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59. Possehl-Musikpreis: Große Qualität

Lübeck - Innenstadt: Wenn Possehl zum Preisträgerkonzert des gleichnamigen Musikwettbewerbs in der Musikhochschule ruft, dann entdeckt manch einer einmal im Jahr wieder, wie schön doch Musik ist – oder neuerdings auch, wie „unangenehm“: Denn am Sonnabend wurde im vollbesetzten MHL-Saal zum 3. Mal auch der Preis des Possehl-Wettbewerbs für „Neue musikalische Aufführungskonzepte“ vergeben. Und das Werk der Gewinnerin verstörte nicht wenige im Parkett auf dem Rang.

Das will Ariadne Dalatsi auch in ihrer Multimedia-Antwort auf Erich Kästners „Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn?“. Mit ihrem Team Sophie Kockler (Klarinette), Jorma Marggraf (Klavier) und Adrian Thieß (Trompete/Elektronik) – alle bereits hervorragende Instrumentalisten – geht sie mit Schattenspielen, Monologen und oft verstörenden artistischen Solobeiträgen sowie Computer-Zuspielungen bis zum vierstimmigen, hoffenden Madrigal. Das hält über eine halbe Stunde nicht immer die Spannung, ist jedoch von solcher Intensität und zeigt ursprüngliches Können, dass der 1. Preis einstimmig vergeben und das Resultät vom Publikum nachdrücklich anerkannt wurde.

Die Qualität des Jahrgangs 2022 war stets zu vernehmen. Christian Schwandt als Vorsitzender der „Experimental“-Jury verwies auf die Innovationskraft dieser alle zwei Jahre vergebenen Auszeichnung – Dr. Ole Krönert wiederum auf die Tradition des nun zum 59. Mal vergebenen Possehl-Musikpreises für einzelne Leistungen. Dabei verriet er einiges aus dem Werdegang der Ausgezeichneten, was sie ebenso wie diese Stunde so persönlich machte.

Der 3. Preis ging an Susanna de Secondi und Elias Opferkuch, die keineswegs vernehmen ließen, daß sie noch nicht lange als Klavierduo auftreten: Ihr Mentor Prof. Konrad Elser hat aus beiden Solisten eine Einheit geformt, was sie im Allegro aus Mozarts C-Dur-Sonate KV 521 und in der Tarantella aus Rachmaninoffs 2. Suite bewiesen: Mit sicherem Zugriff und erstaunlicher Synchronität ließen sie das Auditorium bestes Musikantentum erleben.

Mariia Shmeleva aus der Schlagzeug-Klasse von Prof. Johannes Fischer errang den 2. Preis. Was diese junge Frau in Per Noergards „The Gentle“ ( dem 2. Satz aus „I Ching“) an chinesisch-metallischen Schwingungen zauberte, frappierte ebenso wie „Side by Side“ von Michio Kitazume: Das Herantasten auf Bongos, Congas, Tomtom und Pedalpauke ging in ein Gewitter über, bei dem neben der physischen Leistung auch die mentale (ohne Partitur!) staunen machte.

In der zierlichen Violinistin Saki Tozawa stecken Kraft und Musikalität, was sie unter Beweis stellte mit Schuberts romantischem Rondo h-Moll D 895. Hier gehen Sanglichkeit und Virtuosität eine Symbiose ein, die Tozawa traumhaft sicher vorführte. Kein Wunder, dass sie mit dieser Interpretation mit dem 1. Preis im Wettbewerbsjahr 2022 bedacht wurde. In den großen Beifall bezog das Publikum auch ihren Klavierbegleiter Yoko Kuwahara mit ein, der bewies, dass kongeniale Partnerschaft zum Erfolg beiträgt.

Große Auftritte: An der Musikhochschule Lübeck wurde der 59. Possehl-Musikpreis verliehen. Foto: Fabian Helmich/Archiv

Große Auftritte: An der Musikhochschule Lübeck wurde der 59. Possehl-Musikpreis verliehen. Foto: Fabian Helmich/Archiv


Text-Nummer: 156128   Autor: Güz.   vom 15.01.2023 um 18.56 Uhr

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