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Frohes Weihnachtskonzert der Philharmoniker

Lübeck: Archiv - 26.12.2022, 11.33 Uhr: Inzwischen ist das Weihnachtskonzert der Lübecker Philharmoniker am ersten Feiertag eine Tradition. Diesmal bescherte das Orchester ein interessantes Programm dem Publikum – das im nahezu vollbesetzten Großen Haus mit reichem Beifall dankte. Leitender Musikdramaturg Dr. Jens Porath gab eine kleine Einführung in die von ihm mit viel Gespür zusammengestellten Kompositionen, und dann übernahm Dirigent Paul Willot-Förster das Szepter.

Es war eine gute Idee, im ersten Teil mit ernsten Kompositionen auf die Fest-Fundamente hinzuweisen: auf die Gemeinschaft als der Grundlage des Zusammenlebens. In den Ausschnitten aus der Kantate 4 von J. S. Bachs Weihnachtsoratorium suchte der Chor des Theaters eingangs noch nach der barocken Klarheit, die sich dann beim Choral einstellte, als Natalya Bogdanova die schöne Echo-Arie „Flößt mein Heiland“ mit aller Innigkeit sang. Jan-Michael Krüger hatte seine Chorgemeinschaft bei den a cappella-Raritäten von Rachmaninoffs „Bogoroditse Devo“ und Günter Raphaels „Adventskyrie“ bestens auf Klarheit und Dynamik eingestellt.

Die ganze romantische Dynamik ließ 2. Kapellmeister Willot-Förster, der die Philharmoniker mit bestimmender Eleganz leitete, in der Ouvertüre zu Mendelssohn Bartholdys „Paulus“-Oratorium entwickeln. Und in den Auszügen aus Haydns „Die Schöpfung“ imponierten neben dem Chor die Solisten, zumal Jacob Scharfman mit seinem markanten edlen Bariton. Zu einem eindringlichen Höhepunkt wurde Gustav Mahlers „Urlicht“: Natalya Bogdanova gab ihm die wunderbare himmlische Mystik – so wie Noah Schaul nach der Pause seinen Tenor beim hochromantischen „O Holy Night“ von Adolphe Adam (in der der Fassung von John Rutter) auf edlen Höhen gleiten ließ.

Als Schwerpunkt im zweiten Teil erklangen acht Tanzsätze aus Tschaikowskys „Nußknacker“-Suite. Fehlten dem Orchester anfangs noch ein paar Trainingseinheiten und ging Förster den Blumenwalzer etwas zu schnell an, wurde es bald immer harmonischer in allen Orchestergruppen und wob die Harfe immer mehr Stimmungsmomente ein. Als der Chor endlich „Stille Nacht“ anstimmte und zusammen mit dem kräftig einfallenden Publikum die ersten Strophen „Tochter Zion“ (basierend auf Händels „Judas Maccabaeus“) sang, hatte dieses Konzert den festlichen Glanz erreicht, der Weihnachten ausmacht.

Die Lübecker Philharmoniker boten am Sonntagabend ein festliches Konzert im Großen Haus. Foto: Jan Philip Welchering

Die Lübecker Philharmoniker boten am Sonntagabend ein festliches Konzert im Großen Haus. Foto: Jan Philip Welchering


Text-Nummer: 155818   Autor: Güz.   vom 26.12.2022 um 11.33 Uhr

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