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UKSH sucht Raucher und Social Media Nutzer

Lübeck: Archiv - 18.12.2022, 11.42 Uhr: Sind das Rauchen von Zigaretten und die suchtartige Nutzung von Social-Media Plattformen miteinander vergleichbar? Auch wenn beide Verhaltensweisen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken möchten, könnte es Parallelen geben. Eine Aktuelle Studie am Zentrum für Integrative Psychiatrie am UKSH untersucht, ob und inwieweit sich beide Suchtverhaltensweisen ähneln und welche Menschen besonders anfällig sind.

Soziale Medien sind heute aus unserem Leben kaum noch wegzudenken und bieten vielfältige Möglichkeiten für Austausch und Informationsgewinn. Doch manche, insbesondere junge Menschen, nutzen Plattformen wie Instagram, TikTok und Co. in einem schädlichen Ausmaß. Aktuellen Untersuchungen der DAK zufolge verbringen Teenager im Schnitt 2,75 Stunden täglich auf Social-Media Plattformen.

„Wir müssen uns dabei vor Augen halten, dass diese Nutzungszeiten meist nicht in einem Block erreicht werden, sondern sich aus vielen, mehreren „Konsumereignissen“ zusammensetzen, die den Tag unterteilen“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jürgen Rumpf, Leiter der Suchtforschungsgruppe am Universitätsklinikum Lübeck. Gerade hierin bestehe die besondere Gefahr einer exzessiven Social-Media Nutzung, da dieses ständige Schauen aufs Handy dazu führe, dass Tätigkeiten unterbrochen werden müssten, was eine teils massive Beeinträchtigung von Produktivität und Konzentrationsfähigkeit bei den Betroffenen zur Folge habe, so Rumpf weiter. „Wir sehen darin auch eine wichtige Ähnlichkeit zum Rauchen, denn auch Raucher unterbrechen ihren Tagesablauf in der Regel mehrfach für die allseits bekannten „Raucherpausen“.

Aber auch in anderer Hinsicht erscheint Rumpf der Vergleich von Rauchern und Social-Media Nutzern in einer Untersuchung hilfreich: „Während die Nikotinsucht als Störungsbild bereits umfassend erforscht ist, gibt es bisher nur wenige Forschungsarbeiten, die sich mit der suchtartigen Nutzung von Social Media befassen. Durch den direkten Vergleich beider Suchtformen hoffen wir etwaige Parallelen identifizieren zu können. Ähneln sich beide Gruppen in bestimmten Bereichen der Informationsverarbeitung, der Stress-Anfälligkeit oder ausgewählten Persönlichkeitsmerkmalen? Das kann uns langfristig dabei helfen, Social-Media Sucht besser zu verstehen“, so Rumpf weiter.

Das Projekt von Rumpfs Team ist Teil einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschergruppe und läuft seit Mai diesen Jahres am Universitätsklinikum Lübeck in Kooperation mit den Universitäten Duisburg-Essen und Ulm. Ziel der Studie ist es, betroffene Personen besser zu verstehen und so mittelfristig in einer Veränderung ihres Verhaltens unterstützen zu können. "Wir haben mit dem Projekt bisher einen soliden Start hingelegt, benötigen aber noch deutlich mehr Teilnehmer um unsere Ziele zu erreichen", erklärt Rumpf. Sein Team sei aktuell insbesondere auf der Suche nach Rauchern, die wenig bis selten Soziale Netzwerke nutzen. Darüber hinaus sei man noch auf der Such nach Teilnehmern die nicht rauchen, aber das Gefühl haben, soziale Netzwerke in einem exzessiven oder schädlichen Ausmaß zu nutzen.

Die Altersspanne für eine Teilnahme liegt bei 16 bis 65 Jahren. Interessierte sollten bereit sein an einem Tag für 4 bis 5 Stunden am Campus Lübeck und optional zuhause weitere Studienaufgaben zu erfüllen. Zur Untersuchung zählt unter anderem die Bearbeitung bestimmter Aufgaben, bei denen beispielsweise Bilder aus sozialen Netzwerken oder Bilder zum Thema Rauchen betrachtet und bewertet werden sollen, sowie die Beantwortung von Fragebögen. Bei den allen Teilnehmern wird in den darauffolgenden zwei Wochen die Social Media Nutzung oder das Rauchverhalten mittels Smartphone-Apps untersucht.

Die gesamten Tests werden insgesamt mit bis zu 120 Euro vergütet. Interessierte können auf der Website ist-social-media-das-neue-rauchen.de an einen kurzen Fragebogen ausfüllen und so die eigenen Voraussetzungen für eine Teilnahme prüfen. Bei Eignung besteht die Möglichkeit sich verbindlich zur Studie anzumelden und von der Studienleitung kontaktiert zu werden.

Ist Social Media das neue Rauchen? Das UKSH sucht für eine Studie noch Probanden. Symbolbild: JW

Ist Social Media das neue Rauchen? Das UKSH sucht für eine Studie noch Probanden. Symbolbild: JW


Text-Nummer: 155694   Autor: UKSH/red.   vom 18.12.2022 um 11.42 Uhr

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