 Uhr

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