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Noch immer kein Frost in Sicht

Lübeck: Ein ungewöhnlicher 30. Oktober liegt hinter uns: Staus auf dem Weg an den Strand, lange Warteschlangen an den Eisdielen und Grills in Gärten und auf Terrassen. Harald Denckmann hat die Wettermodelle ausgewertet und gibt einen Ausblick auf die kommende Zeit.

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Die Wetterlage bleibt auch in der ersten Novemberhälfte noch stabil. Seit Anfang Oktober haben wir an dieser Stelle eine für Mitteleuropa außergewöhnliche Wetterlage angekündigt, die auf absehbare Zeit auch noch weiter anhält. Sich abwechselnde Tiefdruckgebiete im Norden sorgen an ihrem Süd- und Westrand immer wieder für den Transport warmer Luftmassen aus Richtung Spanien und zeitweise sogar aus Nordafrika, mit beigemischtem Sahara-Staub. Und selbst weiter nördlich auf dem Atlantik werden immer noch Wassertemperaturen zwischen 15°C und 18°C gemessen, und von dort kommen die überwiegenden Winde momentan immer noch zu uns. Sie sind ein wenig frischer und kräftiger, aber bitteschön, es ist November, und ein wenig sollten wir die Jahreszeit schon spüren. Vereinzelte Stürme, die nach Schleswig-Holstein kommen, sollten Lübeck allerdings nur am Rande treffen und in der Regel schnell über uns hinwegziehen.

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Auch sind in diesem Zusammenhang einige Niederschlagsfelder in Sicht, die wir aber auch dringend gebrauchen können, denn mit bisher 450 Millimeter in 2022 drohen wir, unser Minimalziel von etwa 600 Millimeter Jahresniederschlag zu verfehlen, und das wiederum wäre nicht so schön für die Natur.

Bei all den Prognosen hat man heutzutage allerdings zwiespältige Gefühle. Für unsere Energiebilanz ist das natürlich Balsam, denn die warme Luft, die zu uns kommt beschert uns nicht nur die hohen Tagestemperaturen. Auch in der Nacht, die im November schon einmal recht kalt sein sollte, weht die atlantische Warmluftheizung weiter, natürlich auf einer leicht abgesenkten Temperatur. Wichtig ist nur, dass zu einer Zeit der Gas-Erpressung die Haushalte in ganz Europa die Thermen noch nicht so richtig hoch aufdrehen müssen und damit eben auch eine gewisse Gasreserve für die stark betroffenen Betriebe bereitgehalten werden kann.

Auf der anderen Seite beginnt genau in einer Woche die diesjährige Klimakonferenz COP 27 im ägyptischen Scharm el Scheich. Dort soll die zu erwartende Erderwärmung erneut thematisiert werden. Angesichts der Weltkrisen wird wohl in diesem Jahr nicht so schrecklich viel dabei herumkommen. In England hat die gefloppte Liz Truss in ihrer kurzen Amtszeit den neuen König Charles jedenfalls gleich gebeten, dort nicht das Wort zu ergreifen. Auch der neue Premier legt offenbar wenig Wert auf passende Worte seines königlichen Umweltaktivisten zum mangelnden Tatendrang in Umweltfragen. Und wenn hier bei uns aus purer Not heraus längst pensionierte Kraftwerke wieder aus dem Altersheim abgeholt werden müssen, verbessert das auch nicht gerade die Glaubwürdigkeit von immerhin ehrlich gemeinten Bekenntnissen zu Klimazielen, von denen keiner weiß, ob, wie und mit wem sie jemals erreicht werden. Ein heutiges Versprechen von Klimaneutralität im Jahre 2070, wie es Indien unlängst abgegeben hat, nützt dem fiebergeschüttelten Globus mit Sicherheit nicht viel. Hoffentlich verkauft man uns so etwas in den Nachrichten nicht auch noch als Erfolg.

Da hilft manchmal nur der der Kalauer. Noch 55 Tage, vom heutigen Sonntag gerechnet, sind es bis Weihnachten und wir sonnen uns immer noch am Ostseestrand und verzehren dabei mittlerweile Dominosteine und Spekulatius. Und die Lübecker Jecken bürsten schon einmal die Uniformen für den traditionellen Empfang im Rathaus zu Beginn der Karnevalssaison. Auch das Wetter spielt mit. Pünktlich zum 11.11 um 11 Uhr 11 sollte die Temperatur in der Breiten Straße nach heutiger Vorhersage genau 11 Grad betragen. Und da sage noch mal jemand, das Wetter hätte keinen Humor. Lübeck - Ahoi!!!

Auch die kommenden Tage erreichen uns immer wieder warme Luftmassen. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann

Auch die kommenden Tage erreichen uns immer wieder warme Luftmassen. Fotos: Karl Erhard Vögele, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 154713   Autor: Harald Denckmann   vom 30.10.2022 um 17.04 Uhr

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