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Luxus, Lotterleben, Lifestyle: St. Annen widmet sich dem Tee

Lübeck: Archiv - 29.09.2022, 16.15 Uhr: Tee ist inzwischen das nach Wasser beliebteste Getränk der Welt und kaum noch aus dem Alltag, gerade in der kalten Jahreszeit, wegzudenken. Das Lübecker St. Annen-Museum hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die Erfolgsgeschichte des Heißgetränks in Nordeuropa in einer Sonderausstellung vom 2. Oktober 2022 bis zum 29. Januar 2023 darzustellen.

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Luxus Tee-Genuss: Der Zucker wurde in abgeschlossenen Dosen aufbewahrt.

„Luxus, Lotterleben, Lifestyle. Tee verändert Nordeuropa“ zeichnet den Weg von China nach Nordeuropa, vom 17. Jahrhundert bis heute nach, wo bunte Bubble Tea-Läden die Innenstädte erobern, Chai- und Matcha-Tea-Latte dem Latte Macchiato den Rang ablaufen und Tee-Mischungen mit verheißungsvollen Namen wie „Seelenwärmer“ und „Spaßmacher“ vertrieben werden.

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Das St. Annen-Museum erzählt die Geschichte des Tees mit rund 130 spannenden und kostbaren Objekten, darunter lange nicht mehr ausgestellte Schätze der eigenen Sammlung, ergänzt um besondere Leihgaben, vor allem aus dem Tee-Museum Norden und der Völkerkundesammlung Lübeck. Interaktive Stationen, etwa zum Riechen oder Abstimmen, E-Guides für Erwachsene und Kinder, ein informatives Begleitheft und ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm, unter anderem mit Tee- Verkostungen, runden die Schau ab und machen sie zu einem Erlebnis für Besucher aller Altersschichten.

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Zu den Highlights gehören unter anderem die Titelwand, die mit 22 Teekannen die Designvielfalt im Wandel der Jahrhunderte darstellt. Zwei sehr frühe Meissen-Service mit Höroldt- und Imari-Dekor belegen die Kostbarkeit von Porzellan im Europa des 18. Jahrhunderts, das sich nur Fürsten leisten konnten, wie das ausgestellte Koppchen mit Untertasse aus einem Staatsgeschenk-Service für Christian VI. von Dänemark. Auch der Sammelleidenschaft für Teetassen im Biedermeier wird mit einer Sammeltassen-Etagere Rechnung getragen.

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Dr. Dagmar Täube, die Leiterin des St. Annen- Museums: „Unser Haus verfügt über eine riesige Sammlung kulturhistorischer und kunsthandwerklicher Zeugnisse, mit denen vielfältige Einblicke in das lübeckische Leben möglich sind und es bis heute lebendig werden lassen. Diese Geschichten möchten wir erzählen. Eine davon ist die enorme Veränderung im alltäglichen Leben, die der Tee nach Nordeuropa und somit auch nach Lübeck gebracht hat.“ Sie hat die Schau gemeinsam mit den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Anna Lena Frank und Julia Hartenstein kuratiert.

Die Ausstellung verfolgt an verschiedenen Stationen die Geschichte des Tees in Nordeuropa. Es geht um einen weiten, Kulturen und Jahrhunderte überspannenden Weg: Die Blätter der aus China stammenden Teepflanze verbreiteten sich erst seit dem 17. Jahrhundert allmählich in Europa. Wie Seide und Porzellan musste auch Tee mit großem Aufwand und hohen Risiken von China um die halbe Welt transportiert werden. Dazu gehören auch sechs Koppchen aus dem so genannten „Nanking Cargo“, die in der Ausstellung zu finden sind. Als Handelsware für Europa gefertigt, waren sie Teil der Ladung des 1752 versunkenen niederländischen Handelsschiffs Geldermalsen. Dieses wurde erst 200 Jahre später geborgen, die Ladung 1986 in einer spektakulären Auktion versteigert und hat über den Kunstfreund C. J. Heinrich seinen Platz in der Sammlung des St. Annen-Museums gefunden.

Vernissage

Die Ausstellung wird am Samstag, 1. Oktober, um 18 Uhr im St. Annen-Museum eröffnet. Nach der Begrüßung durch Lübecks Kultursenatorin Monika Frank, gibt es ein Gespräch zur Ausstellung mit Dr. Dagmar Täube, Anna Lena Frank und Julia Hartenstein. Musikalisch wird die Veranstaltung von Hannes Pries und Lina Gronemeyer begleitet. Die Teilnahme kostet acht Euro für Erwachsene, ermäßigt 4 Euro und für Kinder 2,50 Euro. Um Anmeldung wird gebeten unter mq@luebeck.de oder telefonisch unter 0451/122-4134.

Im Original-Ton hören Sie ein Interview mit Museumsleiterin Dr. Dagmar Täube.

Dr. Dagmar Täube, Leiterin des St. Annen-Museums, erklärt die Geschichte des Tee-Genusses. Fotos, O-Ton: JW

Dr. Dagmar Täube, Leiterin des St. Annen-Museums, erklärt die Geschichte des Tee-Genusses. Fotos, O-Ton: JW


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 154179   Autor: Museen/red.   vom 29.09.2022 um 16.15 Uhr

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