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Unterhaltsame Revue im Großen Haus

Lübeck: Archiv - 26.09.2022, 12.34 Uhr: „Sing mich um den Verstand!“ heißt frei nach Goethe das Motto der Operetten- und Musical-Revue, die Bernd Reiner Krieger fürs Lübecker Große Haus geschaffen hat. Sie wurde bei der Premiere ein großer Erfolg – spürt man doch in jeder Nummer und in jedem Übergang dieses bunten Reigens die Kenntnis des Metiers wie die sichere Regie-Hand des versierten Theatermanns.

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Daraus machen in kurzweiligen zwei Stunden beste Unterhaltung: ein gutgelauntes Ensemble, der bewegungsfreudige Chor und das auf der Bühne platzierte, geschmeidige Philharmonische Orchester – alle angefeuert vom sicher aus den Partituren schöpfenden Zweitem Kapellmeister Paul Willot-Förster. Voller Schwung hinein ging es mit „Mary Poppins“, so dass Willot-Förster gleich den „Tanz der Komödianten“ aus diesem Opern-Abstecher (Smetanas „Die verkaufte Braut“) in Musical-Rasanz abspulte. Herrlich komisch taperte der Dirndl- und Lederhosen-Chor in Ralph Benatzkys „Im weißen Rössl“ - übertroffen noch vom „Ja, das Studium der Weiber ist schwer“: Kriegers ironische Choreographie lässt die fünf Protagonisten zur Hochform auflaufen in Franz Léhars „Die lustige Witwe“, daraus Evmorfia Metaxaki und Yoonki Baek dann unvermittelt in „Lippen schweigen“ schwelgen.

Aus den insgesamt zwanzig Nummern betört vor der Pause noch Yoonki Baek mit sehnsuchtsvollen Höhen aus Johann Strauß' „Cagliostro in Wien“, amüsieren Friederike Schulten und Laila Salome Fischer mit dem Jacques Offenbach-Spaß „Je suis grise“ und berühren Nataliya Bogdanova und Gustavo Mordente Eda mit „Tonight“ aus Leonard Bernstein „Westside Story“. Damit geht es auch in den zweiten, ausschließlich Musical-Teil, in dem wieder Herz und Humor einander ablösen. Bernsteins „Somewhere“ und Richard Rodgers' „Some enchanted evening“ aus „Southe Pacific“ sowie „Stepsister's lament“ aus „Cinderella“ kommen in schneller Folge.

Mit Bernsteins in geschwinder Präzision abgespulte „Cinderella“-Ouvertüre geht es in den Schlußspurt, in dem zwei Nummern – besonders die Ballade – aus Stephen Sondheims „Sweeny Todd“ zum komödiantischen Bravourstück für Lala Salome Fischer und Jacob Scharfman werden. Das „Candide“-Finale vereint noch einmal alle Mitwirkenden (darunter die weiteren Solisten Virginia Felicitas Ferentschik, Imke Looft, Laurence Kalaidjian und Christoph Schweitzer) auf der Bühne. Reicher Beifall belohnte alle, inclusive Chordirektor Jan-Michael Krüger, Kostümbildnerin Miriam Aksoy und Inszenator Bernd Reiner Krieger.

Großer Applaus – auch aller Künstler – galt am Ende noch Nataliya Bogdanova: Der jungen Sopranistin im Lübecker Ensemble überreichte Ilke Lucht vom Vorstand der Gesellschaft der Theaterfreunde den diesjährigen „Jürgen Fehling-Förderpreis“ (dotiert mit 2000 Euro). GMD Stefan Vladar hielt eine launige Laudatio und gratulierte im Namen aller mit einem wunderschönen Bukett.

Das Programm bietet zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung. Fotos: Lutz Roeßler

Das Programm bietet zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung. Fotos: Lutz Roeßler


Text-Nummer: 154091   Autor: Güz.   vom 26.09.2022 um 12.34 Uhr

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