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Produktionsschule soll neue Perspektiven vermitteln

Lübeck: Die Berufsausbildungs- und Qualifizierungsagentur Lübeck GmbH (BQL) bietet mit dem Projekt "Produktionsschule" arbeitslosen Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren, mit Schwierigkeiten beim Einstieg in die Arbeitswelt (zumeist ohne Ausbildung und oft ohne Schulabschluss) einen geregelten Arbeitsalltag. In betriebsähnlichen Strukturen können sie sich sowohl sozial als auch fachlich weiterentwickeln.

Alle Teilnehmenden erhalten die Chance sich Kompetenzen in Werkstätten aus den Bereichen Küche, Holz, Garten, Hausmeisterservice oder Kreativ anzueignen und so die Grundlagen für bestimmte Berufe zu erlernen. Dieses Wissen bereitet die Jugendlichen auch auf eine Berufsausbildung vor.

"Zu uns kommen Jugendliche mit typischen Problemen wie zum Beispiel Konflikte im Elternhaus, Drogenkonsum oder einer generellen Überforderung in Alltagssituationen", beschreibt Ines Glindemann, sozialpädagogische Begleitung der BQL die Zielgruppe. Sie ergänzt: "Wir bieten den jungen Erwachsenen ein familiäres Umfeld, in dem sie sich geschützt ausprobieren dürfen. Keiner wird mit seinen Problemen alleine gelassen. Wir verurteilen auch niemanden aufgrund seiner Situation und erarbeiten praktische, individuelle Lösungen zusammen mit den Teilnehmenden."

So wird beispielsweise ein gemeinsamer Tagesablauf gestaltet oder die Auswahl der Werkstatt mit den Jugendlichen abgestimmt. Berufsorientierung, Bewerbungstraining, Angebote zur Gesundheit oder Sucht- und Schuldenprävention sind weitere Bestandteile der Förderung. Ebenso kann bei regelmäßiger Teilnahme und entsprechenden Leistungen der Erste allgemeinbildende Schulabschluss (ESA) erworben werden.

Die Lübecker Produktionsschule wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Landes Schleswig-Holstein und des Jobcenters Lübeck. "In der Vergangenheit lief nicht immer alles glatt: Kein Schulabschluss, keine Ausbildung. Oft wusste ich nicht, welche Möglichkeiten ich hatte und wie ich das alles hinbekommen sollte," erinnert sich die Teilnehmerin Lisa-Marie Kießling.

Die 24-Jährige befindet sich seit dem Sommer in der Produktionsschule im Bereich Kreativwerkstatt. Sie ergänzt: "Mir gefällt besonders, dass man hier auch Fehler machen darf und einem deshalb niemand böse ist – denn aus Fehlern lernt man schließlich. Ich werde so wahrgenommen und respektiert, wie ich bin. Bei Fragen oder Problemen wird mir schnell geholfen. Außerdem erhalte ich Unterstützung bei der Praktikumssuche und kann mich hier in vielen Bereichen ausprobieren. Auf diese Weise finde ich heraus, wo meine Talente liegen und was gut zu mir passt. Als Nächstes möchte ich meinen Schulabschluss nachholen – das wäre mein Traum. Das Beste ist aber: Durch die umfangreiche Unterstützung bin ich mutiger geworden und habe endlich einen Plan, wie ich mein Leben wieder selbständig in die Hand nehmen kann."

Sebastian Ledzianowski, persönlicher Ansprechpartner im Jobcenter-Team für unter 25-Jährige der Jugendberufsagentur Lübeck (JBA) erläutert das Prinzip: "Die JBA arbeitet eng mit Bildungsträgern zusammen, um den Jugendlichen ein ganzheitliches und abgestimmtes Konzept zu bieten. Alle Beteiligten versuchen, das Beste für die Jugendlichen zu erreichen und stimmen sich hierfür auf kurzen Wegen ab. Unseren Anspruch ´Niemand darf verloren gehen´ nehmen wir sehr ernst und unterbreiten den jungen Menschen passgenaue Angebote für den Weg in ihre berufliche Zukunft."

Um junge Menschen in verschiedensten Lebenslagen noch besser zu unterstützen, haben sich die Hansestadt Lübeck, Berufsbildende Schulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien, Jobcenter sowie Agentur für Arbeit 2019 zu einer Jugendberufsagentur zusammengeschlossen.

Weitere Informationen unter www.jobcenter-luebeck.de.

Selbstbewusstsein schaffen durch kreative Unikate: Ausbilderin Michaela Uhr (links) mit Lisa-Marie Kießling bei der Arbeit in der Kreativwerkstatt. Foto: Jobcenter Lübeck.

Selbstbewusstsein schaffen durch kreative Unikate: Ausbilderin Michaela Uhr (links) mit Lisa-Marie Kießling bei der Arbeit in der Kreativwerkstatt. Foto: Jobcenter Lübeck.


Text-Nummer: 155070   Autor: Jobcenter L./Red.   vom 17.11.2022 um 14.23 Uhr

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