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Stefan Schmidt: Zuwanderer brauchen Chance auf Teilhabe

Lübeck: Im Sommer 2004 sorgte der Lübecker Kapitän Stefan Schmidt weltweit für Aufsehen, als er Schiffbrüchige aus dem Mittelmeer rettete und sie gegen den Willen nach Italien brachte. Seitdem setzt er sich für Flüchtlinge ein. In der Debatte um die Kriminalität zu Silvester in einigen Städten äußert er sich differenziert.

Auch in Schleswig-Holstein wird der Zusammenhang von Integrationspolitik mit den Ausschreitungen und Angriffen auf Helfer diskutiert. Der Beauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes, Stefan Schmidt, hält eine Auseinandersetzung mit Integrationspolitik für hilfreich. Einige Äußerungen in der aktuellen Debatte betrachtet er jedoch als verfehlt.

Aufgrund der Straftaten in der Silvesternacht eine misslungene Integration zu behaupten oder gar die Integrationspolitik in Gänze infrage zu stellen, hält Stefan Schmidt für falsch. Insbesondere befremden den Beauftragten Äußerungen, die ohne rassistische Ressentiments zu schüren einen Integrationsunwillen von Randalierern annehmen und einen kausalen Zusammenhang zwischen kultureller Prägung und Gewalttaten gegen Rettungskräfte und Vertretern von Sicherheitsorganen annehmen.

"Während ich gern die Teilnahme von Mädchen am Schwimmunterricht mit Blick auf Integration diskutiere, fehlt mir die Überzeugung, dass das Verhalten, das wir zu Silvester gesehen haben, irgendwo auf der Welt oder in den Herkunftsländern von Tätern als akzeptables Verhalten gewertet würde", sagt Stefan Schmidt. "Wir müssen uns vielmehr darüber klar werden, ob wir damit leben möchten, dass einige Menschen, egal welchen Gruppen sie angehören, in unserem Land und besonders in großen Städten nicht Teil unseres Gemeinwesens sind. So scheint unser Selbstverständnis zwar nicht zu sein, allerdings spricht unsere Sozialpolitik in Deutschland eine andere Sprache."

Die Verbesserung von prekären Wohn- und Arbeitssituationen, konstruktive Maßnahmen zum Abbau sozialer Ungleichheit und die Schaffung von Aufstiegschancen sind nach Ansicht des Zuwanderungsbeauftragten prominente Aufgaben auch der Politik in Schleswig-Holstein. Ihre Erfüllung betrachtet Schmidt auch deshalb mit großem Interesse, weil sie das Thema der Teilhabe von Zugewanderten unmittelbar betreffen.

Der Lübecker Stefan Schmidt ist Flüchtlingsbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein. Foto: Archiv/Harald Denckmann

Der Lübecker Stefan Schmidt ist Flüchtlingsbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein. Foto: Archiv/Harald Denckmann


Text-Nummer: 155988   Autor: LTSH/red.   vom 07.01.2023 um 14.20 Uhr

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