Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Bundespräsident ehrt Lübecker Kapitän Stefan Schmidt

Lübeck: Im Sommer 2004 sorgte der Lübecker Kapitän Stefan Schmidt weltweit für Aufsehen, als er Schiffbrüchige aus dem Mittelmeer rettete und sie gegen den Willen nach Italien brachte. Seitdem setzt er sich für Flüchtlinge ein. Der Bundespräsident hat ihm jetzt das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Am Dienstag übergab Ministerpräsident Daniel Günther die Auszeichnung des Bundespräsidenten an den heutigen schleswig-holsteinischen Beauftragten
für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen, Stefan Schmidt.

Mit der Verdienstmedaille wird Stefan Schmidt für sein großes Engagement und seine Leidenschaft, mit er sich für das Menschenrecht auf Schutz vor Verfolgung einsetzt, ausgezeichnet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt Schmidts ehrenamtliche Tätigkeit als Flüchtlingsbeauftragter beim Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtages seit 2011 sowie die Rettung von 37 schiffbrüchigen Flüchtlingen als Kapitän der Cap Anamur im Sommer 2004. Auf die damalige Rettungsaktion, die den Beginn von Stefan Schmidts Engagement für die zivile Seenotrettung auf dem Mittelmeer markiert, folgten ein fünfjähriger Prozess und schließlich der Freispruch.

Als Beauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen bringt sich Stefan Schmidt in landes- und bundespolitische Debatten um Migration, Integration und Flucht ein. In Schleswig-Holstein bündelt er die Expertise von vielen in der Zivilgesellschaft engagierten Menschen und vermittelt die Interessen von Zugewanderten gegenüber Behörden und Parlament. Fluchtursachen und -wege, Unterbringung, Familiennachzug, die kommunale Aufnahme von Schiffbrüchigen und die Situation geflüchteter Frauen sind zentrale Themen seiner Arbeit. Es ist Schmidt ein besonderes Anliegen, unterschiedliche Kompetenzen im Interesse von Zugewanderten zusammenzuführen und Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen zum politischen und gesellschaftlichen Engagement zu motivieren. Künstlerische und kulturelle Aktivitäten spielen hierin eine wichtige Rolle.

"Ich bin dankbar für diese Ehrung, auch weil sie gegen Ende meiner Amtszeit noch einmal den Scheinwerfer auf Geflüchtete und Zugewanderte richtet, die wir gemeinsam mit vielen anderen im Land solidarisch unterstützen wollen. Als Kapitän bin ich zufällig zum Flüchtlingshelfer geworden und habe versucht, diese Rolle so ich konnte auszufüllen. Ich meine, dass man im Leben nicht auf das festgelegt ist, was man gelernt hat, sondern den Mut haben sollte, für die Dinge, die einem wichtig sind, das Wort zu ergreifen. Als Kapitän der Cap Anamur und auch als Zuwanderungsbeauftragter hatte ich das Glück, immer mit anderen zusammenzuarbeiten. Sie haben es mir ermöglicht, die Gallionsfigur zu sein, als die ich mich sehe", sagt Stefan Schmidt.

Ministerpräsident Daniel Günther überreichte dem Lübecker Stefan Schmidt am Dienstag das Bundesverdienstkreuz am Bande. Foto: Frank Peter

Ministerpräsident Daniel Günther überreichte dem Lübecker Stefan Schmidt am Dienstag das Bundesverdienstkreuz am Bande. Foto: Frank Peter


Text-Nummer: 153866   Autor: LTSH/red.   vom 13.09.2022 um 17.57 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.