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Lübecks Grüne für flexible Strompreise

Lübeck: Im Hauptausschuss hatte Bündnis 90/Die Grünen beantragt, dass der Bürgermeister als Gesellschaftervertreter der Stadt bei den Stadtwerken Lübeck darauf hinwirkt, endlich variable oder dynamische Stromtarife einzuführen.

Die Begründung für den Antrag:

(")Variable Stromtarife ermöglichen es den Menschen umgehend und nachhaltig Geld zu sparen. Wird beispielsweise an einem sonnigen Tag zur Mittagszeit besonders viel Solarstrom erzeugt, ist der Verbrauch von Strom in vielen Haushalten eher gering, weil die Bewohner auf Arbeit oder in der Schule sind. Am Abend, wenn kein Solarstrom mehr erzeugt wird, nutzen die Verbraucher hingegen verstärkt Licht, Ventilatoren, Haushaltsgeräte, Computer und Fernseher. Die Strompreise schwanken entsprechend. Um die Änderungen der Strompreise tagesaktuell nutzen zu können, benötigen die Verbraucher aber einen Energieversorger, der zeitvariable Stromtarife anbietet.

In einem variablen Stromtarif ändert sich der Strompreis während des Tages. Ist der Stromtarif sogar dynamisch, richtet sich der Strompreis danach, was der Einkauf der Energie aktuell am Markt kostet. Da dort die Preise schwanken, wirkt sich das auch auf den Strompreis aus. Nutzt der Verbrauchende Strom, wenn die Energie gerade günstig ist, kann man in variablen und dynamischen Tarifen die Stromkosten senken.

Es besteht zudem die Befürchtung, dass es im Herbst und Winter zur Netzüberlastung kommt, wenn die Bürger alle gleichzeitig am frühen Abend ihre E-Pkw laden und gegebenenfalls noch Heizlüfter anschalten. Es sollte dringend ein Anreiz geschaffen werden, diese Netzüberlastung zu vermeiden, indem es günstiger ist, Stromgeräte zu betreiben zu Uhrzeiten, an denen es nicht gerade zum Spitzenverbrauch kommt oder der Strom insgesamt gerade günstiger ist. Eine bessere Lastverteilung ist deshalb anzustreben.

Umsetzen lässt sich dies teilweise durch Zweizeitentarifzähler, in jedem Fall aber immer bei intelligenten Mess-Systemen mit sogenannten Smart-Metern.(")

Hierzu erklärt Birte Duggen, energiepolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen:

(")Es gehört zum Mindeststandard eines modernen Stadtwerks, derartige Tarife anzubieten, wie es in Deutschland bereits einige Stadtwerke und andere Anbieter tun. Wenn es keine solchen Tarife gibt, wird keine Verbraucherin sich ein intelligentes Mess-System einbauen lassen, um den Stromverbrauch besser steuern zu können. Die Stadtwerke-Tochter Trave-Netz ist verpflichtet, auf Anforderung einen solchen Zähler einzubauen. Die Kunden müssen sich dann allerdings einen anderen Anbieter suchen und gehen unserem kommunalen Stadtwerk verloren. Im Hinblick auf die Schwierigkeiten, in die Stadtwerke zurzeit bundesweit geraten, ist es sicherlich nicht gut, sich Kunden zu verprellen. Die Lübecker Parteien, die – bis auf die Linken – geschlossen und ohne jegliche Diskussion gegen den Antrag gestimmt haben, haben eine Chance zur Digitalisierung der Energiewende, Entlastung der Bürger und Sicherung der Netzstabilität in Lübeck verpasst.(")

Die Lübecker Grünen fordern einen Stromtarif, der sich nach dem Angebot an Strom richtet. Symbolbild: JW

Die Lübecker Grünen fordern einen Stromtarif, der sich nach dem Angebot an Strom richtet. Symbolbild: JW


Text-Nummer: 154781   Autor: Grüne/red.   vom 03.11.2022 um 12.35 Uhr

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