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1. Kammerkonzert im Zeichen der Bläser

Lübeck: Die Lübecker Philharmoniker starteten in ihre Kammermusik-Saison mit drei Bläser-Trios – und ein erfreulich großes Publikum in den Kammerspielen erlebte, wie souverän Orchestermitglieder sich im virtuosen „Kleinformat“ zeigten.

Ebenso sicher stellte sich Dr. Jens Porath als neuer Konzertdramaturg vor und bekannte vor seiner kurzen Werkeinführung: Die Bandbreite der Lübecker Musici und ein solches Interesse an Kammermusik wie in der Hansestadt habe es in Essen, seinem vorherigen Wirkungsort, nicht gegeben.

Zwei bekannte Trios für Klarinette, Violoncello und Klavier umrahmten ein Werk, in dem zum Holzblas- und Tasteninstrument sich ein Horn gesellte. Beim fröhlichen Auftakt zu Beethovens op. 11 imponierte Takahiro Nagasaki am Flügel durch seine Anschlagskultur, dann phrasierte Soloklarinettist Andreas Lipp mit weiten Bögen. Im Adagio stimmte Cellistin Caroline Metzger das schmeichelnde Thema an, das durch die Instrumente wanderte. Und im munteren Lied-Finale zeigte Andreas Lipp virtuosen Übermut.

Im Trio op. 274 für Klarinette, Horn und Klavier, einem Spätwerk des Romantikers Carl Reinecke, dominierte durch seine Kraft das Horn: Edouard Cambreling, seit dieser Saison bei den NDR-Elbphilharmonikern, war noch einmal zu den Lübecker Kollegen gekommen, um in diesem Werk immer wieder für den Aufschwung a la Robert Schumann zu sorgen. Er und Andreas Lipp konnten alle Schönheiten ihres Instruments entwickeln, und der souveräne Takahiro Nagasaki hatte beide Hände voll zu tun, um die Themen und Eskapaden zusammenzuhalten.

Mit dem Klarinettentrio op. 114 von Johannes Brahms beschloss eine Perle der Kammermusik den Abend. Karoline Metzgner stimmte klar die Kantilene an, die Lipp aufnahm und Nagasaki variierte – und es begann ein Musizieren, dessen Spielfreude sich den Zuhörern mitteilte. Beseelt der Klarinettist im Adagio, aufmerksam aufgenommen mit sonoren Tiefen von der Cellistin, souverän vom Pianisten untereinander verknüpft. Nach dem tänzerischen Andante grazioso setzte sich Andreas Lipp im heiteren Finale wieder an die Spitze.

Fazit: Kammermusik hat in Lübeck ihren Platz und hält bei Philharmonikern ihr Niveau – hier nicht zuletzt durch die Souveränität, mit der sich Erster Kapellmeister Takahiro Nagasaki auch als Pianist erweist. Er hätte jedoch einen besseren Flügel als dieses Korrepetitor-Instrument verdient gehabt.

Die Lübecker Philharmoniker haben in den Kammerspielen die Saison der Kammerkonzerte eröffnet. Foto: Jan Philip Welchering

Die Lübecker Philharmoniker haben in den Kammerspielen die Saison der Kammerkonzerte eröffnet. Foto: Jan Philip Welchering


Text-Nummer: 153902   Autor: Güz.   vom 15.09.2022 um 11.45 Uhr

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