IHK-Sommertour Ostholstein

Ostholstein: Archiv - 28.07.2023, 11.22 Uhr: Hunderte junge Menschen aus ganz Deutschland setzen jedes Jahr in Timmendorfer Strand den Startpunkt für ihre berufliche Karriere – trotz Handicap und individuellen Einschränkungen: Das Bugenhagen Berufsbildungswerk integriert seit mehreren Jahrzehnten Menschen mit Behinderung erfolgreich in Beruf und Gesellschaft.

Dafür verlieh die IHK zu Lübeck während ihrer Sommertour die Auszeichnung TOP-Ausbildungsbetrieb, erstmals in der Kategorie „Soziales Engagement“.

„Das Bugenhagen Berufsbildungswerk erkennt die individuellen Talente junger Menschen, fördert gezielt ihre Stärken und macht sie trotz Startschwierigkeiten fit für den Arbeitsmarkt. Das können wir gar nicht hoch genug einschätzen, denn es fehlen in allen Branchen qualifizierte Fachkräfte“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning bei der Übergabe der Urkunde und einer Plakette für den Eingangsbereich. Im Auftrag der Agentur für Arbeit bietet das Berufsbildungswerk passgenaue Angebote für junge Erwachsene an: Aktuell nehmen rund 140 Personen an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teil, etwa 300 Auszubildende machen einen Abschluss in einem von 55 Ausbildungsberufen.

„Wir wollen junge Leute in ihrer Selbstständigkeit und Persönlichkeit stärken, sodass sie einen Beruf aufnehmen und ihr Leben eigenständig gestalten können. 95 Prozent von ihnen schaffen ihre Abschlussprüfung direkt im ersten Anlauf. Wir vermitteln den Großteil dann in eines von 800 bundesweiten Partnerunternehmen“, so Einrichtungsleiterin Inka Kielhorn. Und auch nach dem Abschluss bleibt das Berufsbildungswerk für ein Jahr an der Seite der Absolventen und begleitet sie beim Berufseinstieg.

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Feierliche Auszeichnung zum TOP-Ausbildungsbetrieb: Filia Severin, IHK-Ansprechpartnerin für den Kreis Ostholstein, IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning, Bugenhagen-Azubi Tobias Müller, IHK-Vizepräses Annegret Möllerherm, Sebastian Grothkopp, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung, Maren Conrad, IHK-Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung, Inka Kielhorn, Einrichtungsleiterin Bugenhagen Berufsbildungswerk und David Schlör, Ausbildungsleitung Bugenhagen Berufsbildungswerk.

Wie präsent das Thema Fachkräftesuche in der Wirtschaft ist, erfuhr Lars Schöning auch bei zwei Unternehmen im Kreis Ostholstein, die er während der IHK-Sommertour gemeinsam mit IHK-Vicepräses Annegret Möllerherm, dem stellvertretenden IHK-Hauptgeschäftsführer Rüdiger Schacht, und Filia Severin, der IHK-Ansprechpartnerin für Ostholstein, besuchte. Bei ihrer Sommertour nimmt die IHK zu Lübeck die Bedürfnisse und Herausforderungen der Betriebe direkt vor Ort auf, um ihre Serviceangebote und Politikberatung noch zielgerichteter aufzustellen.

Die Deltamess DWWF GmbH gehört zu den führenden Herstellern für Wasser- und Wärmezähler in Deutschland. Trotz der hohen Innovationskraft sucht das Unternehmen mit Sitz in Oldenburg in Holstein händeringend einen Auszubildenden für den Beruf Industriemechaniker. Während Deltamess die kaufmännischen Ausbildungsstellen allesamt besetzen konnte, sei es vor allem im produzierenden Bereich schwierig, Azubis zu finden, berichtet Deltamess-Geschäftsführer Daniel Kloß: „Das Interesse an Industrieberufen nimmt nach unserer Wahrnehmung derzeit ab. Wir investieren daher gezielter ins Employer Branding.“ IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning sicherte Deltamess Unterstützung bei der Azubisuche zu und wies auf die Relevanz des Themas für Wirtschaft und Gesellschaft hin. „Die IHKs in Deutschland haben gerade in diesem Jahr die bundesweite Kampagne ,Jetzt #könnenlernen´ ins Leben gerufen, die die Sprache der jungen Leute aufgreift und für Ausbildung begeistern will“, so Schöning.

Deltamess entwickelt und produziert Wasser- und Wärmezähler sowie Installationszubehör für den bundesweiten Fachgroßhandel für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK). Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen laut Kloß beispielsweise 90.000 Unterputz-Montageblöcke und 200.000 Wasserzähler für Neu- und Bestandsbauten ausgeliefert. Eine Herausforderung während der Coronapandemie seien die zurückgestellten Zählerwechsel in Privatwohnungen gewesen. Aktuell sehe das Unternehmen besorgt auf den stagnierenden Wohnungsneubau. Lars Schöning dazu: „Ihre Branche ist ein Zukunftsbereich, da der Wohnungsbau in den kommenden Jahren großen Bedarf haben wird.“ Derzeit fokussiere sich das Ostholsteiner Unternehmen auf die Herstellung von Messgeräten mit integriertem Funk, um die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der monatlichen Verbrauchsinformation umzusetzen. „Durch die Kombination mit einem Universalwasserzähler für Kalt- und Warmwasser halbiert sich außerdem der Logistikaufwand – Fachgroßhandel und SHK-Handwerk werden somit entlastet“, so Daniel Kloß.

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Deltamess-Geschäftsführer Daniel Kloß, Filia Severin, IHK-Ansprechpartnerin für den Kreis Ostholstein, IHK-Vizepräses Annegret Möllerherm, Sven Ebert, technischer Geschäftsführer bei Deltamess, IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning und Rüdiger Schacht, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer.

Auch die Burchardt Transporte KGmbH hat großen Bedarf an Fachkräften – vor allem an Berufskraftfahrern und jungen Menschen, die diesen Beruf bei dem Familienunternehmen lernen möchten. „Aktuell haben auch wir mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen und suchen weiteres Personal“, so Geschäftsführer Frank Burchardt. Denn vor allem am Standort Oldenburg sei das Unternehmen mit dem Transport und der Aufbereitung von Baustoffen stark in das Baugeschehen in Ostholstein eingebunden und auch am Bau der Festen Fehmarnbelt-Querung beteiligt. Zu schaffen mache Burchardt Transporte das Baustellenmanagement um die Fehmarnsundbrücke. „Wir brauchen rechtzeitig Informationen, wann welche Straßen und Spuren gesperrt werden, damit wir gemeinsam mit unseren Kunden auf der Insel rechtzeitig planen können und somit der finanzielle Schaden für uns gering bleibt. Wir vermissen die Verlässlichkeit von Informationen der Deutschen Bahn AG“, so Burchardt.

Ein weiteres Thema, das Burchardt gegenüber der IHK adressierte, ist der geplante Kostenanstieg bei der Lkw-Maut zum 1. Dezember 2023. Dann sollen Lkw mit einer zusätzlichen CO2-Komponente versehen werden, was beinahe zu einer Mautverdopplung führe. „Wir möchten aus eigener Motivation klimafreundlicher fahren, können aber aufgrund der fehlenden Leitungsinfrastruktur aktuell zum Beispiel keine Ladestationen für Strom auf unserem Gelände installieren“, so der Geschäftsführer. Die IHKs in Deutschland positionieren sich ebenfalls kritisch gegenüber der geplanten Mauterhöhung. „Die geplanten Erhöhungen werden Verkehrsunternehmen unverhältnismäßig belasten, da Kostensteigerungen häufig nicht oder nur unvollständig an die Kunden weitergegeben werden können“, sagte IHK-Verkehrsexperte Rüdiger Schacht beim Vor-Ort-Besuch. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer habe bei der Bundesregierung bereits eine Stellungnahme platziert, die auf die kommenden Nachteile der geplanten Mauterhöhung hinweise und insbesondere die notwendige Vermeidung einer Doppelbelastung durch den CO2-Preis anmahne.

Lars Schöning, Frank Burchardt, Rüdiger Schacht, Filia Severin und Annegret Möllerherm. Fotos: IHK/Tietjen

Lars Schöning, Frank Burchardt, Rüdiger Schacht, Filia Severin und Annegret Möllerherm. Fotos: IHK/Tietjen


Text-Nummer: 160274   Autor: IHK   vom 28.07.2023 um 11.22 Uhr

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