Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Mit Optimismus ins neue Jahr!

Lübeck: Archiv - 31.12.2022, 15.15 Uhr: Stadtpräsident Klaus Puschaddel und Bürgermeister Jan Lindenau ziehen eine Bilanz des Jahres 2022 und geben einen Ausblick auf 2023. Es gebe gute Nachrichten für Lübeck vom Brückenbau bis zum Investitionsprogramm für die städtischen Altenheime.

Liebe Lübeckerinnen und Lübecker, liebe Mitmenschen,

als wir vor fast zwölf Monaten das neue Jahr begrüßten, haben das wahrscheinlich die meisten von uns mit Wünschen oder guten Vorsätzen für 2022 verbunden. Viele von uns gingen wohl davon aus, dass die Pandemie weiterhin ein großes Thema sein würde – wir es aber dennoch schaffen, mit Covid-19 irgendwie „umzugehen“. Das ist mittlerweile gelungen und die Normalität weitestgehend wieder zurückerlangt.

Aber niemand konnte sich an Neujahr vorstellen, dass wenige Wochen später ein Krieg in Europa ausbrechen würde. Russlands völkerrechtswidriger Angriff auf die Ukraine hat uns alle innerhalb kürzester Zeit erneut auf die Probe gestellt. Ein Krieg, vermeintlich weit weg und doch so nah. Mit Auswirkungen, die schon bald auch in Lübeck zu spüren waren.

Bereits im März trafen die ersten ukrainischen Flüchtlinge hier ein, die kurzfristig untergebracht, verpflegt und registriert werden mussten. Den vielen ehren- und hauptamtlichen Helfenden möchten wir für ihr große Engagement an dieser Stelle nochmals danken.

Aber der Krieg zeigte auch, dass die Deutschen ihre Hilfsbereitschaft wiederentdeckt haben: Sie spendeten nicht nur Geld- und Sachspenden, sondern nahmen auch viele Flüchtlinge bei sich zu Hause auf. Von den mehr als eine Million Ukrainern, die meisten Kinder und deren Mütter, die sich nach Deutschland gerettet haben, fanden etliche auch bei uns in Lübeck eine vorübergehende Bleibe.

In diesen Tagen denken wir an die vielen Opfer dieses Krieges, das unerträgliche Leid und die menschenunwürdigen Bedingungen, die die Menschen in der Ukraine und anderen Orten der Welt erleiden müssen. Wir wünschen und hoffen, dass das neue Jahr 2023 Wege eröffnet, die Frieden in Europa und der Welt wieder möglich machen.

Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse blicken wir voller Demut und Dankbarkeit auf ein Jahr zurück, in dem wir in der Hansestadt Lübeck viele positive Entwicklungen gemeinsam in der Stadt erleben konnten.

Im März konnten wir die Installation von insgesamt 52 mobilen Luftreinigern in Klassen- sowie Kitaräumen abschließen, die nur über eingeschränkte Lüftungsmöglichkeiten verfügen. Erfreulich dabei: Von den insgesamt rund 2.200 Klassen- bzw. Kitaräumen in Lübeck haben 95 Prozent gute Lüftungsmöglichkeiten, die wir mit bundesweit einmaliger Messtechnik laufend überprüfen und für alle transparent unter www.luebeck.de/frischeluft veröffentlichen. Ein weiterer wichtiger Schritt für mehr Normalität.

Ebenfalls erfreuliche Nachrichten konnten wir im Mai zum Haushalt verkünden: Auch der Haushalt des Jahres 2021 schloss mit einem positiven Jahresergebnis ab. Das Ergebnis zeigt, dass wir in der Lage sind, auch in unsichereren Zeiten, wie der Corona-Pandemie, einen soliden Haushalt aufstellen und umsetzen können. In den vergangenen drei Jahren, von 2019 bis 2021, haben wir dabei jeweils mehr als 100 Millionen Euro in Schulen, Straßen, Radwege, Brücken und den Hafen - um nur einige Beispiele zu nennen - investiert. Auch der Haushalt 2022 wird positiv abgeschlossen werden. Und erstmals in der Stadtgeschichte - mindestens seit Jahr 1937 - haben wir bereits in der Planung einen positiven Haushalt verabschiedet. Die Hansestadt Lübeck ist also für alle Herausforderungen gut aufgestellt.

Nicht nur erfreulich, sondern geradezu sensationell dann im April die Nachricht vom Fund eines Hanseschiffes in der Trave! Das ca. 20 x 8 Meter breite Schiff liegt in etwa elf Meter Tiefe in der Fahrrinne der Trave und wird auf das 17. Jahrhundert datiert, wie Untersuchungen des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ergeben haben. Experten bezeichnen den Fund als herausragend für die Archäologie und die Historie der westlichen Ostsee.

Gleichsam im Dunkeln liegen seit Ende August mehrere öffentliche Gebäude: Rathaus, Holstentor oder auch der Alte Leuchtturm in Travemünde werden nachts nicht mehr angestrahlt. Lübeck setzt damit ein sichtbares Zeichen der aktuellen Energiekrise als Folge des seit mehr als neun Monate andauernden Krieges in der Ukraine. Über die Weihnachtsfeiertage haben wir entschieden, dass die Silhouette der Stadt als Licht der Hoffnung erleuchtet wird. Auch zum unmittelbar anstehenden Jahreswechsel werden die sieben Kirchtürme der Stadt erleuchten.

Energiekrise heißt aber auch, Strom und Gas zu sparen wo es möglich ist. Und die Einschränkungen sind für fast alle spürbar: So wurden die Freibäder gar nicht mehr beheizt und in den Hallenbädern die Temperatur auf 26 Grad begrenzt. Auch in der Verwaltung wurde es vor kurzem merklich kühler: Seit Mitte September darf es in den Büros der Beschäftigten von Betrieben und Stadtverwaltung nur noch 19 Grad „warm“ sein, während Flure und Treppenhäuser gar nicht mehr beheizt werden. Zwischen den Feiertagen bleibt die Stadtverwaltung fast vollständig geschlossen, um auch so einen Beitrag zur Einsparung von Energie zu leisten.

Uns ist bewusst, dass die steigenden Kosten viele Mitmenschen vor besondere Schwierigkeiten stellen. Wir versichern Ihnen allen, dass der Staat alles Notwendige unternimmt, damit niemand auf Strom und Wärme verzichten muss. Zahlreiche Hilfsprogramme sind angeschoben, finanzielle Unterstützung wird gewährt. Informieren sich über die zahlreichen finanziellen Möglichkeiten der Unterstützung, die Ihnen zustehen. In einem solidarischen Staat wie der Bundesrepublik Deutschland haben alle Bedürftigen Anspruch auf diese Unterstützung. Deshalb: Stellen Sie Anträge, damit Ihnen bei Bedarf geholfen werden kann! Nähere Informationen finden Sie auch online unter www.luebeck.de/energiesparen.

Zentrale Weichen wurden im vergangenen Jahr bei zahlreichen Bauprojekten gestellt: Der Neubau der Ersatzbrücke für die Mühlenbrücke ist gestartet, die Bahnhofbrücke konnte im ersten Teilabschnitt im Zeitplan fertig gestellt werden. Zahlreiche Straßen und Radwege wurden saniert.

Abschließend noch ein Ausblick in die nähere Zukunft, der auch mit dem Thema Bauen zu tun hat: Die Einwohnerzahl unserer Stadt wird kontinuierlich weiter steigen. Es wird prognostiziert, dass in weniger als 20 Jahren bereits 225.000 Menschen hier leben werden. Steigende Bevölkerungszahlen bedeuten auch, ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu bieten und neuen zu schaffen.

Bereits 2015 wurde als Ziel festgelegt, innerhalb von 10 Jahren 4.000 Wohneinheiten zu errichten. Wir sind, trotz steigender Preise und Löhne, die das Bauen naturgemäß erschweren, auf gutem Weg, dieses Ziel zu erreichen: Bis November dieses Jahres wurde gemäß der Bebauungspläne Baurecht für fast 3.000 neue Wohneinheiten geschaffen.

Unter den rund 3.000 Wohneinheiten sind etwa 820 geförderte, preisgünstige Wohnungen. Von den laufenden Verfahren werden voraussichtlich bis 2024 Bebauungspläne für weitere rund 1.600 Wohneinheiten abgeschlossen sein. Somit wird es in Summe bis 2024 Baurecht für rund 4.500 Wohneinheiten geben. Damit wird die Zielvorgabe nicht nur um ein Jahr früher als geplant erfüllt, sondern auch um 500 Wohneinheiten übertroffen!

Aber auch um die älter werdenden Menschen in unserer Stadt sorgen wir uns und richten deshalb die städtischen Senioreneinrichtungen zum Jahreswechsel neu aus. Zum 01.01.2023 wird auf Beschluss der Bürgerschaft ein neuer Eigenbetrieb gegründet. In den nächsten Jahren investiert die Stadt weit über 100 Millionen Euro in die Modernisierung und den Neubau unserer Pflegeeinrichtungen in den Stadtteilen und treffen so Vorsorge in der Pflege als kommunale Daseinsvorsorge.

Und auch in der Innenstadt tut sich was: Zum Jahresende hat die Stadt das ehemalige Karstadt-Sport-Gebäude am Schrangen erworben. Mut im Tun ist unser Programm. Wir wollen in den kommenden Jahren die Innovationskraft der Lübecker Innenstadt heben und starke Impulse setzten, die den Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Innenstadt initiieren. Mit dem "Innovationskontor Lübeck" setzen wir dringend erforderliche Entwicklungs- /Wandlungsprozesse um und verstetigten die Impulse im Sinne einer zukunftsfähigen Innenstadt. Mehr zum Vorhaben finden Sie unter www.luebeck.de/innovationskontor.

Das neue Jahr 2023 kündigte sich bereits mit vielen weiteren, zukunftsorientierten Vorhaben an: Der Masterplan Klimaschutz, die Fortschreibung der Digitalen Strategie, die Dachmarke "Port of Lübeck", Lübeck ist Host Town der Special Olympics World Games und die Travemünder Woche startet mit einem neuen Konzept in die Weiterentwicklung, um nur einige Beispiele zu nennen.

Es gibt also viele Gründe trotz der besonderen Herausforderungen zuversichtlich in das neue Jahr zu schauen.

Wir wünschen allen Lübeckern einen guten Jahreswechsel und ein gesundes und (hoffentlich) friedvolles neues Jahr 2023 und bedanken uns besonders bei allen Menschen, die auch während der Feiertage Dienst tun, um unser Gemeinwesen am Laufen zu halten.

Es grüßen Sie zum neuen Jahr herzlich,

Klaus Puschaddel, Stadtpräsident
Jan Lindenau, Bürgermeister

Stadtpräsident Klaus Puschaddel und Bürgermeister Jan Lindenau schauen mit Optimismus auf das neue Jahr. Foto: HL

Stadtpräsident Klaus Puschaddel und Bürgermeister Jan Lindenau schauen mit Optimismus auf das neue Jahr. Foto: HL


Text-Nummer: 155873   Autor: Presseamt Lübeck/red.   vom 31.12.2022 um 15.15 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.