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8. Sinfoniekonzert: Rhythmus Amerikas

Lübeck: Mit dem Programm des 8. Symphoniekonzerts der Lübecker Philharmoniker hat GMD Stefan Vladar offensichtlich einen Publikumsnerv getroffen: Im Sonntagskonzert war die MuK so voll wie lange nicht mehr – und der Beifall der Hörer steigerte sich von Werk von Werk. Die drei Kompositionen von Bernstein, Gershwin und Rachminow entstanden in Amerika, und alle drei stehen im Zeichen des Rhythmus.

Vladar begann mit dem scheint's leichten, doch schwierigsten Stück: Leonard Bernsteins „Sinfonische Tänze“ aus der „West Side Story“ gehen weit über die Partitur des Musicals hinaus und verlangen in ihrer vertrackten Instrumentation ungemein viel vom Orchester. Hier stimmte am Sonntag nicht alles, manches klang „philharmonisch“, entbehrte noch des Pep und der synchronen Gruppendynamik. Die einzelnen Tänze standen nebeneinander, „Somewhere“ fehlte etwas die Ruhe, Mambo und Cha-Cha etwa gerieten gar zu abrupt.

Für George Gershwins Concerto in F war mit Tzimon Barto ein Weltklasse-Pianist gewonnen worden, der die MuK bereits aus Auftritten beim SHMF kannte. Er ging das Werk versonnen an, spannte zusammen mit Vladar den melodischen Bogen, bis das Synkopen-Festival einsetzte. Hier bewies der 60jährige sein Feeling für diese Virtuosität, für die Geläufigkeit wie für die schroffen Griffe. In keiner Phase ließ die Spannung nach im Zusammengehen mit Vladar, der sich auf sein Orchester verlassen konnte – und auf die solistischen Kapriolen vor allem der Bläser: Was etwa Joachim Pfeiffer (Trompete) und Johannes Brüggemann (Oboe) zeigten, bewies die Klasse des Orchesters. Den starken Beifall lohnte Barto mit einem kleinen Gershwin-Prelude.

Sehr reizvoll ist Stefan Vladars Gegenüberstellung vom Sergej Rachmaninows „Sinfonischen Tänzen“, seinem letzten Werk; Zunächst bot er die vierhändige Klavierversion (im März mit seiner Frau Magda Amara im Großen Haus) – und nun die originale Fassung für großes Orchester. Der GMD demonstrierte, wie er sich auf diese Spätromantik pur versteht, ließ die in den drei dichtgewirkten Sätzen die melodischen Linien hervortreten, da der Komponist jeder Gruppe ihr „Futter“ gibt. Immer wieder konnten sich Philharmoniker mit Soli auszeichnen in diesen vierzig bewegten Minuten, die das große Auditorium ebenfalls mit reichem Beifall bedachte. (Wiederholung des Konzerts: Montag, 22. Mai, 19.30 Uhr in der MuK)

Die Philharmoniker stellten bei ihren 8. Konzert der Saison Amerika in den Mittelpunkt. Foto: Jan Philip Welchering

Die Philharmoniker stellten bei ihren 8. Konzert der Saison Amerika in den Mittelpunkt. Foto: Jan Philip Welchering


Text-Nummer: 158805   Autor: Güz.   vom 21.05.2023 um 17.28 Uhr

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