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Senator: Hansering ist kein Problemviertel

Lübeck - St. Lorenz Süd: Die Schlagzeilen zu negativen Vorfällen im Hansering häuften sich in den vergangenen Wochen. Dennoch bestünde laut Polizei und Senator Hinsen (CDU) „kein wirkliches Problem im Hansering“.

Am 16. August kam es in einer Kneipe im Hansering zu einer Schlägerei. Ein Involvierter entfernte sich, nur um kurz darauf mit einer Schussabgabe von der anderen Straßenseite ‚Rache‘ auszuüben. Der Mann stellte sich später freiwillig der zuständigen Polizei und die Waffe entpuppte sich als ungefährliche Schreckschusswaffe. Darüber hinaus gab es am 26. August eine weitere Auseinandersetzung in einem Café, dieses Mal zwischen Gast und Inhaber, welche ebenfalls polizeilich geklärt werden musste. Zuletzt waren die Augen auf den Hansering gerichtet, als ein Auto-Corso dort am 3. September von der Polizei gestoppt wurde, nachdem mehrere Lübecker Schüsse gemeldet hatten, die von den Autos ausgegangen seien.

Thomas Wolff, Vertreter der Lübecker Polizeidirektion, verstehe, dass all diese Vorfälle zunächst nicht den Anschein erweckten, dass der Hansering eine sichere Umgebung sei. Dennoch sieht er im Hansering keinen kriminellen Standort: „Es kamen in den vergangenen Jahren in dieser Straße immer mehr Gaststätten dazu. Und wo es Gaststätten gibt, da wird es abends auch mal ungemütlich – das ist aber nicht nur hier so, sondern überall.“ Bei näherer Beobachtung sei laut Wolff keine negative Entwicklung im Hansering erkennbar. Bürger könnten sich weiterhin sicher fühlen, denn bei der Schussabgabe habe es sich nicht um scharfe Waffen gehandelt, sondern nur um Schreckschusswaffen, die zwar laut seien, aber keinen ernsthaften Schaden anrichten könnten.

Frank Zahn, Ordnungs- und Sicherheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, widerspricht der Einschätzung der Polizei in diesem Punkt deutlich: „Es kann nicht sein, dass Menschen nach Lust und Laune mit Waffen herumlaufen und damit Angst und Schrecken verbreiten. Selbst wenn es keine geladenen Waffen sind. So trägt man keine Konflikte aus.“ Er verurteilt die Verharmlosung durch die Polizei aufs Schärfste. Auch Senator Ludger Hinsen rede das Problem klein.

„Die Situation im Hansering wird regelmäßig kontrolliert und bei diesen Kontrollen wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Deswegen möchte ich hiermit dem Eindruck von schwerer Kriminalität entschieden entgegentreten“, so Hinsen. Es seien sogar besorgte Bürger des Viertels an ihn herangetreten, die Sorge hätten, dass ihr Viertel nun in der Öffentlichkeit schlechtgemacht würde. Hinsen ist überzeugt: „Der Hansering ist kein Problemviertel und die Vorfälle sind Einzelfälle.“ Diese Meinung teilt auch die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Sicherheit und Ordnung, Silke Mählenhoff (Grüne): „Der Hansering ist ein lebendiges Viertel, in dem sich die Bürger selbst dafür engagieren, dass weiterhin ein gewisser Standard und Ordnung herrscht.“

Stadtverwaltung und Polizei sind sich einig: Aus dem Hansering wird kein Problemviertel. Foto: PG/Archiv

Stadtverwaltung und Polizei sind sich einig: Aus dem Hansering wird kein Problemviertel. Foto: PG/Archiv


Text-Nummer: 154033   Autor: Lisa Gerlach   vom 22.09.2022 um 16.20 Uhr

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