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Erster Spatenstich für Neubau der Johannes-Prassek-Schule

Lübeck - St. Jürgen: Archiv - 06.12.2022, 12.03 Uhr: Der Bagger für den Aushub des Neubaus der katholischen Johannes-Prassek-Schule an der Possehlstraße kommt erst in einigen Tagen, doch auf den symbolischen Spatenstich wollte in Lübeck keiner mehr warten. Und so nahmen die Verantwortlichen des einzigen katholischen Schulneubaus in Schleswig-Holstein die bereitgestellten Spaten für einen kräftigen „Anstich“ in die Hand.

„Wir zeigen hiermit: Es geht jetzt wirklich los“, freute sich Geschäftsführer Joachim Karschny. Auf dem ehemaligen Gelände des Hubschrauber-Landeplatzes sind bereits vorbereitende Maßnahmen erfolgt: die Rasensoden wurden abgetragen und die Umrisse des zukünftigen Schulhauses sind abgesteckt.

„Es war eine anstrengende und für alle Beteiligten herausfordernde Zeit – für Eltern und Kinder, für das pädagogische Team und für den Träger selbst“, betonte Karschny. Nach einigen organisatorischen Herausforderungen in den letzten beiden Jahren konnte Anfang 2022 die Finanzierung für den Neubau der zweizügigen katholischen Grundschule gesichert und ein Bauunternehmen beauftragt werden. Die Aufstellung des 5,5 Millionen Euro teuren Schulhauses in Holzständerbauweise soll – nach aktuellem Planungsstand – bereits im kommenden Frühsommer 2023 erfolgen.

Schulleiter Bernhard Baumanns atmete sichtbar tief durch, als er mit einigen Grundschülern über das Baugrundstück schritt – und blickte in die Zukunft. „Wir werden hier ein ganz neues Raumgefühl schaffen“, versprach Baumanns und verwies auf die geplanten offenen Unterrichtsflächen, ein Schul-Forum an zentraler Stelle und eine Lehrer-Lounge. „Wir wollen offen arbeiten und noch stärker individualisieren“, erklärte der Schulleiter, der sich zukünftig auch an pädagogischen Konzepten aus Skandinavien orientieren möchte: „Was mich beflügelt, das ist der Blick über den Tellerrand“. So solle der Schulbau „lernanregend“ für Schüler sein und die Selbstorganisation stärken. „Ich bin überzeugt, dass wir damit Potenziale bei den Schülern abrufen können, die wir derzeit noch gar nicht abrufen“, so Baumanns.

„Schule lebt nicht nur vom pädagogischen Programm, von der täglichen Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher, sondern ein gewichtiges Stück auch vom Schulgebäude“, erklärte Dr. Christopher Haep, Stiftungsdirektor der Bernostiftung und zukünftiger Mit-Geschäftsführer der Johannes-Prassek-Schulgesellschaft. „Dieser Schulbau ist unverzichtbar, um der inklusiven Ausrichtung dieser Grundschule ganz neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen“, so Haep.

Die gemeinnützige katholische Johannes-Prassek-Schule versteht sich seit jeher als inklusiver Lernort für Kinder mit und ohne Handicap. Am aktuellen Standort Moislinger Allee lernen schon jetzt Kinder mit und ohne besondere Lebensherausforderungen gemeinsam. So ist die Schule anerkannter Standort für Kinder mit einer Besonderheit im Bereich geistiger Entwicklung. Aber auch andere Kinder mit besonderen Lernbedürfnissen sind an der katholischen Schule zuhause. „Auf diese Weise will unsere Johannes-Prassek-Schule ihren Schülerinnen und Schülern sowie deren Familien gemeinsame Erfahrungen einer inklusiven Pädagogik für alle ermöglichen“, erklärte Karschny.

Die Johannes-Prassek-Schule gemeinnützige GmbH ist ein gemeinsames Projekt der Schweriner Bernostiftung und dem gemeinnützigen Kinder- und Jugendhilfeträger KinderWege gGmbH. Mit Joachim Karschny und Dr. Christopher Haep verantworten zukünftig zwei Geschäftsführer das Geschick der Schule – gemeinsam mit dem langjährigen Schulleiter Bernhard Baumanns. Die Finanzierung des Neubaus setzt sich zusammen aus einer öffentlichen Förderung aus Mitteln des Landes und des Bundes sowie Zuwendungen der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck und aus Darlehen. Den Neubau errichtet das Unternehmen Brüggemann Holzbau aus Neuenkirchen im Münsterland, das bereits die Modulschule auf der Lübecker Hüxwiese erstellte.

Schon einmal gab es eine katholische Schule in Lübeck: 1850 durch Katholiken begründet und 1938 von den Nationalsozialisten geschlossen, wurde die Schule aus Kreisen der katholischen Kirche und von Lübecker Bürgerinnen und Bürgern im Jahr 2011 neu gegründet. Seit dieser Zeit ist die Schule auf dem Gelände der Luther-Schule – zunächst im Gebäude selbst, später in einer Container-Anlage – untergebracht, die nun durch das neue Schulhaus – entworfen von HHL Architekten Lübeck – ersetzt werden soll. Die freie katholische Schule finanziert sich aus Landeszuschüssen und einem Eltern-Schulgeld, das aufgrund einer Sozialstaffelregung auch Familien mit geringem Einkommen einen Schulbesuch des Kindes ermöglicht. Die Johannes-Prassek-Schule besuchen nicht nur Kinder katholischen Glaubens. Ein Drittel der Schülerinnen und Schüler ist katholisch, ein Drittel evangelisch und ein Drittel konfessionslos oder muslimischen Glaubens.

Der symbolische Spatenstich startete das 5,5 Millionen Euro Projekt. Foto: Christoph Schommer

Der symbolische Spatenstich startete das 5,5 Millionen Euro Projekt. Foto: Christoph Schommer


Text-Nummer: 155467   Autor: Erzbistum   vom 06.12.2022 um 12.03 Uhr

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