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Elternvertretungen zum Thema Verpflegungskosten in Kitas

Lübeck: Zum Beschluss des Jugendhilfeausschusses bezüglich der Verpflegungskosten erklären die Kreis- und Stadtelternvertretung Lübeck in einer Mitteilung: „Seit langem wird in Lübeck über die Erhöhung der Verpflegungskosten beim städtischen Träger debattiert. Neben der Erhöhung der Verpflegungskosten sollen auch die Betreuungszeiten verschoben werden. Nun hat der Jugendhilfeausschuss beschlossen, das Thema um ein Jahr zu vertagen und eine alternative Lösung zu prüfen."

"Hintergrund der Debatte ist die derzeit in Lübeck herrschende Ungleichbehandlung von städtischen Kitas und Kitas in freier Trägerschaft wie zum Beispiel dem KitaWerk. Bislang werden die Verpflegungskosten bei den städtischen Kitas von der Kommune bezuschusst, die der Freien Träger jedoch nicht. Um diese Ungleichbehandlung zu beenden, schlug die Verwaltung vor, die Bezuschussung der städtischen Kitas zu beenden, was zu einer Erhöhung der Kosten um mehr als das Doppelte auf 106,00 Euro geführt hätte. Gleichzeitig sollten auch die Betreuungszeiten der städtischen Kitas verschoben werden.

„Die Initiative der Verwaltung, beim städtischen Träger die Verpflegungskosten zu erhöhen und die Kernbetreuungszeiten zu reduzieren, hat zu einem wahren Dammbruch auch bei anderen Trägern geführt“, so Mascha Benecke-Benbouabdellah, Co- Vorsitzende der Kreis- und Stadtelternvertretung Lübeck (KEV/SEV) „Große Träger wie das Kitawerk haben ihren Eltern ebenfalls eine deutliche Kostenerhöhung angekündigt und wollen gleichzeitig ebenfalls die Kernzeit der Betreuung verschieben, so dass Eltern Betreuungszeiten nach 15:30 kostenpflichtig hinzubuchen müssten“, ergänzt sie.

Die Pläne zur Verschiebung der Betreuungszeiten hätten in der Konsequenz eine weitere Kostensteigerung für viele Familien bedeutet. Aufgrund des Widerstandes der Kreis- und Stadtelternvertretung ( KEV/SEV) waren diese Anträge immer wieder vertagt worden. In der Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses am 23.01.2023 wurde nun mehrheitlich beschlossen, stattdessen die Verpflegungskosten bei den Freien Trägern ebenfalls mit 50 Euro pro Betreuungsplatz und Monat zu bezuschussen und auf diese Weise die Ungleichbehandlung zu beenden. Dies war bislang aus Kostengründen abgelehnt worden. Damit ist die Erhöhung der Verpflegungskosten bei den städtischen Trägern vorerst vom Tisch und die Freien Träger werden in die Lage versetzt, die angekündigten Kostensteigerungen zu vermeiden. Bei den Elternvertretungen herrscht große Freude über diese Lösung. “Wir sind sehr froh, dass der Jugendhilfeausschuss den Erhöhungsplänen eine deutliche Absage erteilt hat und sich den Forderungen der Kreis- und Stadtelternvertretung mehrheitlich angeschlossen hat. So sollen nun alle Eltern bis zum 01.01.2024 eine Bezuschussung der Verpflegungskosten in Höhe von 50 Euro erhalten. Zudem wird die Einführung eines Kostendeckels für Verpflegungskosten, wie es ihn in Kiel bereits gibt, geprüft und die Sozialstaffel auf 70 Prozent gesenkt. Da Lübeck eine familienfreundliche Kommune ist, werden sich der Hauptausschuss und die Bürgerschaft sicherlich an die Empfehlung der Fachpolitiker halten und der Beschlussvorlage zustimmen," so Mascha Benecke-Benbouabdellah.

Aufgrund der Beschlüsse hat die Lübecker Verwaltung nun den Auftrag, bis Ende des Jahres zu prüfen, ob eine Deckelung der Verpflegungskosten möglich ist. In Kiel wurde bereits ein Beitragsdeckel in Höhe von 49 Euro beschlossen.

Ein weiteres Problem für die Lübecker Familien ist jedoch noch ungelöst. „Nun müssen wir uns genau so dringlich um die Verschiebung der Kernzeiten der Betreuung kümmern. Für mich bedeutet das Vorgehen des Kitawerkes den Verlust meines derzeitigen Arbeitsplatzes und für meinen Arbeitgeber den Verlust einer pädagogischen Fachkraft“, berichtet Tanja Friede, Co-Vorsitzende der Kreis- und Stadtelternvertretung Lübeck und betroffene Mutter. Sie ergänzt: „Wären ausreichend Kitaplätze vorhanden, dann hätten wir für unser Kind zumindest noch die Möglichkeit, eine andere Kita auszuwählen, die mit meinem Job als Leiterin eines Ganztags an Schule vereinbar ist. Da die geplante Veränderung aber erst jetzt im Januar angekündigt wurde, sind alle Plätze vergeben. Es gibt keine Kita mit passenden Betreuungszeiten, die unser Kind ab Sommer 23 aufnehmen kann.“

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„Wären ausreichend Kitaplätze vorhanden, dann hätten wir für unser Kind zumindest noch die Möglichkeit, eine andere Kita auszuwählen“, sagt Tanja Friede, Co-Vorsitzende der Kreis- und Stadtelternvertretung Lübeck. Foto: Elternvertretung

Der Träger KinderWege wiederum ist derzeit aus Personalmangel dazu gezwungen, die Betreuungszeiten in mindestens einer Einrichtung erheblich zu reduzieren. Die Eltern sollen aber weiterhin die vollen Kosten der Betreuung tragen. Maren Hampel, eine Mutter aus Lübeck, die ihr Kind in der betroffenen Einrichtung betreuen lässt: „Uns Eltern ist das Problem des Fachkräftemangels der Kitas bekannt, aber es gibt hier unterschiedliche Verantwortlichkeiten. Verantwortung von uns Eltern ist es, die außerschulische Bildung und das Recht darauf für unsere Kinder einzufordern. Verantwortung der Kommune ist es, bedarfsgerechte und ausreichende Kitaplätze zu schaffen und Verantwortung eines Kitaträgers ist es, seine Verträge, die er geschlossen hat, einzuhalten. „Kinder und Eltern haben einen Rechtsanspruch auf eine bedarfsgerechte Betreuung, die sichergestellt werden muss. Uns ist bewusst, dass die verschiedenen Betreuungszeitbedarfe von Eltern in der Organisation eine logistische, personelle und auch finanzielle Herausforderung darstellen.“, ergänzt Tanja Friede. „Wir brauchen einen großen Wurf, um die Probleme der Finanzierung von Kinderbetreuung in dieser Stadt zu lösen. Die Verantwortung Familien zu entlasten, tragen alle politisch Handelnden, insbesondere auch das Land Schleswig-Holstein. Nicht hinnehmbar ist es, dass Eltern die Lasten einer verfehlten Kitapolitik allein schultern sollen“, so Mascha Benecke-Benbouabdellah abschließend.“

„Die Initiative der Verwaltung, beim städtischen Träger die Verpflegungskosten zu erhöhen und die  Kernbetreuungszeiten zu reduzieren, hat zu einem wahren Dammbruch auch bei anderen Trägern geführt“, so Mascha Benecke-Benbouabdellah. Foto: Eltern

„Die Initiative der Verwaltung, beim städtischen Träger die Verpflegungskosten zu erhöhen und die Kernbetreuungszeiten zu reduzieren, hat zu einem wahren Dammbruch auch bei anderen Trägern geführt“, so Mascha Benecke-Benbouabdellah. Foto: Eltern


Text-Nummer: 156330   Autor: Elternvertretung/red.   vom 25.01.2023 um 14.39 Uhr

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