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Mal wieder so richtig ausschlafen!

Lübeck: Gelegentlich ist zu lesen, dass wir am Sonntagmorgen um 3 Uhr wieder eine Stunde geschenkt bekommen. Denn da werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt. Aber eigentlich bekommen wir nur wieder, was man uns im Frühjahr genommen hat, als wir von der Winterzeit (eigentlich Normalzeit) auf die Sommerzeit „umgestellt“ wurden. Dass diese Umstellung womöglich die letzte hätte sein sollen, dieser Wunsch hat sich zwischenzeitlich zerschlagen.

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Verbunden mit der Hoffnung auf Energieeinsparungen wurde die Zeitumstellung im Jahre 1980 eingeführt. Also schon damals wurde auch ohne Klimakatastrophe an Energiesparen gedacht. Nur lagen die Gründe damals etwas anders. Statt der erhofften Einsparungen an Energie gab es unerwünschte Folgen für viele von uns. Unsere „Innere Uhr“ störte diese Änderung des „Wach-Schlaf-Rhythmus“ durch diesen Mini-Jet-Lag durch zum Beispiel Schlafprobleme oder Antriebslosigkeit. Und viele andere unangenehme Folgen plagten den Verkehr, die Industrie- und Landwirtschaft. In der EU ist das Ende der Zeitumstellung längst beschlossen, aber eine Umsetzung in den EU-Staaten zeichnet sich immer noch nicht ab. Denn Brüssel will einen Flickenteppich durch unterschiedliche Zeitzonen in Europa vermeiden. Für diesen Fall befürchtet die EU negative Folgen für den Verkehr und den Waren- und Dienstleistungsverkehr im EU-Binnenmarkt.

Die EU-Staaten sind aufgefordert, einen Kompromissvorschlag zu erarbeiten, doch ist es still geworden wegen Widerständen in einigen Mitgliedsländern. Woran dies liegt? Niemand will sich genau äußern. Was so im Flurfunk der Brüsseler Bürokratie gelegentlich zu hören sei, lautet etwa so: “haben wir derzeit mit Krieg, Klimakatastrophe und Inflation nicht genug und wichtigere Probleme?“ Für wahr, aber ein Problem weniger wie ein Verzicht auf die Zeitumstellung, wie sie auch immer aussehe möge, wäre ja auch schon was. So bleibt uns auf jeden Fall im diesem Jahr zumindest der kleine Trost einer kleinen wiedererlangten Stunde für einen längeren Schlaf hinein in den Sonntag.

Damit alle Uhren wieder richtig ticken, sorgt in Deutschland die Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Über den Sender DCF-77 in der Nähe von Frankfurt am Main werden die Signale mit einer Reichweite von etwa 2000 Kilometer übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch und weit über Europa hinaus an die Zeitumstellung anpassen. Bleibt uns lediglich dafür zu sorgen, dass wir unsere analogen Uhren morgen früh ebenfalls umstellen.

In der Nacht zu Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurück gestellt. Fotos: Karl Erhard Vögele

In der Nacht zu Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurück gestellt. Fotos: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 154702   Autor: Karl Erhard Vögele   vom 29.10.2022 um 20.01 Uhr

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