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NDR-Konzert: Bruckners Sorgenkind

Lübeck: Archiv - 17.12.2022, 17.10 Uhr: Es ist der Monat der Ersten Konzertmeister als Solisten in der MuK: Im 4. Sinfoniekonzert der Lübecker Philharmoniker (am 18. Dezember um 11 Uhr und am 19. Dezember um 19.30 Uhr) spielt Carlos Johnson das Violinkonzert von Petteris Vask – im voraufgegangenen 3. Saisonkonzert des NDR-Elbphilharmonie Orchesters bot Roland Greutter des Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy; danach erklang Anton Bruckners 3. Sinfonie unter dem Dirigenten Christoph Eschenbach.

Roland Greutter, der nach 40 Hamburger Jahren am Ende der Spielzeit in den Ruhestand geht, bot eine schnörkellose Wiedergabe dieses romantischen Edelsteins. Mehr frisch als „appassionato“ legte er im ersten Satz ein zügiges Tempo vor – wollte er die Eile oder der Dirigent? Doch dann kamen der sanfte Erzählton und die feinen Flageolett-Töne sowie die Kadenz mit feiner Phrasierung. Ins Andante legte Greutter alles Gefühl, ohne das Vibrato zu übertreiben, und Eschenbach ließ ausmusizieren. Das Finale kam voller Esprit, über dem galanten Fließen mit superben Akkorden der Bläser ließ Greutter die Synkopen hüpfen. Und den großen Beifall lohnte er mit einer virtuosen Zugabe.

Bruckners 3. Sinfonie d-moll war sein Sorgenkind. In den 1870er Jahren entstanden, überarbeitete er den Uraufführungs-Reinfall immer wieder, bis seine letzte Fassung 1890 Erfolg hatte. Christoph Eschenbach hat sich dieses Ungetüms von 60 Minuten Dauer angenommen, dessen beiden erste Sätze noch vom Ringen Bruckners zeugen, ohne überzeugen zu können. Erst mit den Sätzen 3 und 4 hat der Komponist seine „Lehrzeit“ überwunden: Hier klingt viel Folgendes der Sinfonien Nr. 4 bis 8 auf – und hier stand Eschenbach, meist zurückhaltend in der Zeichengebung, denn auch ganz souverän in der Partitur. Zuvor war, bei allem Engagement der großbesetzten Elbphilharmoniker, so mancher Leerlauf in den Klangballungen. Hier hatte vor allem die Horngruppe mit Claudia Strenkert an der Spitze nicht nur viel zu leisten, sondern war sie einfach super. Solche naive Wucht verfehlte ihre Wirkung nicht, das Publikum applaudierte heftig.

Die Lübecker Philharmoniker stehen am Sonntag und Montag auf der Bühne der MuK. Das Elbphilharmonie Orchester war bereits am Freitagabend in Lübeck zu Gast. Foto: Jan Philip Welchering

Die Lübecker Philharmoniker stehen am Sonntag und Montag auf der Bühne der MuK. Das Elbphilharmonie Orchester war bereits am Freitagabend in Lübeck zu Gast. Foto: Jan Philip Welchering


Text-Nummer: 155689   Autor: Güz.   vom 17.12.2022 um 17.10 Uhr

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