Philharmoniker-Schwung für 2024

Lübeck - Innenstadt: Archiv - 02.01.2024, 11.11 Uhr: Diesmal war das Neujahrskonzert der Lübecker Philharmoniker wieder Wien und der leichten Muse des 19. Jahrhunderts gewidmet. Generalmusikdirektor Stefan Vladar hatte neben Beliebtem aus seiner Heimatstadt auch weniger Bekanntes gestellt, um mit Schwung ins neue Jahr zu gehen. Das Publikum in der fast ausverkauften Musik- und Kongresshalle (MuK) folgte dem Angebot mit wachsender Begeisterung.

Natürlich stand Johann Strauß Sohn im Mittelpunkt. Ganz sacht begann sein Walzer „Künstlerleben“ mit samtenen Celli und Hörnern, duftig das Thema mit Oboen und Violinen, dann vom gemütlichen in den kräftigen Schwung – Vladar weiß, wo er die Akzente setzen, die Streichereinheiten motivieren und das Blech herausfordern kann. Es folgten die Polkas „Im Krapfenwald'l“ mit Kuckucksruf und „Auf der Jagd“ mit Peitschenknall.

Im großen Wiener Fundus hatte Vladar das Ballett „Exzelsior“ des Strauß-Weggefährten Joseph Hellmesberger aufgespürt und daraus „Glocken-Polka und Galopp“ ausgewählt: Durchs Orchester schnellte eine Virtuosität, die ebenso mitriss wie später der Walzer „An der Elbe“ (bei Dresden) von Bruder Josef Strauß ins Gemüt ging. Selbstredend waren die Strauß-Polkas ein Vergnügen, ob „Vergnügungszug“ (den der GMD mit Schaffner-Mütze und Trillerpfeife“ fahren ließ), „I-Tipferl“ oder „Feuerfest“ (dabei der Schlagzeuger mit Hammerschlägen den Amboss rhythmisierte).

Verschmitzt leitete Stefan Vladar das Publikum in Richtung Finale zu den nicht im Programmheft ausgedruckten Höhepunkten „Kaiserwalzer“ und „Radetzkymarsch“ - bei dem er das allgemeine Klatschen in die Reprisen lenkte. Das Auditorium folgte ihm mit Freude, ebenso die Philharmoniker mit feinen Sololeistungen. Gelegentlich merkte man, dass das große Programm der zweiten Dezemberhälfte seine Konditions-Spuren hinterlassen hatte.

Der Tradition folgend, hatte MuK-Geschäftsführerin Ilona Jarabek Eingangs das Publikum begrüßt, auch im Namen von Bürgermeister Jan Lindenau und Theaterdirektor Caspar Sawade, und allen ein Jahr der Zuversicht gewünscht. Der GMD wandte sich vor dem Finale ans Auditorium mit dem allgemeinen Wunsch für Frieden. Und amüsiert wies er auf einen Lapsus im Programmheft hin: Da ist mit „Richard Strauss (Sohn)“ der Redaktion eine wahrhaft Freud'sche Fehlleistung durchgegangen. Johann Strauß jr. wird’s verschmerzen, das bestens unterhaltene Publikum sowieso.

Das Publikum in der fast ausverkauften Musik- und Kongresshalle (MuK) folgte dem Angebot mit wachsender Begeisterung. Foto: Archiv

Das Publikum in der fast ausverkauften Musik- und Kongresshalle (MuK) folgte dem Angebot mit wachsender Begeisterung. Foto: Archiv


Text-Nummer: 163391   Autor: GüZ   vom 02.01.2024 um 11.11 Uhr

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