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Vollversammlung der Handwerkskammer tagte

Lübeck: Archiv - 13.12.2022, 14.42 Uhr: Um die berufliche Bildung in der Region und weit darüber hinaus zukunftsfähig aufzustellen, hat sich die Vollversammlung der Handwerkskammer Lübeck in einem Appell an die Politik gewandt. Sie fordert darin deren Unterstützung für eine Realisierung des Neubauvorhabens Trave-Campus, einem „Leuchtturmprojekt der beruflichen Bildung“.

Auf der Dezembersitzung der Vollversammlung der Handwerkskammer Lübeck am 13. Dezember 2022 war das Neubauvorhaben Trave Campus einer der zentralen Tagesordnungspunkte. „Der Trave-Campus muss realisiert werden. Zur Fachkräftesicherung braucht das Handwerk moderne, für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen ausgestattete Bildungsstätten, die eine starke Vernetzung von Theorie und Praxis ermöglichen“, erläuterte Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, das Anliegen des Gremiums.

Der Trave-Campus solle ein Exzellenzzentrum und damit das Aushängeschild für die berufliche Bildung mit überregionaler und bundesweiter Bedeutung werden, heißt es in dem Appell der Vollversammlung: „Als Leuchtturm der beruflichen Bildung soll er einen wichtigen Beitrag leisten, deren Ansehen, Wertschätzung und Stellung insgesamt zu verbessern und deren Akzeptanz bei Eltern und Jugendlichen zu stärken.“

Weiter heißt es in dem Appell: „Die Vollversammlung bekräftigt die Bereitschaft ihrer Mitglieder, sich als Handwerk des Kammerbezirks Lübeck gemeinsam mit dem Bund und dem Land Schleswig-Holstein an den Baukosten für das Projekt Trave-Campus zu beteiligen und hierfür erhebliche finanzielle Anstrengungen zu unternehmen.“ Dennoch sei man auf die weitere Unterstützung durch Bund und Land angewiesen. „Wir erhoffen uns von der Politik ein klares Zeichen, dass sie die handwerkliche Ausbildung in Schleswig-Holstein stärken will und ihr die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung wichtig und ernst ist“, so Kammerpräsident Stamer.

Hintergründe zu den Planungen des Trave-Campus

Seit 2017 plant die Kammer das Neubauvorhaben, welches an einem gemeinsamen Standort in Lübeck gleich mehrere Bildungseinrichtungen der Kammer zusammenführen soll: die Berufsbildungsstätte Travemünde, sechs Landesberufsschulen in der Trägerschaft der Handwerkskammer Lübeck sowie das Fortbildungszentrum der Kammer. Entstehen soll ein Campus für moderne und hochwertige Ausbildung im Handwerk, an dem auch die so erfolgreiche Lernortkooperation nach dem Travemünder Modell fortgeführt werden soll.

Obwohl sich die Kammer in der Planung an alle Vorgaben des Landes und des Bundes gehalten haben, sind die veranschlagten Baukosten inzwischen deutlich erhöht und für die Kammer ohne weitere finanzielle Unterstützung nicht mehr finanzierbar. Im September 2021 sah sich die Vollversammlung daher gezwungen, den Umfang für einen Neubau des Trave-Campus so zu reduzieren, dass ein deutlich geringerer Kostenrahmen eingehalten werden kann. Diese so genannte kleine Variante, die derzeit planerisch von der Kammer weiterverfolgt wird, hat jedoch zur Folge, dass die Kammer die Trägerschaft der sechs auf dem Priwall beheimateten Landesberufsschulen aufgeben muss. Ziel der Vollversammlung ist es aber weiterhin, den Trave-Campus wie ursprünglich geplant in vollem Umfang zu realisieren.

Seit Frühjahr 2022 berät eine Task Force unter Federführung des Bundesbildungsministeriums und unter Beteiligung des Kieler Bildungsministeriums und der Kammer über mögliche Lösungsansätze und Finanzierungsmodelle.

Kammerpräsident Ralf Stamer bekam für seine Position die klare Unterstützung der Vollversammlung.

Kammerpräsident Ralf Stamer bekam für seine Position die klare Unterstützung der Vollversammlung.


Text-Nummer: 155615   Autor: HWK   vom 13.12.2022 um 14.42 Uhr

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