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Mit der Neunten ins neue Jahr geeilt

Lübeck: Archiv - 02.01.2023, 11.59 Uhr: Beim Neujahrskonzert der Lübecker Philharmoniker mit Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie war die MuK, bis auf wenige Plätze im Orchesterrang, ausverkauft – ein gutes Omen für 2023? MuK-Geschäftsführerin Ilona Jarabek dankte eingangs den Lübeckern für ihre Treue und wünschte (nach den so schwach besuchten Abonnementskonzerten auch des NDR im vergangenen Jahr) ein Wiedererstarken des Interesses an der Musik als Kraftquelle – und allen ein gutes, gesundes neues Jahr.

Den Wünschen schloss sich GMD Stefan Vladar an und erinnerte auch daran, dass „die Neunte“ als eine der größten Kompositionen überhaupt die Utopie einer friedlichen Welt und ein Appell an alle Menschen sei. Dass es mit dem Frieden derzeit allerdings nicht gut bestellt ist, ließ Lübecks Chefdirigent dann in seiner Interpretation hören. Er schlug bereits im 1. Satz (Allegro maestoso) ein Tempo an, als gelte es, allen Graus in Europa und in aller Welt schnellsten zu beenden. Besonders die Bläser gerieten in die Bedrouille, wenn auch Paukist Manuel Rettich die Truppen vorantrieb. Da war das „Molto vivace“ im 2. Satz nahezu erreicht, doch im dezidierten Rhythmus dieses Sturmangriffs erfreuten nun die famosen Hörner, Posaunen und Trompeten.

Die vertrauensbildenden Maßnahmen des „Adagio molto e cantabile“ als Vorbereitung des Schlußsatzes strömten getragen ins Auditorium, Violinen und Holzbläser vereinten sich in ruhig bewegter Harmonie – bis das Auf und Ab des Finalsatzes erneut das Orchestern aufmischte und das Publikum aufwühlte. Erster Konzertmeister Khristian Artamonov hatte den führenden Bogen raus, als es nach dem Paukengewitter in „O Freunde, nicht diese Töne!“ ging: Rudi Brattaberg (Baß) intonierte stimmgewaltig, Noah Schaul (Tenor), Evmorfia Metaxaki (Sopran) und Laila Salome Fischer (Alt) fügten sich mit ihm zum Quartett.

Und dann kamen die großen Minuten des Chors. Die Schiller-Verse „Seid umschlungen Millionen“ endlich gingen unter die Haut: Jan-Michael Krüger hatte aus seinem Theaterchor und dem Phemios Kammerchor eine Einheit geformt, die bewies, dass nicht die Masse, sondern die Klasse von Intonation und Harmonie diesen Versöhnungs-Aufruf so kunstvoll, eindringlich und künstlerisch wertvoll machen. - Langer Applaus lohnte die Leistungen. Danach lud die MuK, traditionell, in die Rotunde zu einem Glas Sekt zum Anstoßen auf 2023 mit der Hoffnung, dass es besser werde als 2022.

Stefan Vladar erinnerte auch daran, dass „die Neunte“ als eine der größten Kompositionen überhaupt die Utopie einer friedlichen Welt und ein Appell an alle Menschen sei. Foto: Wolfgang Maxwitat/Theater Lübeck

Stefan Vladar erinnerte auch daran, dass „die Neunte“ als eine der größten Kompositionen überhaupt die Utopie einer friedlichen Welt und ein Appell an alle Menschen sei. Foto: Wolfgang Maxwitat/Theater Lübeck


Text-Nummer: 155897   Autor: Güz   vom 02.01.2023 um 11.59 Uhr

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