Möwenschiet im ausverkauften Kolosseum

Lübeck - St. Jürgen: Archiv - 12.04.2024, 16.22 Uhr: Auf fast 60 Mitglieder ist der Shantychor „Möwenschiet“ mittlerweile angewachsen. Jetzt war Saisonstart. Egon Ruland begrüßte als Moderator voller Vorfreude das Publikum zum ausverkauften Frühjahrs-Konzert im Kolosseum. Immerhin fast 500 „Ehrengäste“, darunter zwei Weitgereiste aus Bayern und Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, wurden vor Ort gesehen.

Ruland lud „Alle Freunde an Bord“, bat, sich mit allen Sinnen einzubringen, vor allem mit guter Stimme und Stimmung. Mit dem Befehl „All hands on deck“ und „Leinen los und an den Wind“ begann „des Seemanns schönster Traum“, Aufbruch in die große weite Welt der Erwartungen, Abenteuer, Wunder und Märchen. Dazu war auch das Publikum sofort bereit, denn „Hoch im Norden weht ein rauer Wind“.

Emotionale Mitfahr- und Mitsinggelegenheiten gab es auf sehr unterschiedlichen Schiffen, vom Chor vierstimmig besungen, von der Combo rhythmisch mit einem satten Sound begleitet und im Hintergrund digital visualisiert: Los ging es auf der unter geblähten Segeln dahinrauschenden Dreimastbark der Bundesmarine, der „Gorch Fock“. Dann war Schwerstarbeit auf einem „Banana Boat“ in der Karibik angesagt. Später konnte von dort auf der wegen fehlender Fracht heruntergekommenen „Sloop John B“ angeheuert werden. Wer das harte Dasein auf dem „Hamburger Veermaster“ überlebt hatte, konnte dann mit Glück und achterlichem Wind „Rolling home“ genießen. Wer es eiliger hatte, um nicht nur Hamburg, sondern auch noch „Lübeck, mein Lübeck“ zu erreichen, ging flott an Bord des „Oceanliner“...

Es war eine sehr abwechslungsreiche, alle Situationen von stürmisch bis romantisch umfassende Seereise „Around the World“. Nach gebührendem Respekt für den „Capitano“ stand Wohl und Wehe des klassischen Seemannes Jack beziehungsweise Johnny im Mittelpunkt, „Kerle wie wir“, manchmal auch „Wild Rover“. Dabei ging es nicht nur um Wind und Wetter in der Zeit der großen Segelschiffe, sondern natürlich um das Leben in fernen Ländern und auch um die Begegnung mit anderen Menschen. Mit oder ohne Alkohol: die „Aloahea“-Girls oder die aus Trinidad brachten so manchen wackeren Matrosen sprichwörtlich um den Verstand und hier und da wohl auch um Hab und Gut, wenn er bei einer wie „Maggie Mae“ gelandet war.

Doch auch Reiz und Zauber der neuen Welt verblassten irgendwann, dann, wenn den Seemann, wie es heißt, „das Heimweh“ packte und er zu Hause von „Angelina“ oder von seiner Liebsten mit den „Little Eyes“ sehnsüchtig erwartet wurde. Dann hieß es „Sailing home across the ocean“, bis die vertrauten Hafenlichter wieder in Sicht kamen und damit sich nach wochenlanger harter Arbeit die Entspannung Bahn brach in dem Jubelruf: „Feeling young, feeling strong“.

Stürmischer Beifall verabschiedete die Akteure unter der schwungvollen Chorleitung von Martin Stoehr. Wehmut klang aus den Schlussworten von Egon Ruland, als er sich von den Zuhörerinnen und Zuhörern verabschiedete und sich bei allen bedankte für das soeben erlebte Sinnenfest. Auch sein innigster Wunsch sei erfüllt worden mit dem Lied „We’re bound for Rio Grand: Der Käpten, der Stüürmann, der Bootsmann und ich“. Ja, das war er in Person 37 Jahre lang.

Der Shantychor „Möwenschiet“ startete im ausverkauften Kolosseum in die Saison. Foto: Archiv/HN

Der Shantychor „Möwenschiet“ startete im ausverkauften Kolosseum in die Saison. Foto: Archiv/HN


Text-Nummer: 165268   Autor: Veranstalter/red.   vom 12.04.2024 um 16.22 Uhr

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