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Ping-Anrufe und falsche Enkel: Polizei klärt Senioren auf

Lübeck: Mitglieder der Senioren-Union Lübeck und weitere Interessierte aus einigen Ortsverbänden und Vereinigungen der CDU Lübeck haben an einer Senioren-Beratungsveranstaltung der Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck teilgenommen. "Wie sicher fühlen Sie sich in der Hansestadt Lübeck?" Mit dieser Frage an die 22 Teilnehmer startete die Polizeihauptkommissarin Silke Ziemann ihre Beratungsveranstaltung.

Abgefragt wurde hier das subjektive Sicherheitsgefühl. Die engagierten Reaktionen führten zum Ergebnis, dass der Aufenthalt in der Stadt tagsüber als sicherer empfunden wird als abends oder in der Nacht. Licht schafft gefühlte Sicherheit- aber leider führt auch in Lübeck die Energiekrise zu einer Reduzierung der nächtlichen Beleuchtung. Grundsätzlich leben Senioren auf Lübecks Straßen jedoch sicher, zum Teil sogar sicherer, als in den eigenen vier Wänden.

Hier lauern die Gefahren unterschiedlicher Betrugsdelikte, die gerade in den letzten Jahren wellenartig auf die Senioren zurollen. Die Kriminalität in Deutschland und auch in Lübeck hat sich gewandelt. Es geschehen weniger Einbrüche und Überfälle, dafür gibt es immer mehr Fälle von Telefon- und Internetkriminalität. Vor allem ältere Personen werden telefonisch von betrügerischen Organisationen kontaktiert. Die Betrüger haben die Nummern aus Telefonbüchern oder aus gekauften Adressen. Bei Anrufen von Fremden ist es klug sich nur mit "hallo" zu melden und nicht das höfliche "ja bitte" zu benutzen. Bei Telefonkriminalität ist eine gute Portion "Misstrauen" ein wichtiger Ratgeber. "Lassen sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln", so der Rat von Silke Ziemann. Grundsätzlich gilt: "Gespräche mit Geldforderungen sollten Sie schnellstens abbrechen: Auflegen - Warten - Denken - und erst später Handeln. Lassen Sie sich nicht am Telefon unter Druck setzen. Vergewissern Sie sich stets bei den angeblich Betroffenen, beziehungsweise deren Verwandten oder deren nächsten Angehörigen, ob der am Telefon beschriebene Sachverhalt wirklich vorgefallen ist. (zum Beispiel "Ihre Nichte hatte einen schweren Autounfall und muss 5.000 Euro Kaution hinterlegen"). Auflegen - Warten - Denken - Handeln (gegebenenfalls die Polizei informieren). Dies gilt bei Gewinnversprechen, beim Enkeltrick und auch bei dem Angebot, das Bargeld durch Polizeibeamte auf Falschgeld untersuchen zu lassen. Echte Polizeibeamte fragen niemals nach Geld, Schmuck oder Wertsachen. Polizisten nehmen auch keine Falschgeldüberprüfungen an Ihrem Ersparten vor. Die Polizei ruft auch niemals unter der Nummer 110 an."

Bei "Ping-Anrufen" ist ebenso Vorsicht geboten. Das Telefon klingelt ein einziges Mal. Neugierige werden hierbei zu einem kostenintensiven Rückruf gelockt. "Bei automatisierten Anrufen mit Bandansage sollten Sie auch nie eine Taste Ihres Telefons drücken, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Auch hier können Sie eine teure Weiterschaltung auslösen", so der Rat. "Lassen Sie keine fremden Personen in Ihre Wohnung. Auch keine Handwerker, die vorgeben, die durch Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogenen Wasserleitungen überprüfen zu müssen. Gleiches gilt auch für die angeblich Schwangere, die sich zu Ihnen in den 4. Stock bemüht, um ein Glas Wasser zu bekommen. Hinterfragen Sie immer die Plausibilität."

Bei verdächtigen Vorfällen sollte umgehend die nächstgelegene Polizeidienststelle angerufen werden oder bei zeitlicher Dringlichkeit der Notruf 110.

Die Telefonnummern der ständig besetzten Polizeireviere in Lübeck sind:
1. Polizeirevier – Mengstraße 20 Tel. 0451/131-6145
2. Polizeirevier – Hansestraße 22 Tel. 0451/131-6245
3. Polizeirevier – Meesenring 9 Tel. 0451/131-6345
4. Polizeirevier – Possehlstraße 4 Tel. 0451/131-6445 oder 131 -0

Viele selbst erlebte Begebenheiten der Anwesenden untermauerten die diversen Betrugsversuche und Betrügereien und führten zu einem spannenden Erfahrungsaustausch. Zur Verhinderung von Verkehrsunfällen kann jeder einzelne etwas für die eigene Sicherheit tun. Unfälle könnten schon verhindert werden, wenn Fußgänger oder Radfahrende in der Dämmerung und Dunkelheit für andere Verkehrsteilnehmende rechtzeitig erkennbar wären. Die eigene Sicherheit lässt sich durch reflektierende Kleidungsstücke und LED-Warnlichter erhöhen. Anstelle eines schwarzen Regenschirms sollte besser zu einem knalligen Schirm mit Signalfarben und Reflexmaterial gegriffen werden.

Abschließend legte Silke Ziemann den Teilnehmern die grüne Notfalldose ans Herz. Retter im Notfalleinsatz erkennen am grünen Aufkleber an der Wohnungsinnentür, dass es eine Notfalldose in der Kühlschranktür gibt. Anhand des darin enthaltenen und zuvor persönlich ausgefüllten Infoblattes können die Notfallretter sehr schnell alle erforderlichen persönlichen und gesundheitlichen Informationen zur hilflosen Person entnehmen. So können die passenden Rettungsmaßnahmen sofort eingeleitet werden. Notfalldosen werden unter anderem in Apotheken und Krankenhäusern angeboten.

Silke Ziemann von der Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck und Klaus-Hinrich Rohlf von der Senioren-Union. Foto: Senioren-Union Lübeck.

Silke Ziemann von der Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck und Klaus-Hinrich Rohlf von der Senioren-Union. Foto: Senioren-Union Lübeck.


Text-Nummer: 153895   Autor: K-H. Rohlf /S. Grohmann   vom 15.09.2022 um 10.28 Uhr

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